Quo vadis, #SGE? – Money, money, money

von SGE_Papa

Finanzen? Dafür haben wir unseren Fachmann, den SGE_Papa. Danke Frank für deinen Gastbeitrag heute!

So sang schon ABBA 1976 als ihr Hit veröffentlicht wurde. Im Jahr zuvor hatte die Eintracht den DFB Pokal gewonnen. Das waren noch Zeiten. Als es gefühlt nur um den Fussball ging. Damals auf dem Platz Namen wie Kunter, Neuberger, Trinklein, Beverungen (Grüße Axel), Nickel und eben das Dreigestirn der Eintracht-Tradition Hölzenbein, Körbel, Grabowski. Damals noch im ehrwürdigen Waldstadion, dass sich dem Vorwurf des Luxus nie auszusetzen hatte. Sicher nicht.

Aber Heute gilt eben Money, Money, Money. Das beste Beispiel geht hatten wir ja gerade. Von Gier getriebene Inszenierung in der Wüste, die auf nichts Rücksicht nimmt, außer auf die eigene Einnahmeseite. Ein FIFA-Clown, der sich nicht verblödet sich zur Marionette des Theaters zu machen. Das ist es wohl, wohin der Fußball steuert. Ist zumindest zu befürchten. Mal sehen wie es auf europäischer Ebene in 2 Jahren aussieht, wo auch in Frankfurt der Ball rollen wird. Aber so schließe ich mal den Bogen zum eigentlichen Thema, die Zahlen der Eintracht. Auch hier setzt sich eben doch immer mehr Money, Money, Money durch. Oder zumindest manifestiert sich eine immer größere Abhängigkeit für Dinge wie zum Erfolg verdammt zu sein. Heute in der Arena, die gerne den Namen großer Geldhäuser trägt, weit entfernt davon als Sozialverband zu gelten.

Wie aufgeblasen der Fußball mittlerweile ist und doch gleichzeitig fragil, hat uns Corona deutlich vor Augen geführt. Eine Schneise deutlich über EUR 70 Mio. hat es geschlagen in unsere Erträge und das Eigenkapital. Aus den Verkäufen der Büffelherde war schon noch der eine oder andere Notgroschen in der Schatulle, durch die Pandemie und den Zuschauerausschluss komplett verpufft. Weg! Gone, Gone, Gone! Beim Umsatz ging es nach Rekordjahren in 2020 drastisch bergab, unter anderem durch das fehlende Publikum. Das konnte in 2021 wieder gesteigert werden, hier schlugen vor allem die TV Rechte zu Buche. Stutzig machte mich da die Aussage auf der Mitgliederversammlung, dass auch die Champions League und der Gewinn des Europacups nicht ausreichen die ganzen Einschläge aufzufangen. Puh, ja was denn dann? Auch der Transfermarkt schaltete 2020 einen deutlichen Gang zurück, was in 2021 leicht aufgeholt wurde. Und nicht erst seit Krösche von dem Getränkekonstrukt zu uns kam, sollen die Transfererlöse aus der Entwicklung junger Talente ein wichtiger Bestandteil der Einnahmenseite werden. Versteht mich nicht falsch, er macht ganz offensichtlich einen guten Job, darauf scheinen wir aber auch angewiesen. Auf der Mitgliederversammlung wurde bereits begonnen Weichen zu stellen. Wurde schon mehr oder weniger deutlich darauf hingewiesen, dass man Aktien wird verkaufen müssen, um die Verluste weiter zu kompensieren und handlungsfähig zu sein. Das hat nicht allen geschmeckt und der Eilantrag vom Super Sebb, den ich gerne unterstützt habe, sollte aufzeigen, dass man nicht gewillt ist, völlig freie Hand zu lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das Ergebnis insgesamt wieder stabilisiert und es eben nicht zum Äußersten kommt, dass wir zu viele Anteile werden veräußern müssen. Das Bekenntnis zu 50+1 muss Bestand haben. Natürlich stimmt die Aussage, dass man die Anteile in guten Zeiten verkaufen muss, um das maximal Möglich zu erzielen, aber bitte mit Augenmaß. Angekündigt ist eine regionale Lösung, was auch immer das heißt. Klar ist, dass die die Zahlen 2022 von mir mit Spannung erwartet werden. Hat die praktische Auslastung an Spieltagen entsprechend positive Wirkung? Wie wirken sich die Zahlen des Europacup-Triumphes und der Champions League denn nun wirklich aus?

Eines noch, bei Umsätzen von knapp EUR 204 Millionen (!) wurden für den Frauenfußball TEUR 728 ausgegeben. Im Ernst? Das kann die Eintracht doch sicher besser. Scheinbar geht es da noch nicht so sehr um Money, Money, Money…

5 Gedanken zu „Quo vadis, #SGE? – Money, money, money“

  1. Meine Frage / Idee, warum nicht die Fans beteiligen, statt nach „externen Geldgebern“ zu suchen. Gründung einer Beteiligungsgesellschaft im Stile einer Genossenschaft, bei der sich Fans auch mit Beträgen an 50,00€ beteiligen können. Bei 50.000 Teilhabern a 100,00€….dürfte der ein oder andere Transfer /Vertragsverlängerung machbar sein. Dividende in Form von Gutscheinen für den Fanshop….etc. Steuer uns sonstiges was ich nicht berücksichtigt habe, überlasse ich gerne den Fachleuten.

  2. Ich frage mich ja nur, wie denn andere Vereine, wie beispielsweise Köln und Gladbach das überleben , die ja beide europäisch fast keine Einnahmen verzeichnen konnten! Von Stuttgart, Augsburg etc. ganz zu schweigen

  3. Ich denke Augsburg ist in einer deutlich kleineren Liga unterwegs. Günstigerer Kader, weniger Erfolgsprämien etc

Kommentare sind geschlossen.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner