#SCFSGE – Bitter-Sweet Symphony

Verloren, 1:0 in Freiburg. Bitter. Nach der Niederlage in Lüttich und dem Glanzstück gegen die Bayern bleibt für mich eins: eine gerade mal nur noch durchwachsene Woche. Aber das liegt jetzt nicht nur am Ergebnis.

Das Pferd, der Sprung

Wie UliStein hier regelmäßig anführt, so gab (Vergangenheitsform, bewusst gewählt) es doch die Hoffnung, dass unsere Diva sich so sehr stabilisiert hat, dass sie zuweilen auch einmal als Pferd nur so hoch springt, wie sie denn muss.

Leider drängt sich gerade diese Saison hier eher auf: naja, wir springen so hoch wie wir können, schlimmer noch, so hoch wie wir wollen. Und offenbar gelingt es Stand jetzt nur, hoch zu springen, wenn die Motivation durch Gegnernamen hochgehalten wird.

100 % (oder auch mal gerne 110 %) Leistung nur in mutmaßlichen Topspielen, das reicht nicht. Dann ist man eben, verzeiht mir, 9. bis 11. in der Liga. Und das ärgert mich jetzt noch mehr, so eng war es doch gefühlt noch nie zusammen und es ist mal wieder eine Chance, etwas zu bewegen. Wenn die Köpfe mitspielen.

Der doppelt eingesprungene Gelson

Nach dem Spiel entschuldigte sich Gelson Fernandes u. A. auf Twitter bei Mannschaft und Team für seine Schwächung der Mannschaft, die er zu verantworten habe. Gleichauf relativierte er das mit der Aussage, es sei sein Naturell.

Heißt das jetzt, ich übersetze mal für mich, “Jungs, sorry, weiß ich, aber im Griff habe ich mich nicht”? Das wäre, mit Verlaub, für einen Fußballprofi mit der Erfahrung durchaus eine massive Schwachstelle. Die ich zumindest (noch) nicht auf dem Schirm hatte, könnte aber eine Erklärung sein, warum er so sehr durch die Vereinswelt tingelte und trotz doch guter fußballerischer Ansätze eigentlich nie irgendwo (auch bei einem größeren Verein) sesshaft wurde.

Für mich klingt das definitiv nach einer Position: Nachbesserung nötig, will man hoch hinaus.

Wrestling-David und Bazillen-Christian

Rot für Abraham in der Nachspielzeit, zurecht, nachdem er den Streich ziemlich umgeflext hat. Streich, für mich nicht ganz unschuldig, mutmaßlich mit bösen Worten und doch deutlich zu sehen mit einem kleinen Ausfallschritt in die Laufbahn von Abraham. Kalkül, für mich zumindest.

Mich erinnerte es einst (andersrum gesprochen) an Kyrgiakos mit der “Stand up and fuck you!”-roten Karte für den Gegner. Es mag unsportlich sein zu provozieren, gehört doch aber dazu. Und so abgeklärt im Kopf muss jeder sein, damit das nicht passiert.

Abraham aber ist auch noch Mannschaftskapitän und damit Vorbild in doppelter Hinsicht. Der muss sich im Griff haben. Ich für mich glaube, das passt schlichtweg nicht zusammen. Zeit zum Nachdenken wird das Sportgericht ihm jetzt ja geben.

Und sonst so?

Nix weiter. Ich bin froh über die Länderspielpause. Hilft für klare Köpfe. Bei mir, den Fans, der Mannschaft, Trainerteam, allen, die irgendwie damit zu tun haben.

Und das ist bitter nötig. Bitter-sweet nötig.

3 Kommentare

  1. Im Blog-G wurde der Vorschlag geäußert, dass Abraham freiwillig als Kapitän zurücktreten solle. Scheint mir ein sinnvoller Vorschlag zu sein.

  2. Zu der Aktion am Ende: Ich glaube, wer selbst in einem Verein gegen die Kirsche getreten hat, kennt solche hochemotionalen Spiele aus eigener Erfahrung und kann die Situation etwas differenzierter betrachten. Mir geht es jetzt auch gar nicht um das gutheißen der Aktion, die bleibt nämlich nach wie vor überflüssig, und zwar von beiden Beteiligten. Was ich damit sagen will ist, dass Fussball solche Situationen schon immer hatte, hat und haben wird! Es war keine linke Asi-Nummer vom David, er hat sich entschuldigt, Entschuldigung wurde dankend angenommen vom armen Herr Streich, David wird nicht zu knapp bestraft werden….und gut ist.

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