Zeit für frische Identifikationsfiguren – Namen lernen für die neue Saison

Einiges ist heuer über Identifikationsfiguren berichtet worden. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, gehen diese der Eintracht langsam aus. Es wird gerne geklagt. Nicht so bei den Teufelskerlen der MAINTRACHT – denn MAINTRACHT denkt weiter, MAINTRACHT denkt an uns Fans und möchte unbedingt verhindern, dass wir am 12. August in Siegen siegen und kein Mensch weiß, wer denn jetzt gewonnen hat.

11 neue Freunde hat die Eintracht bis jetzt unter Vertrag genommen. 11 Fußballer haben sich entschieden, nicht nur wegen der tollen Skyline und der phantastischen Fans nach Frankfurt zu kommen. Sicherlich spielten auch die leichte hessische Cuisine und der bekömmliche Abbel eine Rolle.
Einige Jungspunde sind mit dabei, die wie zunächst wahrscheinlich nicht im Flutlicht werden bewundern können. Andere wiederum werden uns sehr sicher nach Europa schießen und wir sind schon jetzt aufgeregt aus dem Häuschen.

Von hinten nach vorne – wohin auch sonst:

Jan Zimmermann – Torwächter. Als Ergänzung verpflichtet. Rückkehrer. Dreisilbiger Name, lässt sich bei der Aufstellung sehr gut brüllen. Aber selbst der nur einsilbige Vorname macht den Ruf der Komplettnamens sperrig.
Ordentliche, zeitlose Frisur.

Danny da Costa – Halbjungspund aus Leverkusen. Chandler-Backup. Ebenso dreisilbig plus zweisilbigem Vornamen. Lässt sich beides gut rufen: Also eine gute Verpflichtung, zumal wir bei Levs eine ordentliche Quote haben.
Wenn ich mir die Bilder im Netzt ansehe: Hairstyle – experimentierfreudig um modischen Zeitgeist bemüht. Da muss Meister Ochs noch mal ran.

Noel Knothe – 18-jähriger Bub aus unserer U19. Innenverteidiger. Was wäre das für eine Freude, wenn der durchstarten würde. Wie sonst ja im Grunde genommen alle. Zweisilbige Namen sind stadiongeeignet, keine Frage. Ich allerdings fremdel mit diesem seltsamen Vornamen. Noel. Naja. Heinz oder Manfred Knothe wäre perfekt gewesen. Was will man machen?
Ein Undercut wie Donnerhall. Ich bin atemlos begeistert.

Carlos Salcedo – ein Mexikaner aus Italien. Wer denkt das nicht an den großen Marco Rossi? Den Italiener aus Mexiko. Oder war es Brasilien? Carlos für mich der Idealname für einen Abwehrmann. Wenn die Schulter wieder hergestellt ist, wird er mutmaßlich in der Start-11 innenverteidigen. Salcedo wird von der geschulten hessischen Zunge höchstwahrscheinlich zu Salgeddo veredelt. Die Welt im Wandel. CARLOS SALGEDDO – kann man schon mal übern.
Sachliche Dienstleistungsfrisur. Scheint mir eine mexikanische Tendenz zu sein. Dann rutscht der Sombrero auch nicht.

Gelson Fernandes – Mitteldeldmotor, Altinternationaler der Schweiz. Fer-nan-des mit zackigen drei Silben. Allerdings: Gelson, Gelcon – wahrscheinlich aber Dschelsn. Eher struppig. Egal, Problem des Stadionsprechers.
Um den Begriff “Glatze” ausdrücklich zu vermeiden nennen wir es convenience low-cut. Als selbst betroffener habe ich schon meine Identifikationsfigur.

