#RBLSGE – 20 Punkte für einen

Heute mal ein Bericht direkt nach Spielende. Meine Stichpunkte aus der Livebetrachtung:

  • Min. 0: Aufstellung wie gewohnt, inklusive der drei Stürmer. Wird langsam zur Gewohnheit. Und ausrechenbar für den Gegner.
  • Min. 5: Intensiver Beginn, mit deutlichen Vorteilen für ErrBähEll.
  • Min. 9: Eintracht startet deutlich verhaltener.
  • Min. 17: Hinteregger zum dritten Mal richtig stark, Herrschaften.
  • Min. XX: starker
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Nix Abgrund

Nach Ende der ersten Hälfte im Nürnberger Stadion dachte man noch, jetzt kommt sicher die gute Halbzeit. Aber Pustekuchen. Außer ca. 15 Minuten am Ende von Hälfte eins und etwas mehr als zehn Minuten nach dem Tor durch Nürnberg in Minute 78 sah das ganze Spiel der Eintracht ziemlich dünn aus.

Wenn man hingeschaut hat, fiel einem schon von der ersten Sekunde auf, die Mannschaft hat keine Körperspannung, die sind gar nicht auf dem Platz. Kleines Detail am Rande: wenn die Mannschaft schon Trainingsjacken zum Auflaufen bekommt, warum macht Abraham, der Kapitän, die dann nicht mal zu? Das wirkte irgendwie ziemlich unprofessionell.

Kurz: die Eintracht hatte zwar Ballbesitz, machte aber nichts daraus. Während die Nürnberger schon nach vier Minuten die erste gefährliche Szene hatten, kam von der Eintracht in der ersten halben Stunde gar nichts. Hinten vogelwild, vor allem N’Dicka nach seiner frühen (unberechtigten?) gelben Karte sichtlich verunsichert; Spielaufbau durch Abwehr und Mittelfeld schwach. Die Nürnberger hatten sich aber auch gut eingestellt und störten vor allem die Außen Kostic und da Costa früh und effektiv. Und der Sturm? Rebic ist meiner Meinung nach Meilen von seiner Bestform weg, er spielt derzeit auch viel zu eigensinnig und Jovic fehlten erkennbar die Anspiele.

In Halbzeit zwei änderte sich eigentlich nicht so viel, lediglich die Aktionen der Nürnberger wurden gefährlicher. Obwohl, eigentlich plätscherte das Spiel so vor sich hin, bis eben zur Minute 78, in der es zwei Chancen gab, die zweite wurde halt genutzt. Und dann kam Haller. In Minute 92. Nach einer wunderbaren Flanke von da Costa. Und so zielgerichtet, wie das Geschehen ablief, fragte man sich, warum nicht früher? Aber egal. Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt. Spricht trotz allem für den Willen der Mannschaft.

Und, mal ganz ehrlich, auch wenn das mit Sicherheit keine populäre Meinung ist, wir können eigentlich glücklich sein, dass der Pokal diese Saison für uns vorbei ist. Da kann die Mannschaft mal etwas zurückschalten und aktive Erholung betreiben, bevor es Freitag gegen Stuttgart und dann gegen Limassol und Schalke mit der nächsten englischen Woche weitergeht.

Die Noten folgen.

Akzeptiert.

Wenn man in der 95. Minute das Ausgleichstor hinnehmen muss, dann ist das extrem bitter. Wenn der Gegner in allen (!) Werten zum Teil deutlich besser war als man selbst, dann ist das Unentschieden glücklich. Und irgendwo dazwischen liegt sie, die viel beschriebene Wahrheit.

Ganz ehrlich? Als ich gestern um 17:25 aus dem Stadion raus bin, habe ich mir einen Wolf geärgert. Nein, ich habe mich nicht über den Wolf geärgert, der hat mal wieder ein gutes, extrem engagiertes Spiel abgeliefert. Auch wenn manche Aktionen gestern nicht funktioniert haben. Nein, ich dachte, der Schiedsrichter hätte in der letzten Sekunde ein Foul an Wolf übersehen. Egal. Im Nachhinein betrachtet, kann ich mit dem Punkt hervorragend leben. Denn wie die Eintracht in dem Spiel gestern zwei Tore schießen konnte, das weiß heute doch immer noch keiner. Wie man mit so einem dilettantischen Versuch, ein Spiel aufzubauen, gegen die Qualitativ deutlich besseren Schalker ein Unentschieden holen konnte, ist mir heute noch unerklärlich.

Auch weil ich glaube, dass Kovac gestern im Spiel nicht optimal reagiert hat und dadurch einen Teil der Probleme gegen Ende mit auf seine Kappe gehen. Aber der Reihe nach. Unter den Spielern gab es gestern einige, denen man die englische Woche angemerkt hat. Allen voran Boateng und Rebic. Und damit waren gestern zwei der Figuren, die in den letzten Wochen extrem wichtig waren, quasi untergetaucht. Daneben fand ich wie gesagt auch Wolf nicht so präsent wie in den vergangenen Spielen, aber er ist immer noch ein großer Gewinn für die Truppe. Und, ja. Jetro Willems. Rabenschwarzer Tag trifft es wohl am besten. Der hätte gleich zu Hause bleiben sollen. Und wurde folgerichtig gegen Chandler getauscht in Minute 42. Stark gelb/rot gefährdet.

Und nun kommen wir zu dem Punkt, der mir nicht einleuchtet. In Minute 30 hatte Rebic auch die gelbe Karte gesehen, und bei seiner Spielweise war klar, dass er so oder so das Ende des Spiels nicht auf dem Feld erleben würde. Trotzdem lässt Niko Kovac ihn drauf, nur um ihn dann nach fünf Minuten in Halbzeit 2 gegen Haller zu tauschen. Ich hätte da Stendera gebracht, um das Mittelffeld zu verdichten und endlich so etwas wie Struktur in die Aktionen zu bekommen. Ok, Haller hat nach der tollen Einzelleistung von Gacinovic das 2:0 gemacht, war dann aber auch ab Minute 75/80 vollkommen platt. Und die Eintracht hat also die letzten 15 Minuten quasi zu zehnt gespielt. Vielleicht hätte man… Egal.

Ansonsten ist mir (leider) nur noch aufgefallen, dass es für Marco Russ nicht mehr langt. Das Spiel ist zu schnell, er war teilweise ein absolutes Sicherheitsrisiko. Wie übrigens unsere gesamte Deckung. Und von den Schreien meines Nebenmanns Jürgen über Falette klingeln mir jetzt noch die Ohren.

Ok. Also dann am Mittwoch noch gegen Heidenheim, Ziel Berlin. Die Zimmer sind gebucht. Den Vorbericht macht dann mal wieder der Kollege Korken.