#SVWSGE – Lückentext

Mit einem 2:2 Unentschieden aus Bremen wieder die Heimreise anzutreten ist im Grunde nicht so verkehrt. Und wenn Jovic oder Haller eine ihrer Chancen reingemacht hätten, oder der zweite Handelfmeter gegeben worden wäre, ja dann… Dann hätte man sogar unverdient drei Punkte mit im Gepäck gehabt. Hat man aber nicht.

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Aufzug der dunklen Wolken #SGESVW

Dunkle Wolken ziehen auf. Das kann wohl keiner abstreiten. Eigentlich sagte ich, ich möchte über das heutige Spiel sprechen. Ich sollte es aber nicht tun. Aus Sicherheitsgründen. Ich spreche, respektive schreibe, aber trotzdem.

Ich bin geladen. Maximal geladen. Über Gott und die Welt. Verloren hat meine Eintracht. Unsere Eintracht. Mit 1:2 in der 7. Minute der Nachspielzeit. Durch einen direkten Freistoß. Bei dem, das stelle ich mal so in den Raum, keiner meckert. Bis jetzt. Wäre das Rönnow passiert, diesen Freistoß nicht zu halten oder abzuwehren, ich kann mir die Meuterei in Zeitungen und Internet und ebenso in Gesprächen vorstellen. Dabei will ich gar nicht darauf eingehen, wie stümperhaft dieser Freistoß in gefährlicher Distanz überhaupt entstanden ist.

Willems. Rot. Glatt. Zurecht. Mal im Ernst. Was hat den denn geritten? Waren da heute irgendwelche Synapsen falsch abgebogen? Man möge mir verzeihen, die Emotion geht mit mir durch. Egal wie und warum und was die Bremer da provozieren, bei der Reaktion gibt es eben nur eins: eine rote Karte für den Tätlichkeitenden und eben nicht für den Provokateur, remember Kyrgiakos und sein “Stand up and fuck you”.

Das 0:1, ganz allgemein und grundsätzlich. Ball drin, Assistent hebt die Fahne auf Abseits, für meinen Geschmack ungefähr 2 Stunden zu spät, wenn er denn winkt, dann früh. Dann kommt Köln, sagt: war keins, also Tor. Was alles mit rechten Dingen zugeht, da das Spiel ja vom Schiedsrichter zuvor nicht unterbrochen war. Aber mal ehrlich… äh… die Kommunikation zwischen den Assistenten (egal wo!) zum Schiedsrichter, die war mies. Die Performance gegenüber den Mannschaften und dem Publikum damit noch mieser.

Der Bremer Torwächter. Notbremste für mich. Ich frage mich, bei allem Bedauern über die Verletzung (ihm möge es hoffentlich gut gehen!!!), warum es hier nicht wenigstens eine gelbe Karte gab. Wenn nicht gar rot. Aber das ist eine andere Geschichte, die heute einfach rein passt.

Das Spielsystem. Okay, soweit. Man kann schon irgendwie erkennen, dass sich da was bewegt. Das es schnelle Pässe geben soll, Positionswechsel, Pressing. Aber mal eine Dreierkette mit Salcedo und Da Costa außen und Abraham zentral, Sekunden später mit Abraham und Salcedo außen, Fernandes in der Mitte oder dann doch mal Torro in der Mitte – irgendwie glaube ich, unsere Mannschaft ist damit schlichtweg überfordert. Noch. Hoffentlich “nur” noch und nicht dauerhaft.

5:11 Torschüsse, so der kicker. Mag stimmen. Torchancen für die Eintracht gab es, so bilde ich mir ein, neben dem Elfmeter für die Eintracht eine Einzige. Das war schon irgendwie erbärmlich. Hinten hatte ich bei jeder Bremer Gegenbewegung Angst, und das nicht erst nach der roten Karte. Nach vorne ging wenig, eher nichts. Deckte sich mit dem Spiel in Freiburg. Und in Ulm. Und beim Deppencup.

So reicht das nicht, Kampf und Aufopferung hin oder her. Stolz bin ich heute nicht auf den Kampf, zumindest nicht uneingeschränkt. Denn was hilft es, ich wiederhole mich: bin ich hinten offen wie ein Scheunentor und habe vorne zu wenig Chancen, dann kann ich fighten so viel ich will. Das Ergebnis wird mies sein.

