#SGE – Ente oder Ende?

Gestern kurz vor 18 Uhr ploppte bei SkySportHD die Meldung auf, Fredi Bobic habe um Auflösung seines noch bis 2023 gültigen Vertrags gebeten. Natürlich sorgt diese Meldung, die wie immer von allen anderen Medien mehr oder minder wortgleich übernommen wurde, für Bauchgrimmen und mehr bei den Anhängern der Frankfurter Eintracht. Nachdem nun auch die FR in Person von Ingo Durstewitz am späteren Abend die Informationen in der Richtung bestätigt haben, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich hierbei nicht um eine (vollständige) Ente handelt.

„Wir befinden uns mit Fredi in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit. Er hat bei uns noch zwei Jahre Vertrag“

Philip Holzer, Aufsichtsratsvorsitzender

Ebenso am späten gestrigen Abend lies sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Eintracht Frankfurt Fussball AG, Philip Holzer, zitieren: „Wir befinden uns mit Fredi in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit. Er hat bei uns noch zwei Jahre Vertrag“. Klingt jetzt für mich nicht nach einem feststehenden Abschied, aber auch keinesfalls nach einer gesicherten Zukunft bei der Eintracht. Klingt allerdings für mich auch nach einer deutlichen Warnung, dass eine Vertragsauflösung nicht zum Nulltarif – um es mal vorsichtig zu formulieren – zu haben ist. Also ist es auch kein sofortiges oder gar feststehendes Ende.

Interessant für mich war, dass man in den letzten Tagen und Wochen aus ganz verschiedenen Ecken von Verein und AG ganz verschiedene Gerüchte zu hören bekam. Da wurde berichtet, Fredi Bobic bleibe auf alle Fälle, Hertha sei überhaupt keine Alternative für ihn. Andere wiederum sprachen davon, dass er schon weg sei, sich sogar schon von bestimmten Personen(gruppen) verabschiedet habe. Was davon stimmt? Ich habe keine Ahnung. Nur eine Meinung.

Und die ist eigentlich ganz übersichtlich. Bobic hat nie einen Hehl aus seinen Ambitionen gemacht, Erfolg zu haben an allen seinen Stationen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er nach fünf Jahren bei der SGE die Grenzen des möglichen Wachstums erreicht sieht und sich vorstellen könnte, eine neue Herausforderung in Angriff zu nehmen. Und diesen Teil der Geschichte könnte ich auch sehr gut verstehen. Aber ganz ehrlich, die Hertha? Ein total überteuerter Kader, eine durch viele Jahre Preetz sedierte Verwaltung, ein ungeduldiger Investor und Jens Lehmann als Aufsichtsrat? Da müsste das Schmerzensgeld aber ganz schön hoch sein. Wenn es jetzt Dortmund wäre, oder die Bayern. Oder eine Führungsposition im Brause-Imperium, von mir aus. Aber die Hertha?

Und wenn dem so sein sollte, dann bleibt uns nichts anderes, als uns für die vergangenen fünf Jahre zu bedanken und zu hoffen, dass der Aufsichtsrat einen adäquaten Nachfolger findet. Vielleicht den Mann aus Oberscherli?

Dicsclaimer: natürlich kann es auch alles ganz anders sein, und Fredi Bobic erfüllt seinen Vertrag in Frankfurt. Dann war es halt doch eine Ente.