Markus Krösche hat um sofortige Freistellung gebeten und der Aufsichtsrat hat dem zugestimmt. So lautet die Meldung, die die Presseabteilung der glorreichen SGE gestern gegen 18:30 Uhr bekannt gegeben hat.
Bleiben wir doch erstmal bei den Tatsachen. Unter der Ägide von Markus Krösche hat die Eintracht eine der erfolgreichsten Perioden ever abgeliefert. Die Europa-League war sein Werk, er hat es geschafft, die Eintracht zu neuen Ufern zu bringen. Wenn mir vor zehn Jahren, als wir alle zitternd auf den Nürnberger Tribünen saßen, jemand gesagt hätte, die Frankfurter gewinnen noch einmal einen Europapokal, ich hätte ihn gefragt, was er konsumiert und ihn um eine Kostprobe gebeten.
Mit den Sportvorständen Bobic und Krösche ist die Eintracht in eine neue Ebene vorgedrungen. Das ist ein Fakt. Aber es gab halt in den letzten 24 Monate auch eher negative Effekte. Es gab diesen sensationellen Erfolg, als die Eintracht Dritter wurde und dann passierte? Genau. Zu wenig. Wenn man in der Champions-League Erfolg haben will, muss man nicht nur in die Breite, nein, man muss auch in die Spitze investieren. Die Mannschaft, die letzte Saison antrat, war nicht in der Lage, in den höchsten Gefilden mitzuhalten.
Und da kommen wir meiner Meinung nach an den Punkt, an dem Markus Krösche gescheitert ist. Die Mannschaft hätte ein mehr an Erfahrung gebraucht. Man hat versucht, es ihr zuzuführen, aber der Track-Record bei erfahrenen Spielern ist überschaubar. Götze. Ok. Und sonst? Viele erfahrene Spieler, wie beispielsweise Tuta wurden abgegeben, einige wie Skhiri funktionierten nicht. Was bleibt? Man hat mit zu wenig Einsatz die Chance, sich in den obersten Gefilden festzusetzen, verschenkt.
Was bleibt, ist, dass wir ohne Markus Krösche viele der europäischen Momente nicht erlebt hätten. Mein persönliches Highlight bleibt in Helsinki gegen Real Madrid. Nur manchmal ist eine Geschichte auserzählt und die Beteiligten müssen über eine schiedliche, friedliche Trennung nachdenken. Das scheint hier gelungen zu sein.
Danke, Markus Krösche, für deinen Einsatz.
Titelbild: Alex Grimm/Getty Images