#WOBSGE – Silberstreif

Freitagabend, Flutlicht, Eintracht-Zeit. Was haben wir schon für tolle Spiele gesehen, die oft von der tollen Atmosphäre profitiert haben. Aber halt. Stop. Es wird ja wieder ein leeres Stadion sein, ein Stadion, in dem man jede Anweisung, jedes Wort und leider auch jeden Fluch versteht. Also vergessen wir das mit der besonderen Atmosphäre.

Reden wir über die Ausgangslage. Wolfsburg noch ungeschlagen, vier Siege und sechs Unentschieden. Die Eintracht hat nur gegen den Serienmeister verloren, ansonsten zwei Siege und (bekanntermaßen) sieben Unentschieden. Kurz: ziemlich ok gegen geht so. Oder: der Trend ist nicht der Freund der Eintracht. Während die 7-Spiele-Statistik der Eintracht derzeit mit 0,9 Punkten eher bescheiden ist wie Korken hier dargestellt hat, bringen die Radkappen einen Wert von 2,1 pro Spiel an den Start. Nichtsdestotrotz, wenn die Jungs von der SGE noch die Kurve hin zum Saisonziel Europapokal bekommen wollen, dann sollte heute Abend ein Dreier her.

Und dafür sehe ich wirklich Chancen. Sie müssen nur die Leistung aus der ersten Hälfte gegen Dortmund mal über die gesamte Spielzeit auf den Platz bekommen. Und wenn sie es dann noch schaffen, den Gegner überwiegend in seiner Hälfte zu beschäftigen, dann ist sicher etwas drin. Sagt zumindest der erfahrene Erdbeerpflücker Patrick Ochs hier, und der muss es schließlich wissen. (Achtung, Ironie!).

Und die Umstellungen der letzten beiden Spiele geben ja wirklich Hoffnung. Bis auf die ersten zwanzig Minuten gegen Union und die Druckphase des BVB stand die Deckung mit Abraham, Hinteregger und N’Dicka solide; das spielerisch starke Mittelfeld mit Rode, Sow, Kamada und Barkok war schon druckvoller als gewohnt, zumindest bis zur Auswechslung von Rode wegen Gefahr eines Platzverweises. Kostic und Durm spielten giftig und defensiv sehr stark über außen, wobei der gute Filip sicher noch ein paar Tage braucht um zu alter Gefährlichkeit zu gelangen. Und wenn jetzt noch Silva einen guten Tag erwischt ist alles möglich. Oder sollte man es gegen die Wolfsburger Abwehrkanten doch mal mit Dost als zentralem Wandspieler probieren? Könnte ein probates Mittel sein.

Nachdem ich diesen Abschnitt geschrieben hatte, lauschte ich der Spieltagspressekonferenz von Adi Hütter. Danach scheint klar, man wird mit Dost beginnen, Silva wird wohl – auf Grund seiner muskulären Probleme – wohl maximal auf der Bank sitzen seis drum.

Generell habe ich die Hoffnung, dass die zweite Hälfte der Hinrunde die bessere werden könnte, analog zu den guten und schlechten Halbzeiten… Denn neben den oben genannten Spielern sind da ja auch noch Spieler wie Younes, Tuta, da Costa, Hrustic und andere, die mit den Hufen scharren und ihren Platz (zurück) erkämpfen wollen.

Eigentlich alles nicht schlecht, jetzt muss das nur noch klappen mit der Lieferung. Denn immerhin spricht ja auch noch die Tatsache für die Eintracht, dass der letzte Heimsieg der Wolfsburger gegen die Jungs von der SGE aus dem Jahre 2016 datiert. Seitdem wurde zweimal gewonnen und einmal die Punkte geteilt. Ich tippe dann mal auf ein 2:1 für die Eintracht heute Abend.