#SGEFCA – Riding on the biggest wave

Verrückt, was für ein Abend. Der UliStein faselte vorher noch was von Wellenreiten, irgendwie war es genau das. 5:0. Fünfzunull. Gegen den Horrorgegner schlechthin, gegen Augsburg, gegen die wir gefühlt zuhause noch nie, niemals und überhaupt nicht gut ausgesehen haben.

Es war ein Spiel mit Veränderungen. Rode angeschlagen, Sow und Hasebe ebenfalls raus, dafür mit Ilsanker, Kohr und Chandler im Spiel. Kinder, ist das defensiv, so der Tenor vor dem Eintracht Museum vor dem Spiel. Ungutes Gefühl bei nahezu jedem, Augsburg ist halt Augsburg ist halt Augsburg.

Dann begann das Spiel, die erste Großchance gehörte den Augsburgern und Trapp parierte mehr als glänzend. Aber, und das muss man so sagen, irgendwie schwang von Beginn an ein Gefühl vom Platz auf die Ränge: da kann irgendwie nichts schiefgehen, wenn man denn den Büchsenöffner findet und ein 1:0 erzielt.

Und genau so, ganz genau so, sollte es kommen. Chandler haut das Ding rein, nach etwas mehr als einer halben Stunde. Irgendwie erinnerte mich dieser Hammer unter die Latte an das Tor von Chen Yang 1999 beim Klassenerhalt gegen Kaiserslautern, wem von euch ging es noch so? So ging es also mit 1:0 in die Halbzeit.

Und Hälfte 2 war dann eigentlich direkt gelaufen. Fernschuss Kohr, Ecke. Ecke, Chandlers Rübe, 2:0, zack, Spiel erledigt in Minute 48. Als dann Silva in der 54. auf 3:0 erhöhte, war es durch. Augsburg gab auf, das hat man direkt sehen und spüren können. Und die Eintracht spielte locker, fröhlich und frei auf, nahm sich einen Gang zurück und brachte das Ding über die Zeit.

Während in meinem Gegentribünenumfeld gesagt wurde, Herr Gräfe, pfeifen Sie das einfach pünktlich ab, das ist durch, geschah es: Kostic packte das 4:0 drauf. Und dann kam wohl die kurioseste Szene, die ich je gesehen habe: Anstoß Augsburg, ein giftiger Rode holt sich sofort den Ball, einmal quer, Kostic 5, Abpfiff, Jubel, Freude, Überzeugung.

Gestern waren auf dem Platz irgendwie alle gut drauf. Selbst Kohr, den ich sehr kritisch sehe, lieferte eine saubere Partie ab. Ilsanker in der Abwehr, nachdem Abraham raus musste, war sehr stabil. Silva wühlte und ackerte, obgleich ihm ab und an das Glück fehlte, mal einen Ball festzumachen. Chandler, der dicke Entenarsch, bei dem wir uns regelmäßig fragen, wie der mit seinem hecktalen Übergewicht es überhaupt schaffen kann, einen Ball nicht übers Tor zu jagen – großartig. Kostic, da fehlen mir ohnehin die Worte, was der Woche für Woche abreißt. Und ich erwähne jetzt nicht jeden, tue den anderen damit vielleicht Unrecht, verzeiht es mir.

Liefen die ersten Wochen der Rückrunde ergebnistechnisch gut, ich hatte dazu hier ja meine Meinung kundgetan, so wird es langsam Zeit, vielleicht Abbitte zu leisten. Denn das System schwingt sich offenbar ein. Und die Aufwärtsspirale der Motivation, in der sitzen wir auch. Bleiben wir also gespannt, denn: jetzt sitzen wir also mit unserem Surfboard auf der höchsten Welle. Und warten auf das Spiel in Dortmund. Dort kann unsere Eintracht mal wieder beweisen, dass etwas in ihr steckt.

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