#SGEWOB – Stay out of the Box!

Stay out of the Box! So hätte man das Spiel unserer Eintracht umschreiben können. Tat man auch, in persona Oliver Glasner, Trainer, Übungsleiter. Und er sagte genau das, was eigentlich jedem vor den angeschlossenen TV-Geräten, vor Radiogeräten oder im Stadion selbst auch aufgefallen sein durfte.

Das Spiel lief von Anfang bis Ende mehr als manierlich. Zwischen den Strafräumen. Es ging flott hin und her, die Pässe stimmten, die Bewegungen. Aber wehe, der Ball kam in den eigenen 16er in der Rückwärtsbewegung, da knisterte es sofort. Und wehe, de Ball kam in den fremden 16er in der Vorwärtsbewegung. Nein, ich traue mich nicht, abzuschließen. Hilfe, nimm du den Ball. Noch ein Pässchen, noch ein Häckchen, noch ein eins, zwei…. fuck, Ball weg.

Gescheitert sind wir aus meiner Sicht durchaus an mehreren Dingen. Erstens: an Hinteregger. Das ist absolut kein Vorwurf, remember the Lammers, auch wenn man die beiden Jungs nicht vergleichen kann. Hinti hat gezeigt was er kann, durchhängen tut man immer. Aber jetzt? Er hat die beiden Böcke der Gegentore verursacht (wobei das 2. am Ende schon egal war), der Elfmeter brachte die Eintracht irgendwie aus dem Konzept. Aber wie ihn schützen? Wie? Ihn rausnehmen? Für seinen Kopf nicht gut. Ihn spielen lassen? Für seinen Kopf und die Ergebnisse nicht gut. Ihn vielleicht auf eine andere Position bringen (Systemwechsel? Dazu mehr noch diese Woche, da haben wir so ein paar Gedanken)?

Eigentlich hat Glasner viel richtig gemacht. Wolfburgs Defensive mit großen und breiten Koffern kannst du nicht mit hohen Bällen überwinden. Alle Flanken, Ecken, die kamen flach. Blöd ist, dass Wolfsburg eben in der Rückwärtsbewegung sofort auf eine 5er-Kette mit 3 defensiven davor umstellte und einfach alles zumauerte, was sie hinten zu bieten hatten. Und leider zeigten sie auch trotz aller Statistiken (die Eintracht war überall überlegen: Pässe, Laufstrecke, ….), dass sie schnell umschalten und umdenken können.

Dann hast du den Fall Kostic. Filip Kostic, nicht fit, später eingewechselt, brachte so quasi gar keine Impulse. Warum? Unser Spiel lief meist über rechts, überraschenderweise. Lenz war auf links durchaus mehr mit Defensive beschäftigt, was er aber gut machte. Und wurde dann eben ersetzt, durch Kostic. Der kaum Bälle bekam und wenn, dann eben hohe Flanken kamen, die gegen das Wolfsburger Bollwerk erfolglos blieben bzw. bleiben mussten.

Und vorne? Kamada stand, offenbar auch nicht richtig fit, zwar seinen Mann, aber da war Luft nach oben. Ich hätte mir hier mit Blick auf die Vorwoche vielleicht mehr Mut gewünscht und einen Start mit Hrustic, das fällt aber in die Kategorie „nachher bist du immer schlauer“.

Und was machen wir jetzt? Naja, es sind immer noch nur 3 Punkte auf die Champions League (klingt vermessen, aber ich will damit nur sagen, dass man, wenn das Ruder rumgerissen wird, es schnell umkehren kann in der Tabelle!). Und wie gesagt, ich habe das Gefühl, wir kommen um eine Systemumstellung nicht rum. Mehr dazu diese Woche noch. Und in diese Woche starten wir jetzt. Mit gemischten Gefühlen.

(Titelbild: Getty Images)