Jonathan de Guzmán – der nächste Mittelfeldmotor. Der nächste Altinternationale. Diesmal: Holland. Gibts ja auch noch. Problem hier: Was machen wir mit dem mittigen “z”? Sprechen wir das tatsächlich als hartes “z” oder integrieren wirs in ein flinkes “s” – wobei jetzt der lustige Schrägstrich auf dem “a” irritiert. Macht der das Ding lang oder kurz oder wird am End’ sogar ein “ä” draus? Ich denke, es wird Gussmann werden und fertig.
Frisur: Wir haben Dutzende Scouts auf der Lohnliste und keiner denkt daran, einen solch phantasielosen Haarschnitt – ja ich verwende den Begriff Haarschnitt – zu vermeiden?

Daichini Kamada – Yes. Japanischer Instinktfußballer fürs Mittelfeld und der Name für Fernostverhältnisee beinahe lächerlich einfach zu merken und brüllen (Eselsbrücke: Kanada – toll, was?). Ka-Ma-Da. Herrlich. Vorname egal.
Japan Einheitshaarschnitt. Bei denen hat’s wahrscheinlich nur ein Schnittmuster oder die haben so einen Schneiderobotter. Mein Tipp: Deutsche Frisöre – geht nach Japan und werdet reich reich reich. 

Renat Dadashov – endlich. Der erste Angreifer. Eigene Jugend und alleine schon deswegen für 30 Tore gut. Osteuropanamen finde zumindest ich immer recht schwer. Liegt vielleicht an den hessischen Genen. Wir mögens zumindest sprachlich einfach. Deswegen: Da-Da-Schoff.
Sehr gradliniger, sehr einfacher Schnitt. Mag ich. Bewundernswerter Haaransatz: Da wäre eine fulminante Rock’n’Roll Frisur möglich.

Nelson Mandela Mbouhom – Bessere Vornamen sind schlichtweg nicht möglich. Unabhängig von der Brüllbarkeit. So einfach ist das. Mbouhom allerdings scheint mir selbst hessisch vereinfacht völlig unmöglich. Aber hey: Nelson Mandela. Der nächste Durchstarter aus unserer Jugend.
Unauffällige aber sehr ordentliche und trotzdem elegante Frisur.

Luka Jović – junger Kerl aus Serbien. Macht körperlich einen sehr stämmigen Eindruck. Und das mit 19. Der nächste Toregarant. Jowitsch. Einfach. Übersichtlich. Schnelle zu lernen. Sehr gut. Und Luka heißen sie ja heute alle.
Als erstes aber zu Meister Ochs zur Styleberatung. Typische Osteuropa nicht-Frisur. So nicht!

Sébastien Haller – der hallt. 40 Tore. Da lege ich mich fest. Haller. Leicht zu merken, recht leicht zu rufen. Kleine Stolperfalle in der Mitte durch die zwei “lls”. Kann man aber hinbekommen. Vorname trotz dämlichem kleinem Schrägstrich und Rechtschreibfehler einfach Sebastian und fertig.
Sehr zweckmäßige pflegeleichte kurze Haare. Praktisch im Sturm.

So Leute. Das ist echt nicht schwer. Druckt Euch die Liste aus und übt 1x am Tag nur fünf Minuten vor dem Spiegel. Fangt leise an und steigert dann die Forte. Ab der dritten Trainingswoche am besten von einem der Staff die Vornamen ansagen lassen und erst mit, dann ohne Hilfe der Liste die Nachnamen skandieren. Achtet bitte von Anfang an auf saubere Aussprache und versucht ein Gefühl für das Timing der Silben zu bekommen.

Dann – und nur dann – sehen wir uns in Europa.

12 Kommentare

  1. Puuuh, Hausaufgaben in den Sommerferien. Und bei der Saisoneröffnung wird vorher am GD abgefragt, oder was?

  2. Da war doch heute der Holger dran – das ist alles ganz ganz aufwändig aufeinander abgestimmt. Echt jetzt.

  3. In meiner Welt sind lange Harre – und damit Zöpchen – nur Südamerikanischen (besonders Argentiniern) erlaubt. Punkt!
    Satan würde ich trotzdem nehmen.

  4. Hammer, hier wird bilateral gearbeitet, voll krass.

    Gratulation btw. für euren Blog, wünsche gutes Gelingen.

Kommentare sind geschlossen.