#SGE – Nüchtern betrachtet

Gestern war es mal wieder so weit. Nach langer, langer Zeit bin ich in meinem abendlichen Fernsehprogramm mal wieder beim Heimspiel des Hessischen Rundfunks gelandet. Was kann man nicht alles schauen, wenn die Frau des Hauses unterwegs ist. Und ich muss sagen, ich war von dem neuen Format durchaus positiv angetan. Zwei Moderatoren, zwei Gäste, ein Tisch, der eine oder andere Einspieler, gute Gespräche. Ich konnte es zwar nur bis zur Hälfte, als der Beitrag zu Patrick Falk begann, sehen, da dann unser Jüngster seinen Schnuller verloren hatte, aber ich werde wiederkommen.

Auch weil die Gäste scheinbar mit guter Hand ausgewählt wurden und ich wissen möchte, ob das eher die Regel oder die Ausnahme ist. Basti Red, der inzwischen doch relativ bekannte Podcaster rund um die Eintracht und Yannick Hübner, der von denen mit dem angeblich besten Sportteil der Welt. Es gab wirklich gute Gespräche, Statements und Meinungen. Und beide sahen die Eintracht auf Platz Acht. *Augenroll*

Sehenswert war die Sendung auch durch die Statements von Basti zum Thema Zuschauer ja, nein, vielleicht, mache, alle, er nicht, andere gern, halt so alles. Ich möchte das hier nicht wiedergeben, denn es ist eigentlich zu lang. Schaut es euch hier an.

Ach ja, und eins noch, Herr Yannick Hübner. Die Aussage, die Eintracht müsse aufpassen, keine Fans an Vereine zu verlieren, die im Europapokal spielen, halte ich ja für den größten Blödsinn seit Erfindung des Fernsehens. Was vielleicht verloren gehen könnte, sind ein paar Erfolgsottos. Aber keine Fans.

Warum schreibe ich das alles? Weil mir auch gestern wieder etwas aufgefallen ist. Eine veränderte Stimmung. War die Vorfreude auf die neue Saison in den letzten Jahren oft von einer (gern auch mal übertriebenen) Euphorie geprägt, man freute sich auf die Neuzugänge, die natürlich der Knaller sein müssten, man träumte schon von erfolgreich geschlagenen Schlachten im Waldstadion, usw. usw. Und jetzt? Die Transferpolitik wird derzeit noch verhalten kommentiert, die Stimmung rund um die Mannschaft scheint deutlich abgekühlter, es wirkt alles nüchterner.

Ich glaube ja, dass das vor allem daher kommt, dass die Interaktionen zwischen Mannschaft und Fans durch diesen verdammten Virus nahezu auf Null gestellt sind. Man kann sich kein Bild beim Training machen, Enkhaamer und Exil-Bischemer konnten uns keinerlei wertvolle Insider-Informationen aus dem Trainingslager liefern, kurz: wir sind auf die offiziellen Eintracht-Kanäle plus Journalisten angewiesen. Und da ist das dann eher schwer mit dem Stimmungsaufbau. Also mir geht das zumindest so.

Und euch?