Ein Blick in die Kurve – ohne Tonanlage

Vor dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim veröffentlichten unsere Ultras hier folgende Stellungnahme. Ein Blick in die Kurve – ohne Tonanlage:

Und so kam es, dass es aufgrund merkwürdiger Polizeipolitikentscheidungen in einem (bis auf den Gästebereich) ausverkauftem Stadion mal wieder seit Jahren zu einem Fußballspiel ohne die Tonanlage der organisierten Fanszene / der Ultras kam. Und es war aus meiner Sicht durchaus interessant.

Ich bin auf Spurensuche gegangen, bei meinen Sitznachbarn, bei mir selbst, bei anderen, u. A. auch dem geschätzten SGE-Papa, meinem Adler-Podcast-Geschwister. Und tatsächlich hätten die Meinungen unterschiedlicher nicht sein können.

So gab es eine Fraktion der Gegentribüne, die sagten: mir ist eigentlich kein Unterschied aufgefallen, ich genieße die Kulisse, schaue aber auf den Platz und nicht immer in die Kurve. Andere berichteten: es sei recht angenehm gewesen, nicht von der dröhnenden Anlage runtergemacht worden zu sein und trotzdem tollen Support zu haben.

Ich persönlich finde, dass man merkte, dass nicht das ganze Stadion, d. h. auch die NWK-Unterrang-nahen Bereiche oben und angrenzend an Haupt- und Gegentribüne sich bei Dauersingsang-Episoden beteiligten. Hier wurde ich aber vermutlich zurecht korrigiert: nur weil ich es dank weniger Anlage nicht so wahrgenommen habe wie davor ist es noch lange nicht weniger gewesen.

Nichts desto trotz habe ich da eine durchaus etwas unpopulärere Aussage, die ich durchaus bewusst etwas überspitzt formuliere: die laut überdrehte anarchistisch-diktatorische Tonanlage habe ich nicht vermisst, ich finde den Support per Anfeuerung aus Megafonen oder mit Trommeln ehrlicher, näher, realer, weniger „gezwungen“. Und schlechter war es deshalb nicht.

Aus dem 40er-Block berichtete mir der SGE-Papa dann, dass sein Eindruck vom Support sehr gut war. „Mit etwas Erfahrung konnte man anhand der Trommeln etwas ableiten. Stand aber sehr weit oben im Block und da war regelmäßig keine einzige der Anweisungen zu hören. Dadurch hatte man das Gefühl eines Timelags und eine leichte Asynchronität. Für die Blocks links und rechts des 40er ist es sicherlich noch schwerer gewesen.
Man fand sich dann schnell ein, aber das dauert eben kurz. Ich hatte das Gefühl, dass außer bei „Steh auf, wenn Ihr …“ wenig Support aus den Tribünen kam. Gerade bei der „Pippi“ wirkte es so, dass nicht alle mitsprangen außerhalb der Blöcke. Die Anlage selbst hätte da wohl geholfen, es geht aber auch ohne unter erschwerten Bedingungen.“

Und ich glaube, damit ist das Thema wahrlich gut umschrieben. Es wird sich finden. Wie vor der Tonanlage auch. Auf die nächsten Spiele! Geimeinsam im Stadion für unsere Diva.

(Titelbild: Getty Images)

Ein Kommentar

  1. Passt so und verschiedene Ansichten sind klar. Mitten drin ist es selbstverständlich anders als auf der Tribüne. ❤️

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