#WOBSGE -Schon Glücklich

Lasst uns ehrlich sein, Freunde der SGE und des gepflegten Fußballsports, das war ein glücklicher Punkt, den die Mannschaft der Eintracht da aus Wolfsburg mitgebracht hat. Wer nach 5 zu 14 Torschüssen, 40 zu 60% Ballbesitz, vier zu sieben Ecken und einer Quote der gewonnenen Zweikämpfe von 43% für die Eintracht ein 1:1 im Köfferchen hat, der hatte schon Massel.

Andererseits muss man aber auch wieder konstatieren, man sieht immer mehr, wie die Rädchen ineinander greifen bei der runderneuerten Truppe. Alleine dieses Führungstor, zum Zunge schnalzen. Schöner öffnender Pass von Kamada, Durm schickt Kostic lang und der legt quer für Lammers. Und der macht zum zweiten Mal hintereinander das, was ein Stürmer machen muss. Allerdings wurde das ganze vor allem in der zweiten Hälfte mehr und mehr zu einer einseitigen Angelegenheit, weil auf Seiten der Eintracht eine immer größere Passivität Einzug hielt. Wie schon nach dem Führungstor gegen Stuttgart wirkte die SGE wie das Kaninchen vor der Schlange.

Und die Schlange, sie biss dann erwartungsgemäß zu. In Form von Weghorst, aber egal wer es war, die Truppe vom Main hat dieses Gegentor durch ihre abwartende Haltung zumindest befördert. Schwamm drüber. Nach einer englischen Woche mit zwei Tagen weniger Erholungszeit als der Gegner dem bisher viermal siegreichen (ehemaligen) Tabellenführer einen Punkt abzujagen ist vom Ergebnis her absolut ok, und wäre wahrscheinlich vor dem Spiel von den meisten Anhängern der glorreichen SGE bedenkenlos unterschrieben worden.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die der Trainer und die Mannschaft dringend verbessern müssen. Aber dafür hat der Trainer jetzt ja zum ersten Mal den kompletten, endgültigen Kader für eine ganze Trainingswoche zusammen. Das gibt doch Hoffnung.

Apropos Hoffnung, einen Spieler möchte ich nochmal separat ansprechen, Danny da Costa. Wir alle wissen, was er zu leisten im Stande ist, haben das in der Sensationssaison mit 40 Spielen in Reihe alle verfolgen dürfen. Sein Absturz danach war einer der schlimmsten, den ich je bei einem Fußballer der SGE mitverfolgen musste. Und ich bekenne, ich habe mich gewundert, warum er nicht in Mainz geblieben ist. Jetzt ist er aber hier und zeigte gestern für mich deutlich aufsteigende Tendenz. Sicher, da ist immer noch viel Stückwerk dabei, aber wie schrieb der Eintracht-Laie in unserem Spielchat?

Danny da Costa war keine völlige Katastrophe, ich verstehe wieso er ihn spielen lässt. Wir brauchen auf rechts eine Lösung, Transferfenster ist zu, ergo muss einer der vorhandenen in die Reihe gebracht werden.

Eintracht-Laie gestern über Signal

Auf den Punkt, wie ich meine.

Ansonsten bleibt mir nur, die saubere Abwehrleistung hervorzuheben. Der lädierte Hinteregger und der solide N’Dicka haben da wirklich ziemlich alles weggeputzt, was auf sie zu kam. Und das im Zusammenspiel mit einem gestern mehr als soliden Evan N’Dicka, der für mich immer mehr zum Herz des Defensivspiels wird. Dass sie dabei von einer defensiv insgesamt sehr diszipliniert agierenden Mannschaft unterstützt wurden, muss hier fast nicht erwähnt werden, oder? Wenn jetzt noch die Offensive so weiterentwickelt wird, dass aus einzelnen Nadelstichen eine konzentrierte, effektive Leistung wird, dann ist mir auch um die nächsten Spiele, sei es gegen Köln, in Antwerpen und sogar gegen den Serienmeister aus Bayern nicht bange.

Aber ich bin ja immer optimistisch.

(Titelbild: Imago Images)