#SGE – Tottenham als Beispiel

Markus Krösche ist seit dem 01. Juli 2021 Sportvorstand bei der glorreichen SGE und steht nun vor seiner ersten dicken Bewährungsprobe. Einer Probe, die in meinen Augen durchaus das Zeug haben kann, seine Zeit hier in Frankfurt zu bestimmen. Besteht er sie, wird der Respekt steigen und er hat die Chance, eine neue Ära zu gestalten. Verliert er die Machtprobe, kann es sein, dass seine Zeit hier schneller unter einem unglücklichen Vorzeichen steht, als er es sich hat träumen lassen.

Was ist passiert? Am vergangenen Freitag hat Filip Kostic das Training geschwänzt und darüber hinaus mitteilen lassen, dass er die Reise zum Auswärtsspiel nach Bielefeld nicht mitmachen werde. Ziel: einen Transfer wohl zu Lazio Rom zu erzwingen. Und das wahrscheinlich zu Konditionen, die ihm und seinem Manager gefallen. Geringe Ablöse, hohes Handgeld, hohes Gehalt, hohe Provision. So halt.

Ein derartiges Verhalten hat man im bezahlten Fußball in den letzten Jahren sehr oft gesehen, sei es Dembélé, der sich seinen Weg aus Dortmund nach Barcelona erstreikt hat, ein gewisser Hakan Calhanoglu, der so erst den Wechsel vom HSV zu Bayer Leverkusen und später dann den von Bayer zu Milan erzwang. Oder sei es Filip Kostic selbst, der sich 2018 weigerte, zum Auswärtsspiel des damals frisch abgestiegenen HSV zum SV Sandhausen mitzufahren. Er konnte, bei einem damaligen Marktwert von 22 Millionen für eine kolportierte jährliche Leihgebühr von einer Million Euro für zwei Jahre und eine garantierte Ablöse von sechs Millionen zur Eintracht wechseln. Diese Konditionen wurden ihm von der schwachen Führung des HSV, namentlich Düdü Beiersdorfer, zugestanden. Dass die Eintracht noch eine Million Leihgebühr sparte, weil der chronisch klamme HSV die sechs Millionen schon nach einem Jahr brauchte ist dabei nur eine Petitesse am Rande.

Es getht um etwas anderes, und hier komme ich wieder auf Markus Krösche zurück. Es geht um Führung. Und es geht um Haltung. Eine Haltung, die die Eintracht meiner Meinung nach an den Tag legen muss. Eine Haltung, die Daniel Levy, Boss des englischen Erstligisten Tottenham Hotspurs, immer wieder an den Tag legt. Nicht nur, dass er als harter Verhandler verschrien ist, nein er sagt auch, wenn ihr meine Forderungen nicht erfüllt, bleibt der Spieler hier. Zuletzt zu besichtigen in der Auseinandersetzung um Harry Kane, den Stürmerstar der Spurs. Dem Vernehmen nach hat er über 100 Millionen Pfund ausgeschlagen, weil ihm das nicht genug erschien. Und was passiert? Der Spieler ist geblieben. Und er spurt. Und er liefert.

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Und hier schließt sich der Kreis mit der SGE. Wenn Kostic und sein Berater, der liebe Fali Ramadani, der übrigens in den letzten Jahren neben Kostic schon an den Transfers von Rebic, Jovic, Severovic und Hrustic verdienen durfte, einen Verein bringen, der die Mindestforderung der Eintracht erfüllt, ok. Anderenfalls bleibt er halt hier, der gute Filip. Ist Mitglied des Kaders und kann sich im Training anbieten wie jeder andere Spieler.

Manchmal sind Dinge ganz einfach.

Wie auch die übrigen Dinge ganz einfach zu werden scheinen. Zuber geht wohl nach Athen, Younes geht wohl wahrscheinlich nicht. Kamada wird nach England gerüchtet, Kolo Muani für 3,5 Millionen nach Frankfurt. Und Jakic kommt wohl für die Position auf der Sechs.

Wir werden sehen.

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