Und wenn jetzt nach der Länderspielpause in Dortmund das Ding verloren geht, was ja nicht unwahrscheinlich ist, dann Zuhause noch der Brauseclub uns vielleicht keine Chance lässt – dann wird es neben den Wolken ganz schnell gewittrig. Sehr. Und wir werden öffentlich noch mehr trauern über verpasste und nötige Transfers. Und vielleicht doch darüber, dass – ich schrub das hier ja schonmal – der Funke Ade Hütter doch nicht überspringt.

Ich bin nicht begeistert. Überhaupt nicht. Vielleicht gehts mir morgen ja besser. Und euch?

Platform Woodstadium now arriving: UEL2018 via SVW

Attention please, platform Woodstadium now arriving: train UEL2018 to Europe via SVW, scheduled departure 01.09.2018, 15.30. 

Da simmer also wieder, der Herr korken, hat seine Dauerkarte zurück und freut sich wie Bolle auf morgen. Und freute sich wie Bolle auf die Auslosung zum Europacup, zur Europakapp, zum Pott eben. Wunschkonzert: Marseille, Rangers, Istanbul. Aber jetzt heißt es:

Welcome to our train UEL2018 to Baku. Our next stations are Marseille, Nikosia and Roma.

Immerhin 1 aus 3 richtig gewünscht, getippt, gehofft – mal sehen, was in Marseille trotz Stadionkomplett- bzw. teilsperrung so möglich ist mit Tickets… Moment!

Next stop: Wolfsbu… äääh… Marseille. Our train stops. Caused by a technical defect, our doors do not open. Please stay in the train. We will be able to give you more travel details soon.

So ein Clusterfuck. Marseille. Nicht. Ich kotze hier im Strahl. Bitte stellt euch das einfach vor (Kopfkino ist erwünscht!).

Caused by technical reasons, we had to remove wagon 42 (Cavar-Wagon) from our train. We apologize for the inconveniences. Guests are now welcome
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Fußball ist ungerecht

Diesen wahren Satz sprach Stefan, einer meiner Sitznachbarn im Block 35E, gestern direkt nach dem Abpfiff. Und manchmal kann man halt ein Spiel auf einen Satz reduzieren. Klar, die drei Punkte bleiben in Frankfurt, und ja, es gab zwei wunderschöne Tore von Rebic und Haller. Und natürlich gefällt der Blick auf die Tabelle:

http://www.bundesliga.com/de/bundesliga/tabelle/2017-2018/

Aber sonst?

Die Bremer sind mehr gelaufen (119,2 km : 118,0 km), haben mehr Ballbesitz gehabt (52% : 48%) und haben mehr Pässe gespielt (423 : 398) und haben mehr Fouls begangen (13 : 11).

Die Eintracht hatte mehr Torschüsse (16 : 13), eine geringfügig bessere Passquote (75% : 74%) und eine bessere Zweikampfquote (56% : 44%).

Für mich ein typisches Unentschieden.

Der Mann des Spiels war für mich eindeutig Lukas Hradecky, denn wenn der uns nicht in der ersten Hälfte mit drei, vier fantastischen Paraden im Spiel gehalten hätte, wären wir mit 1:3 in die Kabine gegangen. und davon hätten wir uns gestern meiner Meinung nach nicht erholt. Was zu dem größten Problem führt, der absolut indiskutablen Defensivleistung in der ersten Hälfte. Salcedo und Falette standen massiv neben den Schuhe, wie mein Sitznachbar Jürgen häufig und lautstark kommentierte. Es war wirklich phasenweise nicht mit anzusehen, wie die Bremer unsere Defensive von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt haben. Und ich muss ehrlich sagen, ich habe bis jetzt nicht verstanden, was Kovac gestern eigentlich spielen wollte. Viererkette, Fünferkette, abkippender Sechser?

Die zweite Hälfte hat die Eintracht in meinen Augen hauptsächlich deshalb deutlich besser gestalten können, weil die Bremer sehr früh versucht haben, das Unentschieden zu halten. Wobei – souverän sah das Ding immer noch nicht aus. Irgendwie war das ganze Geschehen wie gegen Stuttgart. Alles deutet auf ein Unentschieden hin und dann kommt Haller und packt den Hammer aus. Sensationell.

Zum Glück ist jetzt Länderspielpause. Zeit, nachzudenken und Dinge einzuüben. Genügend Spieler sind trotz der Abstellungen ja wohl da.

Und zu guter Letzt möchte ich nochmal Jürgen zitieren, der kurz vorm Halbzeitpfiff mit sehnsuchtsvollem Blick zu mir meinte: “Mein Gott, wie vermisse ich den Jesus.”

In diesem Sinne ein entspanntes Wochenende.