Time To Television – Über Fernsehgelder

07. Dezember 2020, die DFL veröffentlichte in einer Pressekonferenz und online dann hier das Modell der neuen Verteilung der Medienerlöse. Es ist etwas her, zugegeben, aber wir wollen das jetzt (ungefähr) nach Abschluss der ersten Halbserie einmal aufs Tableau bringen.

Es verändert sich einiges, aber am Ende doch nicht all zu viel. Hier kurz und knapp noch einmal die aktuelle IST-Situation:

70 % Bestand – Punkte von 36 bis 1 (1. BL bis 18. 2. BL) für die letzten 5 Jahre im Verhältnis 5:4:3:2:1 werden basierend auf der Endplatzierung vergeben und daraus der 70%ige Anteil ausgeschüttet.
23 % Wettbewerb – Ermittlung wie bei Bestand, jedoch durchgehende Bewertung der Tabelle, kein Bundesligist am Ende < Platz 24 und kein Zweitligist am Ende > Platz 13.
5 % Nachhaltigkeit – 80 % für Bundesliga, 20 % für Liga 2, Bewertung von 91 bis 1 Punkt, Gleichgewichtung der letzten 20 Saisons.
2 % Nachwuchs – komplexe Berechnung nach Einsatzminuten, Alter und Zugehörigkeit zur eigenen Jugend.

Was kommt jetzt Neues auf uns zu?

Gleichverteilung: 2021/2022 und 2022/2023 53 %, die zwei folgenden Jahre 50 %:
alle Teilnehmer der 1. bzw. der 2. Bundesliga erhalten die gleiche Summe.

Leistung:
2021/2022 und 2022/2023 24,5 % gemäß getrennter 5-Jahres-Tabelle, 17 % gemäß durchgehender 5-Jahres-Tabelle und 0,5 % durchgängige 10-Jahres-Tabelle; die zwei Folgejahre dann 23 % – 19 % – 1 %.

Nachwuchs:
Einsatz von in der eigenen Jugend ausgebildeten Spielern, 2021/2022 und 2022/2023 3 %, danach 4 %

Interesse:
gemäß Marktforschung in 2021/2022 und 2022/2023 3 %, danach 4 %.

Interesse! Da habe ich doch gleich einmal Interesse. Denn das ist neu. Der Ruf danach ist ja gleichauf aber eher schon etwas älter. Warum nicht auch Medienerlöse danach verteilen, wie denn die Vereine in den Medien genutzt werden? Zuschauerquote, Ähnliches? Gewonnen hat Ähnliches, nämlich eine marktgerechte und neutrale Umfrage, die mehrmals jährlich durchgeführt wird und dann als Basis dient. Natürlich gibt es da Platzhirsche, aber auch Überraschungen.

Ein herzliches Dank geht an die Sports Marketing Agency ONE8Y, die uns diese aktuelle Übersicht aus ihrer Analyse zur Verfügung stellten:

Interesse BL ONE8Y
Quelle: Sports Marketing Agency ONE8Y

Bayern, Dortmund, Gladbach, Schalke, Eintracht, irgendwie genau das, was ich erwartete. Überrascht hat mich hier Leipzig. 21 % interessieren sich besonders, 37 % immerhin. Wo kommt das her? Skandalsucht? Ich hoffe doch!

Unsere Eintracht mit 52 % interessierter Rückmeldungen immerhin auf Platz 6 während sich für Dortmund tatsächlich mehr Menschen interessieren als für die Bayern (auch eine kleine Überraschung für mich). Mainz seit einigen Jahren in der Bundesliga, aber das Interesse sehr verhalten. Und Union Berlin, der Senkrechtstarter der letzten Jahre, mit einem erstaunlichen Interessensrückhalt.

Was heißt das jetzt für unsere Eintracht? Gleichverteilung ist gleich, Leistung geht nach oben, Nachwuchs hat Handlungsbedarf und Interesse ist doch ganz gut. Wir scheinen also nicht so schlecht aufgestellt was die Medienerlöse betrifft.

Dazu kommt jetzt noch die heutige Meldung, dass unsere Eintracht laut Deloitte-Report „Football Money League“ auf Platz 20 in Europa rangiert und ihr, auch dank der „Übernahme“ des Stadion eine rosige Zukunft bevorstehe. Ok, vollständig sind die Zahlen noch nicht, da von etlichen Clubs noch Abschlussmeldungen für 2020 fehlen. Aber ein Ausrufezeichen ist es.

Huch? Was ist denn hier so in Summe los? Sportlicher Höhenflug, finanzieller Erfolg, damit kann ich nicht umgehen. Und an dieser Stelle beende ich auch genau deshalb den Exkurs, ohne das jetzt auf M€ oder k€ aufzuschlüsseln. Dafür, Schulschung, fehlt mir gerade schlicht die Zeit und ich bitte um Verständnis. Wer will kann gerne, gerne mit Gastbeitrag. Sonst nutzt es als Lese- und Denkanstoß.