#BVBSGE – Zahn gezogen

von korken

Der Zahn wurde gezogen. Mal wieder. 3:2 in Dortmund verloren. Was so knapp klingt war irgendwie über weite Strecken doch verdient und ein Stück weit mit Ansage.

Die Startaufstellung überrasche mit mehreren Punkten, das für mich diese Saison mehrfach als gemeinsam dysfunktional zu beschreibende Abwehr-Trio Koch, Theate und Amenda durfte gemeinsam ran, Dahoud, der seit dem späten Winter nicht mehr spielte oder gar im Kader war in der Startelf, gemeinsam mit Skhiri, puh, mühsam. Knauff, einer der Dreh- und Angelpunkte der letzten Wochen für mich, dafür beispielsweise nur auf der Bank. Nun, Mut machte das nicht. Aber Mut machen, damit ist es bei mir diese Saison ohnehin schwierig. Die Gründe kennt ihr.

Das Spiel begann sehr sehr überraschend und mir entfuhr ein “Huch!” als eben der überraschende Dahoud an 5…6 Dortmundern vorbeidribbelte, Uzun zupasste, der nicht unsehenswert einen 0,03xG-Schuss im Dortmunder Kasten versenkte. Gerade so 2. Spielminute, Auswärtsführung. Was das?, dachte ich mir nur.

Was folgte war doch ansehnlicher Fußball, sagen wir für ca. 15 bis 20 Minuten. Dann übernahm mehr und mehr der BVB das Ruder, hatte Chancen, und zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kam eben der Ausgleich zum 1:1, Paar-und-40.-Minute, Guirassy. Dem Koch auf den Füßen stand und der es trotzdem schaffte, den Ball nach einem tollen Spielzug zu versenken. Warum man da nicht als Kapitän-Koch dem Guirassy sprichwörtlich in die Waden beißt um das Tor zu verhindern ist mir ein Rätsel. Und dann kam der uns allen so bekannte Eintrachtmoment, Gegentor, zusammenbruch, Konzentrationsloch, 8 Mann im Strafraum, alle versagen, 1:2 quasi mit dem Pausenpfiff.

Dortmund kam in der 2. Hälfte zum 3:1 und später dann irgendwie schaffte es Burkardt nach seiner Einwechslung noch, das 3:2 zu erzielen, zu spät, mehr wäre schlicht auch unverdient gewesen. Nette Freunde zu Besuch gestern sagten: “mir kommt es so vor als würde die Eintracht am Anfang einfach Fußball spielen, dann irgendwann anfangen über Traineranweisungen nachzudenken und dann knallt es.” – interessante These, Danke, “Schwester S”.

Ihr merkt es. Ich habe genau so viel Motivation, mich irgendwie über das Spiel, den Trainer oder die Eintracht auszulassen wie die Mannschaft Motivation oder Kampfgeist mitbringt um mich anzuzünden. Ungefähr genau: Null.

Wenn dann heute Mittag Freiburg in Hamburg gewinnen sollte sind wir sicher nur noch 8. in der Tabelle, gewinnt dann Mainz noch heute am frühen Abend, dann können wir sogar nächste Woche nach der quasi vorgeplanten Heimniederlage gegen den VfB die Saison als grauer 10. abschließen. Vielen Dank dafür, liebe Diva.

Wie gesagt, Zahn gezogen. Es ist bei mir definitiv Zeit fürs Sommerloch und ich wünsche mir für nächsten Samstag wenigstens schönes Wetter, damit man vor dem Spiel auf die Konstablerwache kann und danach vielleicht noch in irgendeinem Biergarten wenigstens noch eins tun kann: mit netten Eintrachtfans einfach mal anstoßen und sprechen. Das bleibt. Auch wenn es sportlich mal nicht so läuft.

(Titelbild: Leon Kügeler/Getty Images)

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