Zugeritten

von korken

Es war gestern Abend, kurz vor zehn, da schrieb ich einem Leidensgenossen:

Darf ich jetzt ins Bett? Bitte?

Durchgezogen habe ich das nicht, das ins-Bett-gehen. Ich habe mich gequält, bis zum Schluss.

3:1 wurde unser Adler von den Fohlen zugeritten. Von durchaus zahmen Fohlen. Was es noch erschreckender macht, nach so einer Nacht drüber schlafen.

In Hälfte 1 sah es in meinem Empfinden ja noch irgendwie nett aus, in Hälfte 2 war von der Nettigkeit jedoch auch schon nicht mehr viel übrig. Vorne gibt es Chancen, wenige, aber Gute, die werden nicht zu 100 % ausgenutzt (wer schafft das schon?). Hinten muss man eigentlich immer mit einem am Ende einfach erzielten Gegentor rechnen. Und schon wird es eng.

Benoten wir das Ganze einmal:

Trapp – hielt, was zu halten war. Gute Abschläge, gute Zuwürfe, präsent. Definitiv unschuldig an der Niederlage. – 9 Punkte

da Costa – quirlig auf der Außenbahn, am Ende oft etwas zu ungenau. – 8 Punkte

Abraham – der Fels in der Brandung, eigentlich. Und dann kommt doch mal ein Aussetzer oder auch ein dumm aussehender Beinschuss, der zum Gegentor führt. – 7 Punkte

N’Dicka – Kinder, der Bub ist 19. Was der abliefert ist schon wirklich gut. Ihm nehme ich aufgrund seines Alters nicht übel, wenn auch mal etwas schiefgeht. Deshalb gutgemeinte – 9 Punkte

Willems – mir irgendwie zu unauffällig. – 6 Punkte

Hasebe – auch irgendwie zu unauffällig, gleich mehr bei Fernandes. – 6 Punkte

Fernandes – ebenso zu unauffällig. Deutet irgendwie auf das kreative Loch im Mittelfeld hin, es fehlt der Regisseur. – 6 Punkte

Müller – unauffällig! Ich wiederhole mich. Und schaffe es, mit einem Wort die Misere darzustellen. – 5 Punkte

Gacinovic – irgendwie alleingelassen. Versuchte überall den Ball zu holen und zuverteilen. Kann das aber unmöglich schaffen. Für den Willen, den er an den Tag legte – 7 Punkte

Kostic – rührte und wuselte, glücklos bei den letzten Pässen – 7 Punkte

Haller – in bekannter Alex-Meier-Manier überall am Rennen, am Lücken reißen, am Bälle holen. Dumm nur, dass er sich nicht selbst im Strafraum bedienen kann. – 7 Punkte

Rebic (für Müller, 62.) – kam, sah und traf. Sorgte für frischen Wind. – 9 Punkte

de Guzman (für Fernandes, 72.) – Unauffällig kam für unauffällig. – 5 Punkte

Jovic (für Gacinovic, 73.) – Unauffälliger als unauffällig. Und hämmerte einmal den Ball meilenweit über das (fast leere) Tor. – 5 Punkte

Und jetzt?

Die korken-These, es fehlt an einem Typ Boateng, an einem Leader, die scheint sich wohl zu manifestieren. Seit dem ersten Spiel wird es im Mittelfeld schlichtweg nicht besser, man gewinnt mehr oder minder glücklich in Freiburg, das war es dann aber auch.

Das wird eine ganz enge Kiste, meine lieben Eintrachtfreunde. Man hat sich hier ganz ganz massiv verspekuliert.

Und ich wage einmal eine ganz, ganz steile These:

Das mit Hütter bei unserer Eintracht, das wird nichts. Zumindest nicht das von ihm gewünschte System mit dem vorhandenen Spielermaterial. Er muss sich umstellen. Schnell. Sonst wird es ganz finster, ganz schnell. Und das hat ausnahmsweise nichts mit der Winterzeit und den kurzen Tagen zu tun.

Am Sonntag geht es weiter. Gegen Hannover. Wenn ich darüber nachdenke wird mir ganz flau in der Magengegend.

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