#SGE – Ein neuer Ansatz

Ein neuer Übungsleiter und eine neue sportliche Leitung. Man durfte gespannt sein, ob das zuletzt durchaus erfolgreiche Konzept der Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern seine Fortsetzung findet. Nun, nachdem die handelnden Personen einige Wochen in Amt und Würden sind, kann man sagen, dass da durchaus Unterschiede zu sehen sind.

Während unter dem abtrünnigen Sportvorstand und dem mit Fehlern abgegangenen ehemaligen Trainer zuletzt deutlich mehr auf erfahrene Spieler gesetzt wurde, beispielhaft seien hier nur die Transfers von Ilsanker, Dost und darauf folgend Jovic genannt, setzen Markus Krösche und Oliver Glasner einen deutlichen Schwerpunkt bei den jungen Spielern.

Wenn man sich den derzeitigen Kader der SGE ansieht, sind 13 Spieler 21 Jahre und jünger, weitere 8 Spieler 22 bis 25 Jahre alt. Und lediglich fünf (!) Spieler sind 30 und älter. Da kann man schon von einer Trendwende sprechen. Die Eintracht scheint wirklich Ernst damit zu machen, den Spuren des BVB folgen zu wollen, ganz junge Spieler zu holen und diese zu entwickeln. Mustergültig kann man diese Entwicklung an Evan N’Dicka (21) aufzeigen, 2018 aus der zweiten französischen Liga geholt, bestritt er seitdem 95 Pflichtspiele (72 Liga, 17 EL und 6 DFB-Pokal) für die Eintracht und gilt als der wahrscheinlich nächste höchst lukrative Transfer.

Wenn man eine Elf aufstellen würde, die nur aus für die U21 noch spielberechtigten Akteuren bestehen sollte, könnte diese so aussehen:

Ramaj – N’Dicka, Irorere, Tuta, Otto – Hyriläinen, Zalazar – Blanco, Lindström, Pecar – Akman

Schon beeindruckend, wie ich finde.

Und wenn man sich dann anschaut, was noch an Transfers in der Pipeline sein soll, sowohl bei den Zu- als auch bei den Abgängen, scheint da ein wirklicher Plan dahinter zu stecken. Zumal die gerüchteten Thuram und Hauge durchaus Potential haben, den Stammspielern zumindest Druck zu machen. Etwas, was man in der Vergangenheit nicht immer voraussetzen konnte.

Zumal sich dann vermutlich auch auf der Abgangsseite noch einiges tun wird. Und das nicht nur bei den gerüchteten Zalazar, Stendera und Joveljic. Wie sagte der Trainer am Samstag nach dem Spiel, angesprochen auf die Wechselabsichten von Zalazar:

„Wir achten dann darauf, was das Beste für den Klub, aber auch das Beste für den Spieler ist. Bei Dejan war es auch so. Wenn wir analysieren und gemeinsam zum Schluss kommen, dass ein Spieler nicht die Einsatzminuten bekommt, die er verdient hätte und vielleicht auch für seine Entwicklung braucht, dann versuchen wir Lösungen zu finden. So ist es auch bei Rodrigo.“

Oliver Glasner

Diese Aussage kann man natürlich auch auf erfahrenere Spieler anwenden, es steht zu vermuten, dass sich Paciencia, Zuber und eventuell auch Ilsanker nach neuen Ufern umsehen werden, wenn sich die oben genannten Transfers materialisieren.

Kurz: Es bleibt spannend. Und zwar nicht nur personell, sondern auch darin, wer sich vom Eintracht-Kindergarten kurzfristig durchsetzt.

Titelbild: Imago Images