#SGETOT – Ein trauriges letztes Mal

von mauriziogaudino

Ein letztes Mal wird der Ball mit den Sternen heute Abend durch den Stadtwald rollen. Ob er jemals dorthin zurückkehren wird steht in den Sternen. Der so heiß ersehnte Wettbewerb der europäischen Elite ist in dieser Saison und in der derzeitigen Verfassung leider mindestens eine, eher zwei Nummern zu groß ist.

Wer wissen möchte, wie es dieser Tage um die Stimmung rund um unseren Herzensverein bestellt ist, der öffne die mainaqila-App und werfe einen Blick in den Ticketshop fürs Tottenham-Spiel. Karten in allen Kategorien und fast allen Blöcken zu haben. Einen Tag vor einem Championsleague-Spiel gegen einen ambitionierten Traditionsverein aus der Premierleague.

Wirklich schade eigentlich, dass man sich vor Wochenfrist so leichtfertig darum gebracht hat heute Abend ein Entscheidungsspiel vor vollem Haus ums Weiterkommen zu haben. In dem Wettbewerb, dessen Erreichen man sich im letzten Jahr so hart erarbeitet hat. Hätte in diesen trüben Tagen ein Stimmungsaufheller sein können.

Kein Wunder, dass sich heute also viele Anhänger denken: “Wenn ihr keine Lust auf CL habt, warum sollten wir sie eigentlich haben?” Zumal bei prognostizierten 1-4 Grad Außentemperatur und einer Regenwahrscheinlichkeit von 100%. So zumindest meine Wetter-App.

Inhaltlich gibt es zu diesem Spiel, meines Erachtens, nicht viel zu sagen. Denke es ist wenig sinnvoll zum wiederholten Male auf diese am Boden liegende Mannschaft einzuschlagen. Einen Euro für jedes mal, dass ich das Wort Krise in den letzten Tagen gelesen habe. Würde sicher für eine Karte im Oberrang der Jürgen-Grabowski-Tribüne reichen.

Für heute Abend ist ihr einfach zu wünschen, dass es nicht abermals ein absolutes Desaster in der Königsklasse gibt. Keine gute Voraussetzung hierfür, dass es für Tottenham noch um alles geht. Mit einem Sieg können die Londoner nämlich den direkten Achtelfinaleinzug klar machen.

So wird nun dieses letzte als europäischer Feiertag geplante Spiel zur lästigen Pflicht, bei der jeder, der es mit der Eintracht hält, wohl einfach froh ist, wenn er ohne zu große Beulen vorüber zieht. Das letzte, was diese zutiefst verunsicherte Mannschaft gebrauchen kann, ist ein weiteres Debakel.

Ein bisschen amüsiert hat mich die rhetorische Frage des Interimsübungsleiters, wie denn jemand glauben könne, dass man dieses Spiel einfach wegwerfen werde. Wo man doch genau das in der letzten Woche bereits getan hat.

Während ich diese Zeilen schreibe, verdichten sich die Anzeichen, dass bald weißer Rauch aufsteigen wird. Dem Vernehmen nach soll Albert Riera, aktuell Trainer bei NK Celje, neuer Trainer werden. Zur Einschätzung dieser Personalie lasse ich gerne den Experten des slowenischen Fußballs den Vortritt. Wenn sie denn stimmen sollte. Mein erster Impuls: Entweder ist diese Verpflichtung ein Geniestreich a la Xabi Alonso, seinerzeit in Leverkusen, oder der Anfang vom Ende der Ära Krösche. Kann ja jeder selbst entscheiden, was er für wahrscheinlicher hält.

Mein Aufstellungs-Tipp für dieses, für uns, vollkommen bedeutungslose Spiel:

Bin ganz froh, wenn der heutige Abend vorbei ist.

Titelbild: Eric Alonso (Getty Images)

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