#FCUSGE – Max Superman?

Am Wochenende steht es an, das Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin. Abgesehen davon, dass das eins der wenigen Auswärtsspiele ist, bei denen ich den Ausschluss der Zuschauer mehr bedauere, also im Gegensatz zu sagen wir mal Köln, Stuttgart, Hoffenheim, Wolfsburg, Leipzig. Und hatte ich Köln schon? Egal. Also abgesehen davon wird im Vorlauf zu dem Spiel (und hoffentlich nur da) viel über Max Kruse berichtet, den Neuzugang bei Union.

Genau jenen Max Kruse, der vor der letzten Saison lange bei und mit der Eintracht im Gespräch war, sich dann aber doch für den schnöden Mammon aus der Türkei entschloss. Wie wir alle inzwischen wissen, nicht die beste Entscheidung des geborenen Reinbekers. Die er dann ja auch schnell mit Vertragskündigung und dem Wechsel zum FC Union umkehrte.

Und genau dort, bei den Unionern, zeigt er jetzt, dass er auch im hohen Fußballeralter von 32 Jahren noch ein wirklicher Leistungsträger sein kann. Vier Tore und fünf Assists sind schon eine Ansage, das kann man nicht anders sagen. Daher werden auch immer wieder Stimmen laut, den guten Max in Manndeckung zu nehmen.

Aber mal ganz im Ernst, soll man etwa sein ganzes Spielkonzept umwerfen, nur weil da ein starker Spieler auf der Gegenseite rumturnt? Das könnte man dann ja fast jede Woche so postulieren, egal welche Mannschaft da auf der anderen Hälfte des Platzes steht. Ja, ich weiß. Kruse ist saustark, hat schon bei seinen bisherigen Stationen eine ganze Menge geleistet, alles klar. Dann schmeiß ich doch mal kurz das High-tec-Statistik-Programm an (Bild oben, Tableau kann einpacken).

Und was zeigt uns das? Max Kruse hat insgesamt 18 Spiele gegen die Eintracht absolviert, 16 in Liga eins und zwei in der Saison 2010/11 mit Santa Paula in Liga zwo. Und dabei hat er lediglich zwei Tore geschossen, obwohl er nahezu immer die volle Spielzeit auf dem Platz stand. Für ihn eine extrem schlechte Quote von 0,1 Toren pro Spiel. Zum Vergleich: in der Bundesliga stehen für ihn 78 Tore bei 258 Einsätzen zu Buche, Quote 0,3). Ach ja, und gewonnen hat der Max mit seinem jeweiligen Team (vier Spiele mit St. Pauli, zwei mit Freiburg, vier mit Gladbach, zwei mit Wolfsburg und sechs mit Bremen) sechs Spiele, fünf gingen unentschieden aus und sieben hat er verloren.

Und was beweist uns das ganze? Eigentlich nix, es geht mir um etwas anderes: Man sollte nicht den einen Spieler hier superwichtig nehmen, es kommt auf die Mannschaft an. Und da bin ich seit dem letzten Wochenende wieder etwas zuversichtlicher, was die Abwehrleistung angeht. So eine konzentrierte Vorstellung wie gegen Leipzig könnte reichen, um gegen Union das erste Mal ohne Gegentor zu bleiben. Und wenn dann noch die Offensive liefert…