Ein einträchtliches Zwischenspiel

Jedes Jahr hat einen Frühling, bei manchen ist der früher, bei manchen später, das hängt von der Position ab, auf der man so auf diesem Ballon Erde wohnt. Der Frühling, ein einträchtliches Zwischenspiel, bei uns ist er eher früher im Jahr, also theoretisch irgendwann ab März. Und wir stecken gerade mittendrin in diesem Frühling.

Jeden Frühling passiert gefühlt bei unserer Diva genau das Gleiche: im einen oder anderen Wettbewerb stehen wir ganz gut da, in anderen haben wir kläglich versagt oder die Luft ist raus. Dieses Jahr: fantastic EuropaLeague, shit fucking DFB-Pokal und mittelmäßige Bundesliga.

Und genau in diesem Frühling, da beginnen doch Blumen und Bäume auszutreiben und zu blühen. Es wird die Basis gelegt für eine Zukunft in einem farbenfrohen, bunten Zwischenspiel. Das alte Fußballjahr ist zwar noch nicht ganz zuende, aber man schaut eben doch einmal nach vorne.

Für mich durchaus überraschend und ungewohnt war ja unsere SGE schon sehr aktiv auf dem Transfermarkt mit Blick auf den Sommer. Und sie kommuniziert auch klar, bereits seit einigen Wochen, wessen Verträge aus Gründen nicht mehr verlängert werden. Auch dürfte klar sein, dass aufgrund der finanziellen (und auch der Corona-Stadien-sind-leer-Episode) Situation durchaus auch Tafelsilber veräußert werden muss. N’Dicka, Kostic zum Beispiel. Heute tauchte da auch noch Hinteregger auf.

Ich möchte mich darüber gar nicht aufregen. Wer eins und eins zusammenzählen kann, der weiß, dass so etwas passieren kann. Und bevor man kein Geld verdient (bei manchen Namen), wenn die Verträge auslaufen, dann muss man eben jetzt ran.

Aber so untypisch ist doch alles gar nicht. Die liebe Presse macht das doch jedes Jahr. Hey, in der Liga geht es um nichts mehr. Was genau soll also die Presse berichten oder zerreißen, wenn es am Ende gegen Hoffenheim am Samstag nur 1:1 steht? Wen sollen sie beschimpfen? Es interessiert schlicht nicht mehr. Auch wenn es für die Diva vom Main natürlich wichtig und gut wäre, Hoffenheim den Europacup zu versauen und noch positive Energie für die Europa League zu tanken.

Und deshalb gebe ich mit Blick auf die West Ham-Wochen genau eins: keinen Pfifferling auf zusätzliche Presseunruhen. Die können mich mal. Im Moment heißt es erst einmal: das Halbfinale genießen. Als einträchtliches Zwischenspiel. Vor dem Finale in Sevilla.

(Titelbild: Getty Images)