#SGEBVB – Twenty eight to go

Wenn man sich nach Ende des Spiels auf dem Weg zum S-Bahnhof, auf dem Bahnsteig oder im Zug umgehört hat, waren die meisten Begriffe, die zu hören waren, solche wie verdient oder Zufriedenheit. Und ich muss sagen, ich kann das wirklich verstehen.

Beide Mannschaften legten los wie die Feuerwehr, es war ein rassiges Spiel, stets mit offenem Visier, mit zwei sensationellen Toren in Halbzeit eins. Als der gestern nicht in Pokalfinal-Form agierende Schiedsrichter Zwayer zur Halbzeit pfiff, stand es [...]  weiterlesen...

Kurz geschnuppert. Zwei Mal.

135 Sekunden. Diese kurze Zeitspanne lag zwischen dem 1:1 durch Luka Jovic und dem 2:1 von Batshuayi. 185 Sekunden dann zwischen dem 2:2 von Blum (ausgerechnet!) und dem 3:2 von Batshuayi. Ein Punkt war möglich in Dortmund. Und wenn man die ganzen 90 Minuten so gespielt hätte, wie in Halbzeit zwei, dann wäre er auch hochverdient gewesen. Vielleicht wäre sogar mehr möglich gewesen.

So bleibt eine extrem überflüssige knappe Niederlage gegen einen Gegner, der alles andere als unbezwingbar war. Und die Erkenntnis, dass die Eintracht in der Rückrunde die Punkte wohl überwiegend zu Hause holen muss. Und es bleibt die Frage, warum sowohl Rebic als auch Haller heute extrem unglücklich gespielt haben und ob es nicht mal besser wäre, unsere beiden Stürmer mal draußen zu lassen? Vor allem Haller wirkt auf mich extrem ausgelaugt.

Und dann treffen Jovic und Blum. Zwei Jokertore. hatten wir auch schon länger nicht mehr. Da kam schon wieder das Gefühl auf, dass unserem Trainer mal wieder die Sonne aus dem Allerwertesten scheinen würde. Und dann verteidigt man (höflich formuliert) etwas naiv. Und da Costa hebt das Abseits auf. In der vierten Minute der Nachspielzeit. Das muss doch nicht sein.

Einfach nur ärgerlich so etwas.

WTF.

Unglaublich. Toll. Mitreißend. Fußballfest. Solche und ähnliche Vokabeln gingen mir durch den Kopf, als ich das Stadion gestern gegen 17:45 verlassen habe. Und: immer wieder Dortmund.

Immer wieder schaffen es diese beiden Mannschaften, spannende Spiele auf den Rasen zu zaubern. Erinnert sei hier nur an das legendäre 3:3 vor einigen Jahren, dann gab es die drei Heimsiege zuletzt, die alle auch immer spannend waren, und, ja, es gab das Spiel von gestern Nachmittag.

Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, wir holen einen Punkt, nachdem wir einen 0:2 Rückstand egalisiert haben, hätte ich gesagt, gekauft. Realistisch stand ich zur Halbzeit draußen und fraget mich, WTF war das? Warum führt die Eintracht nicht deutlich, sondern liegt nach einer gut und engagiert geführten Halbzeit hinten? Zufall? Teilweise. Denn was beide Mannschaften in der Defensive ablieferten wäre mit unkonventionell sehr unzureichend beschrieben. Wenn die SGE ein bisschen cleverer gewesen wäre, hätte sie eine oder mehrere der großen Chanen nutzen müssen.

Dann hätte aber auf der Gegenseite Hasebe (so habe ich es zumindest am Monitor gesehen) nicht so gnadenlos pennen dürfen. Aber egal, das Resultat zur Halbzeit war ja nur 0:1. Und der Verlust von Timmy Chandler. Und der ist sehr viel bitterer. Riss des Außenmeniskus mit OP wie die Eintracht heute via App und Twitter vermeldete. Ausfallzeit offen. Und der etatmäßige Backup von ihm ist auch verletzt. So durften sich die gestern auf dem Platz stehenden daran versuchen, ihn zu ersetzen. Ich muss aber ehrlich sagen, auf Grund der gestern sehr durchwachsenen Vorstellung der kompletten Defensive wage ich nicht zu beurteilen, wie das die nächsten Wochen gehen soll bzw. gehen wird.

Ok. Zweite Hälfte. Richtig energisch und (noch) engagierter kam die Eintracht aus der Kabine. Man hat richtig gemerkt, dass die Jungs etwas reißen wollten. Und dann bekommen sie dieses blöde 0:2. Ich denke es war Gacinovic, der den Ball verlor, und dann zack. Wirkte auf viele auf den Rängen wie die sprichwörtliche kalte Dusche. Aber nicht so bei der Mannschaft. Immer im Vorwärtsgang, immer weiter druckvoll, so hat es die Mannschaft erzwungen.

Erst den Strafstoß, bei dem ich auf der Tribüne spontan gesagt habe, viele andere Torhüter wären dafür mit Rot vom Platz gegangen, den Haller dann unnachahmlich cool aus dem Stand verwandelt hat. Und dann dieses grandiose 2:2, von Wolf vollendet wie von einem großen, sehr abgezockt und super gemacht.

Das die Dortmunder genauso noch Chancen hatten, das Spiel für sich zu entscheiden wie die Eintracht, bedarf keiner Erwähnung. Doch. Sensationell war noch Hasebe, der mit seiner Rettungstat in letzter Sekunde den Punkt festgehalten hat.

Kurz: es war ein geiler Nachmittag im Waldstadion. Gerne wieder, gerne mehr.

PS: Fast vergessen,  die unterschiedliche Wahrnehmung: Während Schiedsrichter im Stadion fast gesteinigt würden, schrieb mir Korken nach Hälfte eins: “Note zwei, konsequent und mit Linie”.