#M05SGE – mit Systemwechsel und Uzun zum ersten Dreier

von UliStein

Die Überzeugung ist zurück. Diesen Satz könnte man genauso gut als Überschrift für den Spielbericht zum samstäglichen Aufeinandertreffen der Nachbarn Mainz 05 und der Eintracht aus Frankfurt wählen. Denn was sich da im pickepacke vollen Mainzer Stadion abgespielt hat, zeigt, was es ausmacht, einen erfahrenen Trainer an der Seite zu haben.

Wie man schon im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Spiel zwischen den Zeilen lesen konnte, wechselte Adi Hütter das System und mottete die Viererkette (vorerst?) ein. Mit Brassier, Koch und Maluze waren drei Innenverteidiger auf dem Platz, die ihren Job wirklich erstklassig machten. Vor allem fiel neben dem jungen und extrem engagierten Maluze und dem extrem sicheren Brassier auf, wie viel sicherer Robin Koch als Abwehrchef wirkte und mit welcher Klasse er immer wieder dazwischen fegte.

Hinter den dreien stand die (hoffentlich) neue Konstante im Frankfurter Tor, Noah Atubolu, der nicht nur mit seinem (sechsten in Reihe!) gehaltenen Elfmeter sondern mit seinem ganzen Spiel und auch mit seiner ganzen Ausstrahlung der Defensive nochmal neue Sicherheit gegeben hat. Das defensive Mittelfeld bildeten überraschender Weise Aseko und Onyedika. Ich fand den Debutanten deutlich auffälliger, aber wenn Du nur ein Gegentor in den Schlussminuten kassierst, hat die Defensive gegen diese durchaus stark besetzte Mainzer Offensive einfach einen guten Job gemacht.

Die Schienen waren im neuen System von Adi Hütter mit den beiden Youngstern Elias Baum und Keita Kosugi besetzt, die beide nicht wirklich abfielen, aber schon noch Luft nach oben haben. Vorn wirbelten Uzun und Doan auf der Doppelzehn und machten reichlich Alarm in der Offensive. Burkardt komplettierte die Aufstellung und stellte mit seinem Solo und dem anschließenden sehr klugen Pass auf den Torschützen sehr früh die Richtung des Spiels klar.

Für mich gab es gestern eigentlich nach der ersten Hälfte, nachdem erst Atubolu den Elfer entschärft hatte und quasi im Gegenzug Burkardt auf Vorlage von Maluze den Vorsprung auf ein beruhigendes 2:0 gestellt hatte, keinen Zweifel mehr, dass das diesmal klappen wird mit dem ersten Saisonsieg. Dass die Mainzer in Hälfte zwei mehr machen mussten und das auch versuchten, war sicher allen klar. Mit dem entscheidenden 3:0 machte der überragende Uzun den Deckel drauf nach einer traumhaften Vorlage von Mario Götze. Das Gegentor war leider ein Schönheitsfehler, eine weiße Weste wäre verdient gewesen.

Was fällt auf? Die Mannschaft wirkte von der ersten Sekunde an vertraut in dem System, sie trat viel sicherer und überzeugter auf. Nicht nur Koch und Uzun, eigentlich alle Spieler schienen das System und ihre Rollen darin zu mögen und strotzen vor Spielfreude. Klar, wenn der Elfer reingeht und man mit einem Unentschieden in die Pause gegangen wäre, hätte es anders laufen können. Ist es aber nicht.

Ich denke Adi Hütter wird das System erstmal beibehalten und damit könnte das Spiel kommende Woche gegen Freiburg eine spannende Angelegenheit werden, zumal die uns in der Vergangenheit lagen. Vier Siege und vier Unentschieden aus den letzten acht Spielen sind eine Ansage.

Wir sehen uns im Stadion!

Titelbild: Neil Baynes/Getty Images

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