#BSCSGE – hoher Preis?

Eigentlich war die Welt der Eintracht in Ordnung nach dem erfolgreich gestalteten Auftritt in Berlin. Drei Punkte, die mit einer überzeugenden Mannschaftsleistung in fast schon souveräner Manier mit an den Main geholt wurden. Der einzige (scheinbar verschmerzbare) Makel war die frühe Auswechslung von Filip Kostic, der nach einem Zusammenprall mit dem Berliner Abwehrspieler Torunarigha mit Problemen am Knie den Platz verlassen hatte. Da kam jedoch relativ schnell eine erste Entwarnung, es sei nichts mit den Bändern, eher harmlos.

Bis dann gestern um kurz nach elf sich die Eintracht über Twitter meldete und die Nachricht von der doch schwereren Verletzung von Filip Kostic bekanntgab. Teilanriss des Innenbandes. Nach dem, was mir Fachleute sagten, heißt das vier bis sechs Wochen Ausfallzeit, je nach Heilungsverlauf. Hüstel.

Jetzt muss man zunächst aber mal eins festhalten: die Mannschaft hat am Freitag in Berlin den Sieg auch ohne Kostic nach Hause gebracht, was erstmal dafür spricht, dass die Mannschaft in der Lage ist, diesen Ausfall zu kompensieren. Dass dazu natürlich beigetragen hat, dass Bruno Labbadia seine Truppe auf Kostic hin eingestellt hatte, er immer vom rechten Verteidiger der Viererkette und entweder einem defensiven Mittelfeldspieler oder einem Innenverteidiger gedoppelt werden sollte, muss man hier auch erwähnen. Denn damit war die komplette Statik des Berliner Spiels verschoben und Touré hatte auf rechst richtig schön viel Platz, den er auch zu nutzen wusste. MIt Beginn der zweiten Hälfte hatte Labbadia das dann korrigiert, und prompt kamen seine Spieler besser im Match an.

Und jetzt? In den nächsten Wochen gibt es in der Bundesliga zwei Länderspielpausen, trotzdem könnte Filip Kostic im schlechtesten Falle zwei Monate fehlen. Damit würde er die Spiele gegen Hoffenheim (H), Köln (A), Bayern (A), Werder (H), Stuttgart (A) und Leipzig (H) verpassen. Natürlich hätte es wie immer viel schlimmer kommen können, aber wie überstehen wir die Zeit bis zu seiner Rückkehr?

Einerseits hat die Mannschaft gegen die Berliner bereits einen guten Hinweis gegeben, indem sich die Verantwortung wieder auf mehrere Schultern verteilt hat. War es in den letzten Monaten noch so, dass es häufig so aussah, als ob die Spieler den Ball zu Kostic gaben nach dem Motto, dem fällt schon was ein, wurden nun auch neue Wege gesucht, die Seiten wurden häufiger gewechselt, es kam in meinen Augen eine deutlich höhere Variabilität ins Spiel, die den Berlinern vor allem in der ersten Hälfte wirklich Schwierigkeiten bereitet hat.

Eigentlich kann es auch nur so gehen, denn kein einzelner Spieler der Eintracht ist derzeit in der Lage, Kostic 1:1 zu ersetzen. Wobei Steven Zuber wirklich keinen schlechten Job gemacht hat; er hat die Position in meinen Augen etwas defensiver definiert, aber dafür, dass er da ins kalte Wasser springen musste, hat er einen guten Job gemacht.

Andererseits stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob man im aktuellen Transferfenster noch reagieren muss bzw. kann. Klar, wenn man einen Spieler finden würde, der jetzt sofort als Ersatz einspringen könnte und auch die Fähigkeiten hätte, Kostic auf längere Sicht zu ersetzen, Sinn würde das schon machen. Aber kann man so jemand finden? Mit unseren (angeblich sehr) beschränkten Mitteln? Eher nicht so wahrscheinlich. Ganz ehrlich, der einzige, der mir einfallen würde wäre der Hack vom FCN, aber da sind sicher auch andere Bundesligisten dran…

Ansonsten bliebt mir nur noch, darauf hinzuweisen, dass sich die Eintracht auch am Ende des zweiten Spieltags immer noch in den Champions-League-Rängen befindet. Wenn das kein guter Start in die Woche ist…