#Jovic – Herzrasen

Seit ca. 48 Stunden geht es durch die Medien. Luka Jovic will zurück zur Eintracht, habe um eine Leihe nach Frankfurt gebeten um Spielpraxis zu bekommen. Was vielen Eintracht-Fans derzeit wie ein modernes Märchen anmutet, hat – sollten die Gerüchte denn den Tatsachen entsprechen und der Transfer zustande kommen – bei nüchterner Betrachtung durchaus Pros und Cons.

Die Punkte, die dafür sprechen sind klar: Der Trainer kennt Jovic und Jovic kennt den Trainer, er weiß, was von ihm erwartet wird. Er kennt darüber hinaus noch einen Großteil der Truppe, er ist ja erst ein Jahr weg. Außerdem ist er ein absolutes Tier im Strafraum, ich kenne wenige Stürmer, die im One-Touch-Spiel besser sind als er. Physisch ist er mit Sicherheit eine extreme Verstärkung und er könnte den Sturm der Eintracht (wieder) auf eine neue Ebene heben. Und schließlich würde ein solcher Transfer – auch nicht ganz unerheblich – Euphorie und Zuversicht in und um Mannschaft und Klub auf eine neue Ebene heben.

Aber. Und das sage ich wirklich voller Überzeugung, aber es gibt auch sehr viele Argumente, die gegen einen solchen Transfer sprechen. Oder ich sollte besser formulieren, die gegen diesen Transfer als Solitär ohne ‘begleitende Maßnahmen’ sprechen. Sicherlich haben wir derzeit nur zwei bundesligaerfahrene Stürmer und dahinter einen, dem Hütter die Bundesliga derzeit wohl noch nicht ganz zutraut, siehe sein Wechselverhalten gegen die Arminia. Dennoch haben wir ein Problem, das auch ein Jovic nicht lösen kann, die Bälle müssen erstmal zu den Stürmern kommen. Und da ist derzeit eine sehr, sehr große Baustelle. Wenn man Vorbereitungsspiele, Pokalspiel und das Bielefeld-Spiel zusammen nimmt, haben wir auf der Position im offensiven Mittelfeld einen eher formschwachen Kamada oder einen topmotivierten aber noch nicht komplett (wieder) angekommenen Barkok. Und mehr nicht.

Das heißt, um einen Spieler wie Jovic richtig einzusetzen, müsste man entweder einen zusätzlichen offensiven Mittelfeldspieler verpflichten (Götze wäre zu haben *Zwinkersmiley*), oder die vorhandenen Spieler müssten in Form kommen und man könnte über einen Systemwechsel nachdenken. Denn was wäre denn, wenn man das 3-5-2, was die Eintracht derzeit spielt, in ein 3-2-3-2 umbaut? Will sagen, hinter einer Spitze aus zwei Stürmern (Silva/Jovic, Silva/Dost, Dost/Jovic, alles ist denkbar) spielen drei offensive Mittelfeldspieler, links Kostic, daneben Kamada und rechts Barkok. Das könnte Maximum Attack sein. Dahinter dann Rode und Kohr, oder vielleicht findet Sow dann auf der acht seine Rolle?

Und dann ist da ja noch die Causa Dost. Wie ich der englischen Gerüchteküche entnehmen konnte, möchte Wolfsburg für Windthorst Weghorst mindestens 35 Millionen erlösen und man kann bezweifeln, dass Tottenham das für den Kane-Backup bezahlen wird. Und damit ist Dost plötzlich wieder in der Verlosung. Und ich bin inzwischen der Meinung, dass das eine win-win-win Situation wäre. Dost bekommt eine Position, in der sein geschundener Körper nochmal für zwei, drei gute Jahre funktionieren kann, Tottenham den gewünschten Backup und Eintracht die Chance, einen neuen Wandstürmer wie Silvère Ganvoula zu holen und damit auch eventuell das Spiel mit drei Spitzen wieder möglich zu machen.

In meinen Augen überwiegen dennoch die Vorteil eindeutig, denn auch ein manchmal nicht optimal eingesetzter Jovic ist für zehn Tore in der Saison gut. Darüber hinaus will er sicher beweisen, dass man ihm in Madrid Unrecht getan hat. Wenn er es dann noch schafft, stets und ständig professionell zu agieren, wäre das ganze ein Träumchen.

Wenn es denn Realität werden sollte.

Ein letztes noch. Wer sich dieses Video ansieht mit 36 Toren in 03.47 Minuten, der sieht nochmal deutlich, ohne entsprechende Anspiele wird das nichts. Also, holt Luka heim aber gebt ihm dann auch die notweindge Unterstützung.