#OMSGE – Himmel und Hölle

von UliStein

Im zweiten Spiel in der Champions-League holt die Mannschaft von Eintracht Frankfurt verdient aber auch mit dem nötigen Glück einen Auswärtssieg bei Olympique Marseille. Ein Tor von Jesper Lindström reicht der Eintracht um mit drei Punkten aus Frankreich wieder nach Hause zu kommen.

Soweit so gut. Allerdings sind die Begleitumstände so ziemlich das Übelste, was ich in über vierzig Jahren Fußballfan sein gesehen habe. Und zwar von beiden Seiten. Pyrotechnik satt, Straßenschlachten, Angriffe auf die Busse mit denen die Eintracht-Fans transportiert wurden, Jagdszenen vom Feinsten.

Liebe UEFA, wenn ihr uns (verständlicherweise) zu einem Geisterspiel verurteilen wollt, nehmt einfach das Rückspiel. Solche Szenen, die sich vorhersehbarer Weise dann in Frankfurt wiederholen würden, braucht kein Mensch. Niemand.

Ich hab gar keine Lust mehr, noch irgendwas zu schreiben. Doch. Eins noch. Findet diese Idioten und gebt ihnen lebenslanges Stadionverbot und alles, was die Justiz zu dem Thema hergibt. Sachdienliche Hinweise bitte an Eintracht Frankfurt oder jede Polizeidienststelle.

das ist abartig ekelhaft und hat in unserer kurve nichts zu suchen. die gehören raus gezogen & für immer verbannt. da muss ganz klare kante gezeigt werden!! #sge #omsge https://t.co/oCFLM2BNF5

— Lisa. (@lisaar0o) September 13, 2022

Titelbild: Nicolas Tucat/AFP via Getty Images

3 Gedanken zu „#OMSGE – Himmel und Hölle“

  1. Ich bin noch immer in Marseille und mir fehlen die Worte. Das war KRIEG. Ich hatte auf Einladung die besten Plätze im Stadion. Im UEFA Champions Club. Und doch wurde ich in der Halbzeit von einem Dutzend Halbstarken auf der Haupttribüne zurechtgerückt, weil ich beim 1:0 aufgestanden bin und applaudiert habe. Das hat dazu geführt, dass ich mich nach dem Spiel umgezogen habe, um denen nicht vor dem Stadion in die Hände zu fallen. Dankenswerterweise hat uns ein Franzose aus dem Stadion geführt und zu sich mit nach Hause genommen. Dort waren wir erstmal sicher und er konnte uns in Ruhe ein Taxi rufen. Apropos Taxi. Der Taxifahrer hat uns zum Stadion gefahren und wir sollten mitten in der OM Crowd aussteigen. Das war drei Stunden vor dem Spiel und gefühlt war es wie drei Sylvester gleichzeitig. Das war dort schon Straßenkampf, ohne das jemand von unseren Jungs da war. Anmerkung: Das entschuldigt in keiner Weise, dass Feuerwerkskörper 🧨 in andere Blöcke geschossen werden. Jedoch war abzusehen, was passieren würde. Und da stellt sich die Frage nach Verantwortlichkeiten und Sicherheitskonzepten. Die waren nämlich nur Bruchstückhaft zu erkennen

  2. Dirk Ludwig:
    Und da stellt sich die Frage nach Verantwortlichkeiten und Sicherheitskonzepten.

    Mit einer gewissen Portion Sarkasmus könnte man jetzt fragen, was der normale Fan eigentlich von einem Veranstalter erwartet, der nicht mal seine bestzahlenden Sponsoren und Besucher schützen kann.

    Für mich steckt da ein grundlegende Problem dahinter. Die UEFA scheint sich nur um den Ticketverkauf und den Verkauf der Werbeflächen zu kümmern, alles andere dürfen die vor Ort ausführenden Veranstalter, seien es Stadionbetreiber wie in Helsinki oder Vereine wie in Sevilla dann nach Gutdünken umsetzen oder auch nicht. Das funktioniert dann halt mal vollkommen reibungslos wie in Helsinki, mal gibt es dann halt nix zu trinken und mal gibt es dann wegen Randale halt mal ein paar mehr oder weniger schwer verletzte wegen massiver Ausschreitungen.

  3. UliStein,

    Ergänzend dazu: ja, Hauptsache das Geld stimmt. Da ist dann beispielsweise der Rechteinhaber DAZN in Deutschland, der mittlerweile horrendes (!) Geld nimmt dafür, dass er keinerlei Vorberichte, Halbzeitberichte, Nachberichte liefert. In „bis zu 720p“ liefert das ich mich auf meinen 55″-TV fragte, ob ich eine Brille brauche, so verwaschen wie das aussah.

    Der die Fernsehbilder, so meine These, direkt von der UEFA übernimmt – gut hieran: die ganze Feuerwerksarie bekam keine Plattform. Aber sie bekam eben auch keine Berichterstattung, weil offenbar aus einem Studio in Deutschland vertont wurde und nichts und niemand vor Ort war, der hätte journalistisch nachverfolgen können. Die gefühlte Hälfte aller Aussagen der Kommentatoren war übrigens: wir übertragen auch noch dies und das. Selbst sportlich war das flach. Keine Aufklärung was in Marseille passierte. Keine Versuche. Nicht einmal die Möglichkeit dazu!

    Ja, Uli, genau deshalb bin ich bei dir: die UEFA hat ihr Geld. Die Vereine damit am Ende ja auch. Und das war es dann eben auch mit den großen Taten. Und wenn so ein großer Clusterfuck passiert wie gestern, dann muss das doch wen interessieren.

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