#SGEHSV – As kitschiest it could ever be

Samstag, 13 Uhr. Ein schon zu Weihnachten vereinbarter Betriebsausflug zur Eintracht – ein Kollege, den wir alle nicht missen wollten, blöderweise Symphatisant des HSV, kündigte – und so beschenkten wir ihn mit einer Eintrittskarte für das heutige Spiel.

Es brachen also 5 Kollegen aus dem Großraum Südhessen in den Frankfurter Stadtwald auf, 3 eingefleischte SGEler, 1 Fan des MSV Duisburg, der zählt ja quasi als Heimfan, und der Kollege aus Hamburg.

Das Wetter spielte mit, sommerlich warm, sonnig, fantastisches Bierwetter.

Das Momentum sei beim HSV, so der Kollege. Man sei ja im Aufwind. Gleichzeitig aber hielt die Angst Einzug: der HSV sei ja wiederum auf dem Weg zur Überheblichkeit, was im Gegenteil dann ja das Momentum für die SGE sei. Hmm. Betretenes Diskussionsschweigen. Beim Einsammeln der Tipps gab es keine eindeutige Tendenz: im Durchschnitt sollte ein 2:2 bei rauskommen, was ja letztlich keinem der beiden Teams weiterhelfen würde.

Also: weiter zum Waldstadion, ein Bierchen hier, ein Bierchen dort, ein Blick auf die Aufstellung: Viererkette hinten mit Salcedo, vorne Boateng wieder da, Haller wieder in vorderster Front und AM14FG auf der Bank. Das klang nicht übel.

So begann also das Spiel, für mich ein Sinnbild der letzten Wochen: niedriges Spielniveau im Mittelfeld, eigentlich keinerlei Torraumszenen geschweige denn Torchancen, Not gegen Elend, so der Tenor, auch in unserem Umfeld in Block 01G.

Ein früher Wechsel, Chandler musste raus, Russ kam rein, ab zur Dreierkette – aber irgendwie machte mir das wenig Sorgen. Später sagte ich noch: wisst ihr, wie wenig mir Russ auffiel? Für einen Innenverteidiger ist das wohl ein ziemliches Kompliment – respektive für die angreifende Mannschaft so etwas wie ein Antikompliment.

Dann kam Ito. Kam, sah, und verlor. War wohl Abseits, möglicherweise knapp, sicherlich aber eine, wenn nicht die spielentscheidende Szene, da kurz darauf Wolf einen genialen Torschuss durch einen Pollersbeck-Tunnel sicher reinhämmerte. Ich bin mir irgendwie ziemlich sicher, wäre das Ito-Tor gezählt worden, dann hätten wir wirklich Hertha 2.0 erlebt und ordentlich auf die Heimmütze bekommen.

So ging es in Halbzeit 2, das Spiel ging so weiter, Elend gegen Not. Aus dem Mittelfeld heraus kam wenig bis nichts. Dann das 1:1, klar Abseits, also Reset und alles auf Anfang, naja, auf 1:0. Mascarell, 2:0, reingehämmert, was ein Ding. Entschieden.

Dann begann das Stadion, lauthals Alex Meier, den Fußballgott der SGE, zu fordern. Zurecht, jeder würde ihn einfach gerne noch einmal sehen. Und man wurde erhört, er kam.

Das Stadion explodierte.

Und 3 Minuten später explodierte mindestens ganz Frankfurt. Alex Meier, Fußballgott, mit einem Traumtor zum 3:0, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Nach 1 Jahr Zwangspause. Respekt.

Kitsch, so kitschig wie es eben sein kann. Und eben eine Geschichte, für genau die der Fußball gemacht ist. Danke Alex. Danke.

Ich für meinen Teil würde mir wünschen, Alex Meier als Joker noch für 1 Jahr zu binden. Werfen kann man ihn, das hat er gezeigt. Obgleich ich glaube, dass es für 90 Minuten in dieser Qualität schlicht nicht mehr reicht.

Mein Mann des Spiels: das wäre Sebastien Haller geworden, weil der derartig unermüdlich ackerte, überall war, Bälle verteilte. Der mir aber auch Leid tat, weil es ihm eben ging wie Alex Meier in seinen besten Zeiten: er musste sich eben auch überall die Bälle selbst holen.

Die letzten Minuten aber sagen klar: Mann des Spiel – Alex Meier Fußballgott!

Noch 2 Spiel, noch 2 Chancen für Europa. Hey, Eintracht, nutzt sie.

Die Fans waren sich einig nach dem Spiel in der S-Bahn, im Bahnhofsviertel, überall. Wir wollen dieses Europa.

Auf jetzt, inEintracht!

2 Gedanken zu „#SGEHSV – As kitschiest it could ever be

  1. 1

    ZITAT:
    “Kitsch, so kitschig wie es eben sein kann. Und eben eine Geschichte, für genau die der Fußball gemacht ist.”
    Und genau dafür liebe ich diesen Laden EF-Fußball(inzwischen)-AG. Ob im Pokal, oder in Europa:
    Wenn nicht wir – wer dann?

  2. 2

    Und was haben nicht alle vorher geunkt, die Diva sei zurück, der HSV werde klar gewinnen, alles Käse. Der Einzige, der zurück war, das war der Meier, Alex.

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