#SGEKOE – Und wieder mit Zitronen gehandelt

von UliStein

Zitronen wachsen im südlichen Europa, auch in der Gegend, aus der der derzeitige Trainer der Frankfurter Eintracht, Albert Riera, stammt. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass der sprachgewandte Mallorquiner die Formulierung vom Handel mit Zitronen, die ein schlechtes Geschäft beschreiben soll, nicht kennt. Leider trug er gestern mit einigen Aktionen dazu bei, dass die Handelsbilanz der Frankfurter Eintracht erneut um zwei verschenkte Punkte bereichert wurde.

Die Heimmannschaft spielte ganz ansehnlich, sicherlich nicht überragend, und schaffte es in Minute 66 mit einer schönen Kombination von Chaibi und Burkardt in Führung zu gehen. Dann brachte Riera Götze für Doan. Kalimuendo traf zum 2:0 nach Vorarbeit von Burkardt und Amaimouni. Und quasi direkt nach Wiederanstoß verlor Götze den Ball, der keine dreißig Sekunden später, von Kaminski geschossen und von Larsson abgefälscht, hinter Zetterer einschlug.

Kurze Zeit später brachte der Trainer dann Skhiri für Larsson und Ebnoutalib für Burkardt. Kurz nach seiner Einwechslung spielte Skhiri einen extrem schlechten Pass auf Götze, der den Ball dann verlor, den die Kölner dann über mehrere Stationen im Frankfurter Tor unter brachten. Und hätte nicht Zetterer eine Minute vor dem Ausgleich noch einen Schuss von El-Mala entschärft, hätte man ganz ohne Punkte dagestanden.

Gefühlt habe ich seltener ein schlechteres in-game-coaching gesehen als gestern. Die Einwechslungen von Götze und Skhiri haben jegliches Tempo aus dem Mittelfeld genommen; dass die beiden auch noch mit ihren individuellen Fehlleistungen maßgeblichen Anteil an den Gegentoren hatten, ist da leider dann die Kirsche auf der Torte. Natürlich brachten die eingewechselten Amaimouni und Chaibi für Knauff und Höjlund Belebung, aber hätte man nicht besser Höjlund drin gelassen und Doan für Chaibi ausgewechselt?

So wurden zum wiederholten Male, wie schon gegen Union, St. Pauli und Mainz, sehr gut mögliche Punkte verschenkt, mit denen man jetzt einen Punkt hinter Leverkusen stünde.

Ich frage mich wirklich immer mehr, passt dieser Trainer zu dieser Mannschaft? Versteht sie ihn? Und warum redet nicht mal jemand mit Albert Riera und schlägt ihm vor, die Spieler mal auf ihren angestammten, besten Positionen einzusetzen. Beispielsweise Doan ist auf einer zentralen Position offensichtlich keine Hilfe und scheint auch nicht unbedingt mehr motiviert zu sein, startet aber immer noch mit schöner Regelmäßigkeit.

Mich beschleichen immer mehr Erinnerungen an die Periode unter Thomas Schaaf, als die Mannschaft und der Trainer offensichtlich auch keine gemeinsame Sprache fanden und viel Porzellan zerschlagen wurde bevor man in der folgenden Saison dann sogar durch die Relegation musste.

Hoffen wir mal, dass dieses Mal die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Titelbild: Neil Baynes/Getty Images

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