#B04SGE – Massive Verbindungsstörung

Was für ein beschissenes Spiel. Wer auch immer irgendwann einmal einen Beitrag darüber machen möchte, wie sehr der Verlust entscheidender Personen in der sportlichen Leitung einer Mannschaft, die zuvor im Flow war, den Zahn ziehen kann, der sollte einfach eine Aufzeichnung des gestrigen Spiels verwenden. Wie schon mehrfach gesagt: die Tatsache an sich, dass der Trainer Adi Hütter sich entschieden hat, mittels einer von beiden Seiten unterschriebenen Ausstiegsklausel am Ende der Saison die Eintracht verlässt, ist ärgerlich aber im Prinzip vollkommen ok. Und dürfte im Normalfall auch einer Mannschaft nicht so das Genick brechen wie das gestern zu besichtigen war. Die Kommunikation war halt unterirdisch. Aber ich glaube, darüber sprachen wir schon.

Nein, in meinen Augen sind es zwei andere Punkte, die zu diesem desaströsen Auftreten am Samstag geführt haben. Einem Auftreten in einer Linie mit dem Spiel gegen Gladbach am vergangenen Wochenende. Die drei Punkte gegen Augsburg, den Pflichtsieg, können wir derzeit mit Fug und Recht außen vor lassen, gegen die gewinnt derzeit eh jeder.

Hier sind dann leider zwei Sachen zusammengekommen, die zu dem Resultat eines 1:3 gegen Leverkusen geführt haben. Erstens wirkte die Mannschaft vollkommen verunsichert, als sei das 0:4 gegen Gladbach erst 24 Stunden und nicht sieben Tage her. Man könnte meinen, es habe keinerlei Aufarbeitung stattgefunden, denn im Grunde wurden die gleichen Fehler wiederholt. Man war zu weit von den Gegenspielern weg, es fand keinerlei konsequentes Forechecking statt und die Angriffsbemühungen waren, von Kostic mal abgesehen, eigentlich eher nach dem Zufallsprinzip vorgetragen.

Wenn nun eine Mannschaft derartig tief im (mentalen) Keller steckt, dann ist es zweitens die Aufgabe des Trainers, hier von außen mittels Wechseln oder mit Coaching auf die Mannschaft einzuwirken. Das hat gestern in keiner Weise stattgefunden. Weder wurde zur Halbzeit, in die man mit viel, viel Glück mit 0:0 kam, eine Anpassung vorgenommen, noch wurden sichtlich indisponierte Spieler wie Barkok ausgetauscht. Nein, man wartete, bis das Kind im Brunnen lag um dann mittels eines auf dem Papier hochoffensiven Wechsels dreier Spieler die Wende herbeiführen zu wollen. Bekanntlich vergeblich.

Es wirkte halt, als ob die elf auf dem Platz machten, was sie für richtig hielten, die Probleme nicht in den Griff bekamen, und der Trainer da draußen keine Verbindung zu denen auf dem grünen Rasen hätte. Als ob das Kabel unterbrochen sei.

Somit hat sich die Eintracht in eine Situation gebracht, die vollkommen unnötig ist. Aus sieben Punkten Vorsprung vor Platz fünf ist ein einziger geworden und das obwohl der BVB im direkten Duell noch geschlagen wurde. Somit bleibt der Eintracht nichts anderes übrig, als die drei noch ausstehenden Spiele zu gewinnen. Von der Papierform sicher gut möglich. Mit Mainz, Schalke und Freiburg hat man drei schlagbare Gegner. Wenn die Vorbereitung und die Einstellung stimmen. Aber da hat das Trainerteam ja jetzt zwei Wochen Zeit um daran zu arbeiten. Wünschen wir ihnen viel Erfolg.

Und vielleicht schaffen es Vereinsführung und Aufsichtsrat ja, in der zweiwöchigen Pause die notwendigen Pflöcke einzuschlagen, um dafür zu sorgen, dass Ruhe einkehrt. Die hinter den Kulissen bereits für diese Pause angedeutete Bekanntgabe des neuen Sportvorstands wäre ein erster wichtiger Schritt. Ein Schritt, der auch den Spielern zeigen könnte, dass die Planung vorangeht. Und dann noch zeitnah ein neuer Trainer, aber das wird wohl noch ein bisschen dauern….

4 Kommentare

  1. Passende Bewertung, leider.
    Unverständlich das Nicht-Reagieren zur Halbzeit und dann hat der Dreifachwechsel auch eher für Verwirrung gesorgt, so mein Eindruck.
    So bleibt nur zu hoffen dass man sich irgendwie über die Linie rettet zum Ende der Saison. Zum Glück ist es die Linie am richtigen Ende der Tabelle!

  2. Was ich mich frage: Warum reagierte Hütter nicht? Jeder C-Klassen-Trainer hätte spätestens zur Halbzeit gewechselt / umgestellt.

  3. Der Trainer wollte ja zur Halbzeit wechseln.
    Leider waren aber Stindl, Embolo und Thuram nicht im Kader.
    Das verwirrte dann doch so, das er es unterließ.

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