#SGES04 – Die Rakete fliegt und fliegt

Die Serie der ungeschlagenen Spiele läuft. Neun. 9 Spiele. Stand jetzt. Und jetzt gehen wir in die Länderspielpause, zumindest die Fans und ein ganzer Teil der Spieler.

Die Anreise am gestrigen Sonntag war in der S-Bahn von, wie ich fand, durchaus verhaltener, sogar teilweise mieser Stimmung unter den Eintracht-Fans geprägt. Viele Schalker waren unterwegs, da hatte schon niemand Lust. Und dann war es doch genau so ein Spiel (übrigens so ähnlich wie vor Wochenfrist gegen den VfB Stuttgart!), bei dem alle, aber auch wirklich alle Vorzeichen auf negativ standen.

Das Diva-Gefühl, dass die Erfolgsserie irgendwann reißen wird. Schalke, die ja in den letzten Spielen im Aufwind waren. Schalke an sich, ist eben Schalke und nicht Kleinkleckersdorf. Mir ist da egal, wo die gerade in der Tabelle stehen (Uli-Hoeneß-Style!).

Das Spiel begann, nach knapp 12 Sekunden hatte ich durchaus kurz Angst, weil Schalke gleich mal zeigte, dass sie zumindest wollen. Dann kam die Eintracht und schnürte Schalke hinten richtig ein. Die mauerten aber tapfer und wahrlich gut mit einem massiven 5-2-3-1, was es unserem “magischen Dreieck” vorne schwer machte, sich überhaupt zu entfalten. Die Außenverteidiger da Costa und Kostic waren gleichauf zugestellt, sodass es wirklich mühsam war, Torchancen zu generieren.

Die erste Halbzeit also ging quasi in eine Richtung, so richtig zwingend war es aber nicht. Geschenkt, mit einem 0:0 hätte ich gut nach Hause gehen können nach dem Spiel.

Dann kam Hälfte 2. Es änderte sich wenig, zugegeben. Bis sie dann eben doch da war, die Lücke, die Jovic zu nutzen wusste. 1:0. Und uns allen war klar: jetzt müssen die Schalker kommen – und uns damit Räume schenken. Rebic, Innenpfosten, Ball raus. Boah. Jovic, 2:0 und Haller nach einer Stocherorgie zum 3:0. Am Ende verdient, auch in der Höhe. Weil Schalke eben genau eine Torchance hatte, die an die Querlatte ging und das 2:1 bedeutet hätte. Mehr war nicht, mehr kam nicht.

Und, Hut ab vor den Schalkern, trotz der 3:0-Niederlage war das Spiel von ihnen – trotz Chancenarmut – irgendwie das Stärkste, was ich im Waldstadion diese Saison so zu sehen bekam bei unseren Gegnern. Ich möchte das nicht beschreien, aber sie hatten durchaus eine Idee, das System Hütter defensiv auszuhebeln. Und manchmal, ja, manchmal, da haben ihnen Zentimeter gefehlt um einen gefährlichen Konter zu Ende zu führen. Aber Hasebe, Abraham und Ndicka, die haben einfach ihren Job gemacht.

Was soll jetzt einfach noch kommen, frage ich mich? Habt ihr die Szene, irgendwann zwischen Minute 20 und 30 gesehen, als da Costa quer über den Platz fegte um eine Schalker Flanke noch vor der Seitenauslinie zu retten? Er bekam ihn nicht rechtzeitig. Stand dann aber bereits zu dieser Zeit kurz pumpend mit dem Ball in der Hand und genoss 2 Sekunden Pause. Ich fand, man sah da genau, dass das Team nach den kurzen Spielpausen der letzten Wochen durchaus müde ist, ausgelaugt.

Und trotzdem, trotz des hohen Pensums, bringen die Jungs 90 Minuten sowas auf den Platz. Energie. Willen. Effektivität. Da passt so vieles gerade, von der Mannschaft bis zu Adi Hütter, vom Scouting bis zum Management. Es ist eine schöne Zeit.

Liebe Eintracht, du schaffst mich. Diese Saison positiv. Bis jetzt. Bitte bleib so. Lass die Rakete weiterfliegen.