Sind wir mal ganz ehrlich. Jeder und jede, die gestern dieses lausige 1:0 der Frankfurter Eintracht gegen den Tabellenletzten aus dem beschaulichen Heidenheim im Stadion oder an den Empfangsgeräten erleiden mussten, sollte Schmerzensgeld erhalten. Denn das war nichts, gar nichts. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend, da die Defensivreihen eher sicher standen und beide Mannschaften offensiv komplett einfallslos waren.
Und hätte es in der 53. Minute nicht diese sensationelle Ballstafette mit Chaibi, Koch und schlussendlich Kalimuendo unter gütiger Mithilfe des Heidenheimers Behrens gegeben, ich würde vermuten das Spiel wäre 0:0 ausgegangen. Denn wie schon beim torlosen Remis in Hamburg krankte das Spiel der Eintracht daran, dass eine große Angst vor Fehlern zu sehen ist, es wurde kaum vertikal gespielt, das Spiel wurde maximal in die Breite gezogen und die Bälle wurden immer wieder quer und zurück gespielt. Auch wenn der Platz für einen schnellen Ball durch die Mitte da war wurde diese in der Regel nicht genutzt.
Natürlich ist es anerkennenswert, dass nun das vierte der sechs Spiele unter dem neuen Trainer ohne Gegentor für die Eintracht zu Ende ging. Dass diese defensive Stabilität allerdings zumindest in den letzten beiden Spielen mit einer nahezu vollkommenen offensiven Harmlosigkeit bezahlt wird, macht dann doch nachdenklich.
Dazu kommt auch, dass einzelne Spieler weiterhin ihrer Form hinterherlaufen und man sich zumindest bei Ritsu Doan fragen muss, ob ihm nicht mal eine Pause gut täte. Er ist stets bemüht, aber ihm gelingt halt einfach mal gar nichts. Zumal ich auch nicht das Gefühl habe, dass diese eher nach innen ausgerichtete Position, die er derzeit spielen soll, der Weisheit letzter Schluss ist.
Vielleicht sollte Albert Riera mal eine Woche voll auf die offensive Karte im Training setzen. Denn am kommenden Sonntag steht ja bekanntlich das ewig junge Nicht-Derby mit den 05ern an. Die übrigens im Gegensatz zur Eintracht aus einer englischen Woche kommen werden, da sie Donnerstag noch zu Hause gegen Olmütz um das Weiterkommen in der Conference-League kämpfen müssen.
Ein Auswärtssieg der Eintracht würde helfen, den Rückstand auf die Leverkusener, der gerade zwei Punkte kleiner geworden ist, zumindest konstant zu halten, da die Bayer-Elf kommende Woche in Heidenheim antreten muss.
Nach dem Pflichtsieg ist vor dem Pflichtsieg.
Titelbild: Neil Baynes/Getty Images
Die manifesten defensiven Muster aufzubrechen scheint eine noch größere Aufgabe für Riera gewesen zu sein, als zu vermuten war – zumindest das ist wohl gelungen, glaubt man den Äußerungen einzelner Spieler, Collins, Amenda oder Koch.
Kovacs musste in Dortmund auch zunächst die defensive Struktur anpassen, ebenfalls auf Kosten der offensiven Durchschlagskraft, aber der hatte auch deutlich mehr Zeit und den qualitativ besseren Kader – ich bleibe optimistisch, das wird schon …
invinoveritas[Zitat] [Antwort]