Der dritte Sieg aus den letzten vier Pflichtspielen zeigt, dass die Eintracht nach einem ruckeligen Saisonstart mit nur zwei Siegen aus den ersten sechs Pflichtspielen dann doch Fahrt aufgenommen hat um die Saison erfolgreich zu gestalten. Die Maßnahmen des Trainers zeigen den notwendigen Erfolg und die Ansage nach dem Desaster von Leipzig, die Mannschaft werde zukünftig mehr kratzen, beißen und kneifen, wurde mit Leben gefüllt.
Natürlich ist noch nicht alles perfekt, die Mannschaft kämpft noch um ihre Stabilität. Gestern war die Phase nach dem schnellen Ausgleich der Hamburger eine, bei der man Angst haben musste, dass sich alte Muster wieder durchsetzen könnten. Die Phase zwischen Minute 15 und dem Halbzeitpfiff war ein einziges Gewürge, die Eintracht war nicht in der Lage, Linie ins Spiel zu bekommen und dem wirklich schwachen Gegner ihr Spiel aufzuzwingen.
Doch eine Halbzeitansprache des Trainers, gepaart mit personellen und taktischen Umstellungen brachten die Mannschaft wieder auf den richtigen Weg. Und am Ende konnte der HSV froh sein, Frankfurt nur mit drei Gegentoren und ohne gesperrten Spieler verlassen zu können. Denn einerseits ging die glorreiche Eintracht viel zu nachlässig mit ihren Chancen um und andererseits hätte der eingewechselte Rössing-Lelesiit für seinen Tritt gegen Elias Baum zwingend die rote Karte wegen einer Tätlichkeit sehen müssen.
Festhalten muss man, dass sich die Mannschaft derzeit mit der Viererkette wirklich wohlzufühlen scheint und in der Offensive immer mehr Musik drin ist. Chaibi ist seit Wochen in guter Form, scheiterte gestern sehr knapp an seinem ersten Saisontor, hatte aber bei allen wichtigen offensiven Aktionen seine Füße drin und seine Standards werden mehr und mehr zu Waffen. Uzun kommt immer besser ins Rollen, gestern hat er meiner Meinung nach sein bestes Saisonspiel geliefert. Außerdem steht seit gestern mit Niko Ilicevic da auch noch eine zusätzliche Alternative bereit. Und im Sturm? Da kannst Du Ebnoutalib oder Burkardt oder beide aufstellen, einer trifft immer. Mindestens.
Nur Doan macht nach wie vor Sorgen. Es ist lange her, dass er mal seinen Signature-Move gezeigt hat, von rechts nach innen zu ziehen und dann mit links abzuschließen. Er scheibt völlig das Selbstvertrauen verloren zu haben. Hoffen wir mal, dass Adi Hütter die richtigen Worte und Stellschrauben findet, um auch das wieder hinzubekommen.
Ein Sonderlob hat für mich übrigens Elias Baum verdient, der seit Wochen sehr solide und dynamisch unterwegs ist, egal, ob du ihn links oder rechts hinstellst. Seine Entwicklung ist derzeit typisch für die gesamte Defensive, die in den ersten sechs Spielen katastrophale 16 Gegentreffer zuließ, in den letzten vier aber nur noch drei. Auch das ist für mich ein klares Indiz, dass die Arbeit des Trainerteams in die richtige Richtung zeigt.
Als nächstes geht es zum Gastspiel nach Paderborn, dann kommt Hoffenheim nach der nächsten Länderspielpause zu Besuch, bevor es Ende November nach Stuttgart geht. Da sollten fünf bis sechs Punkte drin sein. Mindestens.
Titelbild: Alex Grimm/Getty Images