#Bobic vs. SGE – Punktsieg

Es war kurz nach 21 Uhr am Mittwoch, als die Eintracht über ihre gewohnten Kanäle die Pressemitteilung zu der am gestrigen Nachmittag abgehaltenen Aufsichtsratssitzung verbreitete. Wichtigstes Thema sicherlich die Abwanderungsgelüste des Sportvorstands Fredi Bobic. Und in diesem Punkt ist der Text ausnehmend eindeutig:

„Der Aufsichtsrat hat festgestellt und Fredi Bobic entsprechend darauf hingewiesen, dass sein Vorstandsvertrag ohne jede Kündigungs- oder Ausstiegsmöglichkeit noch bis 30. Juni 2023 läuft. Fredi Bobic hat dies bestätigt und erklärt, dass er sich vertragskonform verhalten und dementsprechend seinen Vertrag einhalten wird.

Sollte ein Klub bei der Eintracht unmittelbar oder über Fredi Bobic mittelbar sein Interesse an einer vorzeitigen Anstellung von ihm bekunden, ist der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer gemäß einstimmigen Aufsichtsratsbeschlusses bevollmächtigt, im Interesse der Eintracht Verhandlungen über die Bedingungen einer vorzeitigen Auflösung des Vorstandsvertrages von Fredi Bobic zu führen.“

https://profis.eintracht.de/news/eintracht-frankfurt-fussball-ag-131422

Auf Deutsch: das Heft des Handelns liegt zu 100% bei der Eintracht. Die Aussagen, die der scheidende Sportvorstand vor etwas mehr als einer Woche in einer Sendung der ARD machte, sind zum großen Teil Schall und Rauch. Es hat sehr offensichtlich kein Gentlemens-Agreement mit Wolfgang Steubing gegeben, dass Fredi B. 2021 gehen dürfte und er nur generös das letzte Jahr noch gemacht habe. Und jeder Klub, sei es der Big Shitty Club aus der Hauptstadt oder wer auch immer, darf sich mit Philip Holzer auseinandersetzen. Viel Vergnügen.

Was bleibt? Ein extrem blamierter Sportvorstand, der gegenüber seinen in aller Öffentlichkeit getanen Äußerungen massiv zurückrudern musste. Dessen Glaubwürdigkeit sich damit derzeit kurz über dem Level des Wahrheitsgehalts des Presseerzeugnisses aus dem Springer-Verlag befindet. Ein Hauptstadtclub, der, wenn er die Eintracht mit seiner Strategie der Öffentlichkeitsarbeit die Eintracht unter Druck setzen wollte, krachend gescheitert ist, Stichwort ‚Sky is the limit‘. Und eine Eintracht, die derzeit als der konsequente Arbeitgeber dasteht, der man sein sollte. Chapeau.

Was kommt? Ich gehe davon aus, dass das aktive Wirken von Fredi Bobic bei der Eintracht mit dem gestrigen Tag ein Ende gefunden hat und nur noch pro Forma aufrecht erhalten wird. Jetzt sind andere am Zug. Die Kaderplanung der SGE scheint weitgehend komplett zu sein.

Was wünsche ich mir? Am besten würde mir gefallen, jetzt in Ruhe einen neuen Sportvorstand zu suchen. Und wenn man meint, es sollte der Christoph Spycher aus Basel Bern sein, dann müsste man halt das eine Jahr überbrücken. Es ist ja erstklassiges Personal vorhanden bzw. verfügbar. Warum sollte man nicht mit einem Dreigestirn aus Bruno Hübner, Ben Manga und Gelson Fernandes die nächste Saison angehen?

Nur so eine Idee.