#VFBSGE – Kapitale Probleme vs Eigentlich gut

von korken

Da fährst du als Diva nach Stuttgart, ein Spiel, in dem viele Tore garantiert sind, und bekommst sie auch zu sehen. In einer miserablen Verteilung mit miserableren Ursachen. 3:2 für den VFB, statistisch völlig in Ordnung bei folgenden Werten:

VfBSGE
xG 2,570,98
Torschüsse 115
Große Chance 81
Vergeben 61
Ballbesitz 58 %42 %

Aber von vorne. Toppmöller musste Umstellungen vornehmen, da Brown und Larsson erkältet ausfielen und Uzun “Fußprobleme” plagten, was auch immer das wieder heißen mag. Für die drei Ausfälle kamen Knauff, Kalimuendo und Amenda in die Startelf, die Auswechselbank erinnerte so in etwa an das allerletzte Aufgebot.

Und man höre und staune, das Spiel begann tatsächlich gut. Und bereits in Minute 5 wurde ein Diva-Einwurf zur Ecke und Kristensen verlängerte diesen direkt in die Maschen, ein frühes Tor, welches Sicherheit geben sollte. Und irgendwie auch gab. Aber soviel ist schon klar – es wurde erstmal wild.

Wild, weil in Minute 15 Chabot laut Sky “den Ball spielte”, ich aber finde, den Ball traf er nur aufgrund seiner Wucht zufällig, er eben Ebnoutalib fällte, der daraufhin mit Knieproblemen ausgewechselt werden musste. Hoffen wir einmal auf nichts schlimmes, im TV konnte man zumindest gut erkennen, dass man direkt gar auf Kreuzbandprobleme kontrolliere, indem man entsprechend am Knie bog und zog. Das, man kann es attestieren, sorgte für einen ersten Bruch im Spiel.

Und dann kam Kaua Santos in Minute 27, der einen Ball eigentlich festhält, ihn fallen lässt und damit Demirovic zum Ausgleich abstaubt. Das war definitiv der Knackpunkt, in dem wir Stuttgart zurück ins Spiel holten. Es sollte, ohne hier weiter ins Detail gehen zu wollen, nicht der einzige Klops von Santos bleiben. Und dieser Klops bringt mich zu einem wichtigen Punkt: wir haben nicht nur ein Abwehrproblem, wir haben auch ein kapitales Torwartproblem.

Mal zu Kaua Santos: bei Ecken ist er top dank seiner Körpergröße, wenn er irgendwo zwischen 5- und 16-m-Raum turnt wirkt er zu ungestüm auf mich. Irgendwie scheint es mir (gibts hier Torwarttrainer?) als würde er beim Laufen immer einen kleinen Zwischenschritt zu viel machen und er denkt zu viel, braucht zu lange zum reagieren. Zerfleischt mich, ich würde bei Ter Stegen anrufen und ihn fragen, ob er uns eine Halbserie helfen will. Und mich dann umschauen, wie wir das hintere Mannschaftsdrittel aus Abwehr und Torwart aufräumen können.

Minute 35, Stuttgart geht dann 2:1 in Führung, weil Undav quasi unbewacht, nicht im Abseits, sich irgendwie durchwuselt und sein Schuss abgefälscht im Tor landet. Ja, abgefälscht, aber ich sage euch etwas – der Ball darf bei einer stabilen Abwehr da gar nicht erst hinkommen.

Halbzeit 2. In Minute 66 kam man endlich einmal auf die Idee, doch zu wechseln, so kamen Götze und Dahoud für Höjlund und Knauff. Und in Minute 77 dann Amaimouni und Collins für Doan und Shkiri. Doan und Shkiri, die ich beide maximal blass fand. Und was macht Amaimouni? Kommt, schießt das 2:2 und feiert. Bravo!

Und es begannen die letzten 10 Minuten, in denen auf beiden Seiten die Visiere hochgeklappt wurden und man versuchte, den Sieg einzutüten. Das gelang. Dem VfB. In Minute 87 durch Nartey, nachdem ein Ball von Vagnoman an Theaté, Amenda und Koch vorbei frei im Strafraum landete. Da war es erneute, das Abwehrproblem.

36 Gegentore in einer Halbserie sind schlichtweg die Bilanz eines Absteigers und wir müssen froh sein, vorne 35 Buden geschossen zu haben. Die aber ihren Wert aufgrund der Instabilität komplett verlieren.

Das, ich muss es so sagen, ist eine Mannschaft, die sich nicht so verhält wie meine Eintracht, die ich kennen und lieben gelernt habe. Die Motivation (ich erinnere mal an den Artikel von Anfang Dezember – #SGE – Motivation, VAR und Trainerdiskussion) des Teams fehlt, der Wille, zu kämpfen und sich aufzubäumen. Gegenschläge werden hingenommen und man versumpft in sich selbst. Der Trainer scheint beim In-Game-Coaching kolossal zu scheitern, Umstellungen kommen spät oder nicht. Und irgendwie wirkt es so, dass die Einzigen, die gerade richtig durchziehen, Kristensen und Knauff heißen. Oder eben Neuzugänge sind, denen man das noch nicht austreiben konnte. Krude These, ich weiß, aber gerade in einem gewissen Abendfrust geht mir das durch den Kopf.

Was haben wir? Kapitale Probleme hintenrum, nach vorne ist es eigentlich gut. Und jetzt? Geht es nach Bremen. Und wenn wir da nicht gewinnen und wieder 3 Gegentore bekommen, dann weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Ich bin auf jeden Fall mal wieder eins – ziemlich bedient. Aufgrund des allgemeinen Hühnerhaufens, der natürlich durch das Ergebnis deutlich verstärkt wurde.

(Titelbild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

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