#WOBSGE – Und wieder Minimalisten

Nach Fenerbahce ist vor Wolfsburg. Aus den Höhen des Europageschäfts runter in die Ebene der Liga. Nach einer Spitzenmannschaft aus der Türkei nun der derzeitige Spitzenreiter der Liga aus einer Stadt in der Nähe von Fallersleben. Aber eins ist identisch: Sowohl Fenerbahce SK als auch der VfL Wolfsburg sind Minimalisten. Und während die Mannschaft rund um Mesut Özil mit 6:1 Toren in der Liga zehn Punkte aus vier Spielen geholt hat, schafften die grün-weißen aus Niedersachsen sogar die optimale Ausbeute von 12 Punkten.

Und da muss die Eintracht am Sonntag antreten. Die Eintracht, die, um es vorsichtig zu formulieren, bisher einen ausbaufähigen Saisonstart hingelegt hat. Drei Punkte aus vier Spielen sind einfach zu wenig. Vor allem bei dem vergleichsweise einfachen Startprogramm. Und genau dieser eher misslungene Saisonstart bringt Mannschaft und Trainerteam jetzt unter Druck. Denn wenn aus den nächsten vier bis fünf Spielen nicht mindestens sechs, besser noch neun Punkte geholt werden, dann droht ein Stammplatz im Kellergeschoss bis zur Winterpause.

Eigentlich müsste die Spielweise der Radkappen der Eintracht ja entgegenkommen. Man spielt mit Pressing, aber auch mit viel Ballbesitz (durchschnittlich fast 60% in den ersten vier Spielen). Da könnten die schnellen Spieler der SGE durchaus Nadelstiche setzen. Allerdings ist die Mannschaft aus der Autostadt passsicher und ziemlich eingespielt. Leider im vollkommenen Gegensatz zur Eintracht-Truppe.

Zumal noch die Möglichkeit besteht, dass am Sonntag neben dem bereits gegen Fenerbahce schmerzlich vermissten Lenz auch noch Hinteregger ausfällt, den wohl Probleme mit der Schulter plagen. Glasner wollte noch das Abschlusstraining abwarten, klang aber eher nicht sehr optimistisch. Würde wieder eine neue Abwehrkette bedeuten. Durm würde dann wohl links bleiben, daneben als Abwehrchef N’Dicka, rechts innen mit Tuta oder doch Ilsanker? Und dann rechts draußen. Unsere Trauerspielposition. Durm machte das defensiv ganz solide, mit null Impulsen nach vorn. Danny da Costa empfand ich persönlich am Donnerstag als Totalausfall, Glasner hat ihn in der PK für seine guten Zweikampfwerte gelobt. Ich vermute trotzdem, wenn Touré so weit sein sollte wird er spielen.

Davor dann mein neues Lieblingsdoppel, Jakic und Sow. Junge, Junge, was kann der Kristijan Jakic wegputzen. Da ist der Eintracht mal ein richtig starker Fang gelungen. Zusammen mit dem eher offensiv orientierten Djibril Sow mit Sicherheit eins der stärkeren Tandems der Liga. Und diese neue Zentrale funktioniert. Auch und gerade zusammen mit Kamada. Für Außen heißt es zwei aus vier, links Kostic oder Lindström, rechts Hauge oder Borré. Und ganz vorn Sam Lammers.

Und dann wird es Zeit, Zeit mal wieder für eine kleine bis mittlere Überraschung zu sorgen. Drei Punkte wären schön, ein Unentschieden aber auch kein Beinbruch. Wir dürfen gespannt sein.

(Titelbild: Imago Images)