Eins vorweg. Man hat der Mannschaft der glorreichen SGE von der ersten Sekunde an angemerkt, dass alle Akteure unbedingt den Bock umstoßen und sich für das blamable 0:6 der Vorwoche rehabilitieren wollten. Auch wenn es auch gestern Abend wieder diesen Moment in Minute eins gab, dass ein gegnerischer Spieler frei vor dem Eintracht-Tor zum Abschluss kommen konnte. Dieses Mal war Noah Atubolu zum Glück Endstation.
Bereits in der ersten Hälfte zeigte sich, dass die Eintracht auf ihrem Weg der Wiedergutmachung durchaus Fortschritte macht, wobei man am Anfang vielen Akteuren noch eine gewisse Unsicherheit anmerken konnte, da wurde nicht das letzte Risiko gesucht, man spielte eher nochmal etwas zurückhaltend. Zudem hatte Adi Hütter mit Götze für Aseko einen zusätzlichen ballsicheren Spieler gebracht, der das Mittelfeld mit stabilisierte.
Insgesamt funktionierte auch die Viererkette deutlich besser, ein wieder auf dem Weg der Besserung befindlicher Robin Koch zeigte vor allem in der defensive einige sehr starke Szenen, Lilian Brassier war in der Defensive kompromisslos, zeigte diverse schöne Bälle im Spielaufbau und war bei Standards immer vorne dabei. Aber die Außen. Die Außenverteidiger fielen deutlich ab. Kosugi war zwar stets bemüht und bienenfleißig, er stellt aber nach wie vor ein deutliches Downgrade gegenüber der letzten Saison dar. Und Collins? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum Koch letzte Woche schon nach 45 Minuten ausgewechselt wurde und der bemitleidenswerte Nnamdi Collins gestern über 70 Minuten spielen musste. Er steht unfassbar neben seinen Schuhen.
Das Mittelfeld insgesamt war deutlich verbessert, ich fand Doan kämpferisch sehr stark, Götze sorgte lange für die gewünschte Stabilität, Chaibi rechtfertigte seine Aufstellung mit einigen gelungenen Offensivaktionen. Einzig Onyedika zeigte wieder, dass da noch deutlich Luft nach oben ist.
Verbessert wurde das ganze nochmal, als mit Aseko für Götze und Knauff für Collins deutlich mehr Tempo und Dynamik auf den Platz kam. Alleine die Torvorbereitung von Aseko im Doppelpass mit Ebnoutalib war eine Augenweide und den Eintritt wert. Überhaupt. Ebnoutalib. Starkes Spiel des jungen Stürmers, immer anspielbar, mit hundertprozentigem Einsatz und schließlich mit dem Tor belohnt. Kollege Burkardt war da gestern eher unauffällig unterwegs. Ich kann mich zumindest an keine nennenswerte Offensivaktion von ihm erinnern.
Insgesamt war das vor allem in Hälfte zwei ein starker Auftritt gegen Kölner, die, vor allem als sie nach der Pause unter Druck kamen, glaubten, mehr und mehr zu unfairen Mitteln greifen zu müssen. Insgesamt 18 Fouls gegenüber 9 der Frankfurter sprechen da eine deutliche Sprache.
Als Resümee bleibt, der Patient steigt in die Genesungsphase ein. Kommende Woche droht nochmal ein Rückschlag gegen den BVB, aber man weiß ja nie. Diva eben.
Titelbild: Alex Grimm/Getty Images