#SGE – Fragen über Fragen

Und wieder nicht gewonnen SGE! Es ist nicht überliefert, ob die vereinzelten Fans des 1. FC Köln diese abgewandelte Weise eines Eintracht-Klassikers zum besten gegeben haben. Verständlich wäre es gewesen. Nach sechs Spielen der Rückrunde steht die Eintracht mit 4 Punkten und 6:11 Toren an Platz 15 der Rückrundentabelle. Nur noch Giganten wie Augsburg, Stuttgart und Hertha waren schlechter. Fun Fact am Rande: Fürth hat in der Rückrunde doppelt so viele Punkte geholt wie die glorreiche SGE. Die übrigens inzwischen sogar schlechter dasteht als nach dem von vielen – inklusive dem Autor – als sehr holprig empfundenen Saisonstart. Man muss das wirklich mal so deutlich formulieren – was ist hier eigentlich los?

Da werden hochverdiente Leistungsträger schwächer und schwächer, siehe Kamada, Kostic, Hinteregger, N’Dicka oder Sow. Wenn dann mal einer gut spielt, sei es Lenz in den letzten zwei Spielen gegen Stuttgart und Wolfsburg oder Hrustic mit seinen zwei Buden gegen Stuttgart, finden sich diese Spieler postwendend wieder auf der Bank wieder? Da wird mit Knauff in der Winterpause ein Spieler verpflichtet, der die schwächelnde rechte Seite beleben könnte und dieser Spieler kommt seitdem in den sechs Spielen zweimal für insgesamt 23 Minuten zum Einsatz? Wobei er auch noch durchaus Ansätze zeigte? Da beginnt man gegen eine Mittelklasse-Truppe wie den FC mit sieben Defensiven? Wir spielen seit Monaten mit einer Dreierkette, egal ob die passenden Spieler gesund sind? Ich verstehe das alles nicht mehr.

Apropos Dreierkette. Es ist inzwischen beinahe eine feststehende Redensart rund um die Eintracht, wenn man nach Dreier- und/oder Viererkette fragt: die Mannschaft fühlt sich in dem System mit Dreierkette am wohlsten. Muss man aber nicht nach Wochen des überwiegenden Misserfolgs mal fragen ob das der richtige Ansatz ist? Ob man nicht mal etwas mehr den personellen Gegebenheiten Tribut zollen sollte? Will sagen, mit einem angeschlagenen Hasebe und einem seit langem verunsicherten Hinteregger sollte eine Umstellung auf eine Viererkette mit den Innenverteidigern N’Dicka und Tuta kein Tabu mehr sein.

Wobei – eigentlich habe ich ja eine ganz andere Frage, auch vor dem Hintergrund, dass Glasner speziell nach dem Köln-Spiel, aber auch schon nach dem Wolfsburg-Kick mit Kritik an der Mannschaft und einzelnen Spielern nicht mehr gespart hat: wie gut ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer bzw. gibt es da stärkere mannschaftsinterne Widerstände als bisher bekannt? Wobei ich damit keinesfalls sagen möchte, dass die Spieler gegen den Trainer spielen. Aber vielleicht ist das Eigenleben zu groß oder der Trainer überzeugt die Mannschaft mit seinen taktischen Anweisungen nicht, die er da an der Linie im Minutentakt rein ruft? Vielleicht ist auch der Unterschied in der Behandlung zwischen einzelnen Spielern Gift? Hrustic macht zwei Tore und rotiert direkt wieder auf die Bank, während Chandler wieder und wieder spielen darf? Die genannten Spieler bitte nur beispielhaft verstehen.

Wie gesagt, Fragen über Fragen. Und Lösungen habe ich auch keine. Nur zum wiederholten Male die Idee, mit der Viererkette zum einen Lenz für seine guten Leistungen zu belohnen, Hinteregger aus der Schusslinie zu nehmen, da Costa oder Chandler auf die Defensive zu beschränken, Kostic die Wege kürzer zu machen, rechts mit Knauf eine Alternative zu etablieren und etwas mehr Durchschlagskraft mit einer Raute aus eben Kostic, Knauff, Lindström und Borré zu generieren. Kann aber natürlich völlig falsch sein.

Apropos völlig falsch. So sehr ich unseren Trainer verstehe, wenn er sichtbar verärgert mit Kamada diskutiert, so wenig sinnvoll finde ich es, das auf dem Spielfeld zu machen.

Ach ja, zum Schluss: ich weiß, dass wir kommendes Wochenende gegen den Rekordmeister spielen. Aber es geht hier nicht um ein Spiel sondern um die Ausrichtung für die restliche Saison. Und in den letzten Wochen hat die Mannschaft weiß Gott keine Bäume ausgerissen in dem von ihr (angeblich) bevorzugten System.

Titelbild: Alexander Scheuber/Getty Images

Ein Kommentar

  1. Lieb Uli,
    die von Dir entworfene Viererkette mit Lenz auf links als Belohnung für seine zuletzt guten Leistungen, finde ich eine gute Idee – mal abgesehen davon, dass ich Tuta auf rechts spielen lassen würde. In der Mitte Hinti und Hasebe (wenn er wieder fit ist). Fürs Mittelfeld hat die Eintracht genug Potenzial: Hrustic, Rode, Sow, Kamada sind gute Spieler für die Zentrale, je nach offensiverem oder defensiverem Bedarf und Spielverlauf aufstell- und auswechselbar. Rechts Knauff, links Kostic – das alles sieht auf dem Papier fein aus. Das Problem ist der Sturm. Wer soll die Tore schießen? Borré ist ein engagierter Wirbler und Lindstrøm ein feiner Fußballer. Aber gegen hoch aufgeschossene Abwehrtürme gegnerischer Mannschaften haben sie erstens keine Chance, zweitens verpuffen Kostics Flanken im Nirwana, und drittens sind alle beide keine Knipser. Man muss es einfach so klar sagen: Die Eintracht hat keinen Stürmer, der Tore schießt. In der Schlussphase gegen Köln hat Steffen Baumgart Anthony Modeste gebracht. Auf Eintracht-Seite kam Sam Lammers. Kurz vor Schluss. Weitere Alternativen gab es fürs Sturmzentrum nicht. Das sagt eigentlich alles. Meine Prognose: Gegen die Bayern wird es am Samstag kein Wunder geben. Ohne Torschützen gibt es eben auch keine Tore – da ist es völlig egal, ob die Mannschaft in einer 4-4-2- oder 3-5-2-Aufstellung spielt.

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