Die Eintracht kehrt mit drei Punkten aus der Autostadt zurück und hat damit das Wochenziel erreicht. So weit so gut. Wenn man das Spiel allerdings nochmal am geistigen Auge vorbei ziehen lässt, kommen durchaus Schmerzen auf. Schmerzen darüber, dass die Mannschaft, die in der ersten Halbzeit noch gnadenlos effektiv zwei Tore aus vier Torschüssen machte, ab Minute 46 in einen passiven Verhinderungsmodus wechselte und sich bei allen höheren Mächten bedanken kann, dass sie das Spiel noch mit 2:1 zu Ende bringen konnte.
Wobei natürlich auch in Hälfte eins nicht alles Gold war und die glorreiche SGE sich sehr darüber freuen darf, dass die Wolfsburger keine der beiden Einladungen, die Michael Zetterer so großzügig mit seinen zwei Slapstick-Einlagen ausgesprochen hatte, angenommen haben. So nutzte die Eintracht ihre Gelegenheiten effektiv aus und schlug durch Höjlund mit einem sehenswerten Distanzschuss und Kalimuendo nach einer sehr gelungenen Freistoßvariante zu.
In der zweiten Hälfte steigerte sich Zetterer dann glücklicherweise als einziger Spieler der Eintracht, denn er musste mehrfach in höchster Not retten und konnte so dazu beitragen, dass der Anschlusstreffer erst Sekunden vor dem Schlusspfiff fiel. Ansonsten war das aus Sicht der Anhänger der SGE mindestens 30 Minuten absoluter Leerlauf. Und das, obwohl der Trainer die Mannschaft in der Pause laut Jonny Burkardt aufgefordert hatte, genauso engagiert weiterzuspielen. Rätselhaft.
Ein Extralob verdient aber noch “Jupp” Amaimouni, der der herausragende Aktivposten war, sich in 71 Minuten völlig verausgabte und das 1:0 mustergültig mit einem Pass in den Rückraum vorbereitete. Er zeigte wieder einmal, dass er wirklich eine große Bereicherung für die Mannschaft ist. Mit jetzt schon zwei Toren und zwei Assists mit Sicherheit einer der besten Wintertransfers der letzten Jahre.
Und sonst so? Die Standards. Ja, es gab die eine sehr gute Freistoßvariante, die zum 2:0 führte. Aber sonst war da sehr viel Leerlauf. Sieben Ecken und acht weitere Freistöße versandeten ohne irgendeinen Effekt. daran gilt es (weiter) zu arbeiten.
Insgesamt war das Spiel eine ziemliche Gurkerei, gegen eine stärkere Mannschaft mit mehr Selbstvertrauen hätte man das Ding mit Pauken und Trompeten verloren. So hat man die drei Punkte und glücklicherweise eine Woche Zeit, sich auf das kommende Heimspiel gegen den Champions-League-Aspiranten aus Leipzig vorzubereiten. Und man muss wirklich auf eine beachtliche Leistungssteigerung hoffen, denn mit der Leistung von gestern ist da kein Blumentopf zu holen.
Titelbild: Reinaldo Coddou H./Getty Images