Das Kind steckt in der Pubertät #VFLSGE

von korken

Das Kind steckt in der Pubertät. Irgendwie finde ich trifft diese Zeile das Spiel gestern beim VfL Bochum recht gut. Denn nachdem es diese Woche gegen Tottenham in der Presse noch hieß, die Eintracht sei erwachsen geworden, so finde ich, war das etwas vorschnell. Zurecht, wie unsere gute alte Diva zeigte.

Vorweg: es hilft am Ende nicht weiter, dass unser Trainer Oliver Glasner die Verantwortung („mein System, meine Aufstellung“) komplett auf sich lud. Denn trotzdem hätte man auch von den Mannen auf dem Platz durchaus mehr erwarten können. Müssen. 0:3 verloren, beim Tabellenletzten, der mal (jaja, Zahlenspinnerei) seine Punktzahl durch den Sieg vervierfachte und uns mehr Tore reinwatzte als doch klassenbessere Teams zuvor.

Es fehlte an allem. An der Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen. Die Abstimmung zwischen Torwart und Abwehr, zwischen Abwehr und Mittelfeld, zwischen Mittelfeld und Sturm, zwischen Mitspielern. Tuta mit etlichen Böcken, weil er als zentraler IV sich nicht wohl fühlt, N’Dicka mit einem Eigentor, Alario fand überhaupt nicht statt, Pellegrini, was machte der überhaupt außer „hampeln“?, Sow blass, Kamada funktioniert nur, wenn alles funktioniert, Jakic ist kein rechte Verteidiger ist kein rechter Verteidiger ist kein rechter Verteidiger!

Ein Start mit einer Viererkette, um Hasebe zu schonen. Blöd ist, dass der Kader hier keine Alternative bietet. Hätte man vielleicht bei Dreierkette mit Smolcic (eben statt Hasebe, Verteilung der drei IV wäre zu diskutieren) bleiben sollen? Ich denke ja. Viererkette lief einfach nicht. Und heute erst recht nicht.

Ratlos bin ich sicher nicht. Es war nur gefühlt einmal wieder etwas, was UliStein gerne in einem Wort darstellt: vercoacht. Warum Viererkette? Warum? Und das ganze paaren wir jetzt noch mit fehlendem Einsatzwillen. Jörg aus dem Adler-Podcast schrieb zwischendurch: die sind körperlich fertig! Hoffentlich nicht, wir stehen erst am Anfang der englischen Horrorwochen bis zum 13. November. Und wir sind auch genau deshalb nicht in der Situation, viel im Training anzupassen und nachzubessern.

Und dann wäre da irgendwie heute auch noch die psychische Komponente: was war da eigentlich los zwischen Trapp und Tuta? Und kurz vor Schluß, habt ihr wahrgenommen, wie sich Tuta und Lenz da kurz angeraunzt haben? Das kann gut sein, es kann auch schlecht sein, dafür wissen wir zu wenig. Ich nehme es als positiv an. Denn Gewitter reinigen die Luft. Und man kann auch sagen, dass damit der Wille von Einzelnen ggf. auch Anderen klargemacht wird. Stillstand ist Rückschritt, kennen wir ja alle, und wer aus der Pubertät will, der muss sich jetzt am Riemen reißen.

Kampf und Wille des VfL Bochum reichten aus, um eine Kampf- und Willensschwache Diva in der Pubertät zu Boden zu reißen. 3 Tore. 3 Punkte. Und wir stehen da mit 16:16 Toren. Ersteres ist top, letzteres ist mies.

Das Kind steckt in der Pubertät. Das muss ja nicht schlecht sein. Mittwoch gehts weiter. Gegen Tottenham. Und dann zuhause gegen Leverkusen. Sind jetzt beides nicht die schlechtesten Gegner, was? Mit oder ohne Pubertät.

(Titelbild: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

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