#SGEB04 – Nix Leberwurst!

My lovely Mr. Singingclub. Wer es nicht kennt: übersetzt es einfach wörtlich. Was für ein Freitag Abend. Ich hatte es ja erwähnt, Besuch Nr. 2 für meinen Großen, an einem Flutlichtabend, länger aufbleiben dürfen, im großen Stadion sein. Was für eine Aufregung!

Auf jeden Fall kamen wir überpünktlich und knapp vor der Überfüllung um 18.30 Uhr am Waldparkplatz an. Rein ins Stadion, erstmal eine kindgerechter Portion Partypommes besorgen, dazu, ja, glaubt das ruhig, eine Apfelschorle. Okay, das dürfte wohl dem Zuckergehalt einer Fanta entsprechen, aber dennoch ist es mir irgendwie lieber als das er immer nach Fanta lechzt.

Kind satt, Papa satt, Mama satt, bisschen am Museum plauschen, Kind wollte im Museum die Holzhütte “abreißen”, weil ja beim 1. Stadionbesuch dort ein Fenster offen stand und dahinter eine angegegessene Portion Nudeln mit Tomatensoße rumstand – ich konnte das verhindern.

Also gegen 19.40 Uhr hoch in den Familienblock, weil Filius ja gerne Attila sehen will und auch wieder schauen will, wie sich die Fußballer so warmmachen. Könnte ja sein, dass das so ähnlich ist wie im eigenen Ballsport für Kinder. Der Wunsch war Befehl, also nix wie hoch und pünktlich zum A-Team und Mannschaftswarmmmacheinlaufen auf den Sitzplätzen in Block 13J, Reihe 1. Kind so: boah! Da sitzt ja keiner vor uns! – Ja, ich weiß, deshalb hab ich die gekauft 🙂

Die handfeste Überraschung, die mich zu diesem Zeitpunkt durchaus noch erschreckte: Silva verletzt. Mir schauderte leicht, halte ich Paciencia tief im Inneren einfach für eine halbe Klasse schlechter als Silva. Aber er sollte mich strafen dafür, der Paciencia.

Staunende Kinderaugen analysierten also, was man so im Kinderballsport und im Kindergarten macht und was nicht, beäugten vorbeifliegende landende Flugzeuge und waren hin und weg, als die Teams zum Spielbeginn rausliefen und Atilla recht ordentlich seine Flügel spreizte. Und eben die Kurve so langsam laut wurde und sich eingroovte.

Nun begann also das Spiel. Und ehe ich mich so richtig sortierte kam schon dieser Traumpass von Da Costa in die Mitte, man konnte vom Familienblock und der Ostkurve in Perfektion beobachten wie Paciencia den Turbo zündete, die Schultern breitmacht, sich durchtankte, wie eine Dampflok die letzten Prozente mobilisierte. Für seinen Körper. Und vor allem: für den Kopf. Denn ohne den hätte er wohl niemals so souverän…. WUMMS!… gemacht! 1:0, 4 Minuten, bei allem emotionalem Optimismus, ich hätte das nicht realistisch gedacht.

Und irgendwie war das frühe Tor dann auch der Türöffner. Leverkusen wirkte müde, indisponiert, völlig neben sich – waren die jetzt einfach schlecht oder wir so gut? Ich weiß es nicht. Es ging weiter, stetig über den bärenstarken Kostic, der für mich auf der Notenskala von 1 bis 6 eine glatte 0 verdient hätte. Immer wieder tanzte der seine Tänzchen auf links, Ergebnis: Handelfmeter für die Eintracht in Minute 17 und das Paciencia-abgebrühte-ab in die Falsche Ecke-ätschi-ElfmeterWUMMSchen.

Ich bin ja Eintrachtfan (Überraschung!), beruhigt war ich deshalb noch lange nicht. Weil die Geschichte ja bei einem 2:0 immer mal wieder… und Leverkusen… hüstel. Wenigstens in Halbzeit 1 musste ich hier wenig Angst haben, man hätte ja das 3:0 durchaus machen können, dürfen, nein – müssen.

Egal, so ging es mit einer Leverkusener Chance sehr verdient und die Pause. Und diese eine Chance, die hielt Rönnow – mit einer fantastischen Parade.

Weil ich gestern schrub, was wohl mit Möller ist: das hier. Der Vollständigkeit halber.

Halbzeit 2. Leverkusen hatte das Ding nun deutlich besser im Griff, ich unterstelle aber auch, dass Hütter ein bisschen mehr Ruhe nach hinten verordnet hat. Was hätte weiterrennen wie verrückt geholfen, wenn man dann vielleicht ab Minute 70 zusammengefallen wäre. Ergebnis: wenig bis keine echten Torschüsse mehr für die Eintracht, dafür für Leverkusen – und eine Menge gute bis Glanztaten von Rönnow. Sauber gemacht, froschgebackener Papa! Glückwunsch zum Nachwuchs, von Herzen!

Und wenn eben so ein Spiel zu kippen droht, z. B. mit einem gegebenen Elfmeter, der dann korrekterweise durch den VAR zurückgepfiffen wurde, dann hat man vielleicht auch einfach mal Glück. Bas Dost. Auch er tankte sich durch, im Fallen noch irgendwie den Ball geschubst und Hradecky in Spinnenmanier hing irgendwo irgendwie gefühlt in der Luft und die Kugel kugelte sich unter ihm ins Netz. 3:0. Entscheidung!

Abpfiff. Jubel. 14 Punkte, 8 Spiele. Saustark. Und wenn das der Weg ist, den Hütter gehen will, dann wird mir nach eben Spieltag 8 weniger und weniger Angst und Bange. Denn so langsam sieht man, was er erreichen will auf dem Platz. Und es fruchtet.

Zusammenfassend: wer nochmal bei mir über Rönnow und Dost motzt kommt in meinen Keller. Dort wird derjenige dann hirngewaschen. Für mich war es das beste Spiel der Hinrunde. Und es darf gerne so weitergehen.

Das Wochenende ist schön, ihr da draußen. Genießt es!

Zu guter Letzt: das Titelbild entstand nach Abpfiff. Leverkusen hat verloren – Zunge raus!

Ein Kommentar

  1. Braver Bub!
    Anständige Erziehung.
    Jedoch muß man immer vorsichtig sein, das er später (Schule) nicht in schlechte Gesellschaft gerät und eines Tages sich ein Bazi-Trikot zu Weihnachten wünscht.
    Also immer uffbasse!

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