Versprechen

12. April 2018. Seit dem Tag ist nichts mehr wie zuvor im Kosmos der Frankfurter Eintracht und ihrer vielen zehntausend Fans. An diesem Tag wurde bekannt, dass der von den meisten hochgeschätzte Übungsleiter Niko Kovac am selben Morgen einen Anruf aus München bekommen habe und nach kurzer Überlegung natürlich zugesagt habe.

Gestern war dieser Tag genau einen Monat her und die Mannschaft, das Trainerteam, das Team um das Team, der Vorstand und die Fans stehen vor den Trümmern einer Saison, die noch vor einem Monat wie ein großes Versprechen schien. Das Team stand nach dem 1:1 gegen Hoffenheim auf Platz 5, lediglich zwei Punkte hinter dem vierten Leverkusen. Zwischenzeitlich hatte sich die Truppe von Trainer Kovac sogar schon einmal auf einem Champions-League-Platz befunden. Noch dazu hatte man das Pokal-Halbfinale gegen Schalke vor Augen.

Jedoch gab es bereits erste Stimmen, die sagten, Kovac sauge die Mannschaft aus, die Truppe ging in einigen Spielen schon sichtbar auf dem Zahnfleisch. Aber wenn der Trainer, der ja immer sehr auf Werte und solche Dinge abstellte, die Spannung weiter hochhalten würde, wäre ein sicherer Platz an der Tafel Europa schon machbar.

Dann hätte man aber den ganzen Wechsel der Kovacs nach München anders kommunizieren müssen. Denn so ist der Truppe meiner Meinung nach mental das Genick gebrochen worden. Warum soll sich die Mannschaft für einen Trainer zerreißen, der die von ihm so lange propagierten Werte mal eben elegant mit den Füßen getreten hat? Warum zeigen aktuell gerade die Stützen, die bis zu der verhängnisvollen Meldung als die größten Unterstützer von Kovac galten, seitdem unbekannte Schwächen? So wie Boateng und Wolf? Weil Sie nicht mehr wissen, wofür. Und ob sie jetzt 10% mehr oder weniger durch zusätzliche Prämien bekommen, das kann das (mentale) Ruder auch nicht rumreißen.

Und so hat eine schwächelnde Mannschaft, ausgelöst von einem amateurhaft kommunizierenden Trainer, das binnen fast eines Jahres mühevoll aufgebaute Gebäude binnen fünf Wochen fast eingerissen. Wäre die Mannschaft nach der Saison auf Platz fünf oder sechs, die problemlos möglich gewesen wären, eingelaufen, der Trip nach Berlin wäre die Kirsche auf dem Kuchen gewesen. So ist ein Sieg eigentlich nötig, um die Saison noch halbwegs zu retten.

Und um diesen Bayern einen Schlag dahin zu versetzen, wo es richtig wehtut, nachdem sie uns die Saison maßgeblich mit versaut haben. Nicht nur, dass sie durch eine absolut rücksichtslose Kommunikation alle Beteiligten beschissen haben aussehen lassen, nein, dann lässt sich diese Kirmestruppe am letzten Spieltag auch noch 1:4 vom Aufsteiger VfB Stuttgart abschlachten. Ohne wirklich ersichtliche Gegenwehr. Was für ein Willkommensgruß an Kovac.

Aber ein kurzer Blick noch in die Zukunft: Egal, wie dieser 19. Mai in Berlin ausgeht, es wird sehr wichtig sein, zeitnah eine überzeugende Lösung für den Trainerstuhl zu präsentieren, um wieder eine neue Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Fredi Bobic, Bruno Hübner, Ihr seid am Zug.

3 Gedanken zu „Versprechen

  1. 1

    Witzig wäre es ja gewesen, Kovac hätte wie dereinst Horst Hrubesch das KFZ wieder gen Norden gewendet, im Moment der vorzeitigen Verplfichtungsverkündung.
    Interessant wäre es tatsächlich zu erfahren, was Kovac mit den Bayern für ein Tming für die Kommunikation seines Wechsels ausgemacht hat. Da haben sie ihm wahrscheinlich schon das erste mal vor den Koffer geschissen.

  2. 2

    Die Geschichte mit Hrubesch ist immer noch gelogen, egal wie oft sie wiederholt wird.

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