Weniger als zwei Minuten langten am gestrigen Sonntag, um das Gebäude Profimannschaft der Frankfurter Eintracht zum Einsturz zu bringen. Nach einer über weiteste Strecken souverän gestalteten ersten Hälfte, nach der man dann halt auf Grund der beschissenen Chancenverwertung nur mit 1:0 führte, kassierte man quasi direkt mit Wiederanpfiff den Ausgleich und nur Sekunden später schon das letztlich entscheidende 1:2.
Was da ab Minute 46 auf dem Rasen des Frankfurter Waldstadions zu sehen war, war schon gespenstisch. Da versuchte sich eine Mannschaft daran zu erinnern, womit man in der ersten Hälfte Erfolg hatte, man versuchte, ein Spiel wieder in den Griff zu kriegen. Aber man scheiterte wieder einmal daran, dass es in dieser Mannschaft keinen gibt, der die Führung übernimmt. Abwehrchef Robin Koch hat in solchen schwierigen Phasen augenscheinlich mehr mit sich selber zu tun, Jonny Burkardt ist scheinbar noch kein Führungsspieler und Mario Götze wird wohl nie einer werden.
Noch dazu hatte man das Gefühl, dass das zweite Gegentor der Mannschaft mental den Stecker gezogen hatte, auch weil wieder einmal ein klarer Torwartfehler diesem vorausging. So frei nach dem Motto, es ist egal, wen du bei uns ins Tor stellst, der patzt doch auch. Ich hoffe, ich irre mich, aber die Mannschaft scheint mehr mit mentalen als physischen Fragen beschäftigt zu sein. Ich hoffe, das Trainerteam findet einen Weg.
Nach so einem Desaster ist es müßig, jetzt auf einzelne Spieler einzugehen, zumal man in der ersten Halbzeit ja gesehen hat, dass die Mannschaft es fußballerisch sehr wohl drauf hat, auch einen unangenehmen Gegner wie den FCA an die Wand zu spielen. Nur mehr Tore hätte man halt machen müssen.
Vor der Saison hieß es ja vom Trainerteam und der sportliche Leitung, man wolle und müsse den Kader verkleinern, um ihn der reduzierten Anzahl an Spielen anzupassen und die Arbeit zu erleichtern. Gestern hat man gesehen, dass es ganz eindeutig an einer Alternative in der Offensive fehlte, die man so um die 65. bis 70. Minute hätte bringen können, um dem Spiel eine neue Richtung zu geben. Und da stelle ich mir jemand erfahrenes vor, keinen Malik Pimpong, der mit seinen 18 Jahren selbst Führung braucht.
Was muss die Mannschaft lernen? Resilienz und Effektivität. Wie viel Zeit hat die Mannschaft dazu? Keine. Am Samstag geht es nach Mainz. Dorthin, wo die Frankfurter Eintracht immerhin eins von 18 Ligaspielen gewinnen konnte.
Titelbild: Alex Grimm/Getty Images
Ich möchte mir nicht vorstellen, was hier jetzt los wäre, hätte Kaua Santos in den ersten zwei Spielen im Tor gestanden. Der Untergang des Vaterlands wäre ausgerufen worden. Zum Glück, saß der liebe Kerl auf der Bank.
Meine Analyse: Wenn wir am Anfang Pressing spielen, läuft es richtig gut. Dann sind wir deutlich überlegen und spielen einen tollen Ball. Was in dem Moment fehlt, ist die totale Effizienz vor der Kiste, wie sie zum Beispiel ein Luka Jovic hatte. In der zweiten Halbzeit lässt dann bei uns die Kraft nach, weil wir nicht über 90 Minuten hoch anlaufen können. Und dann bricht unser ganzes Spiel auseinander und unsere Defensive wird wie eine Schülermannschaft zerlegt.
Was könnte Abhilfe schaffen? Mehr Kondition, um länger pressen zu können. Oder vielleicht mal die ersten 10 bis 20 Minuten das Spiel entwickeln lassen, ohne zu pressen und dann erst Vollgas bis zur Halbzeit. In der Halbzeit regenerieren und dann bis zur 60/70 Minute das Spiel mit hohem Pressing entscheiden.
Aber hey, wer bin ich. Für sowas gibt es ja zum Glück Analysten und Trainer.
Dirk Ludwig[Zitat] [Antwort]