Heimsieg in Gladbach

Sauber ausgeschlafen und nach einem gescheiten Kaffee (Italo Schraubkanne) ungefrühstückt zu meinem Hairstylisten in die Münchner Straße. Ein kurzer Spaziergang durch das touristische Bahnhofsviertel und ab nach Bad Vilbel zur wunderbaren Billardhalle. Dem Ort, wo nicht gesprochen wird und die Wände voller Bildschirme hängen; und wo man problemlos die nebenan beim formidablen Italiener frisch für einen zubereitete Stulle (Ciabatta / San Daniele Schinken / Olivenöl) zum ersten Pilsbier des Tages verzehren darf.

Erste kurze Irritation: 15:25 Uhr – die dämliche Sky Konferenz ist eingestellt. Die Plaudertasche ist unter den Wortlosen König und so konnte ich die Barkraft recht leicht zum Eintrachtspiel überreden.

Gottlob. Denn die erste Halbzeit – speziell die ersten 30 Minuten –  waren ein von der Eintracht beinahe schon atemberaubend überlegen geführtes Heimspiel. Sauber hoch stehender Abwehrblock und sehr aggressives und vor allen Dingen erfolgreiches Pressing. MG hatte tatsächlich nur eine recht gute – nach einem allerdings sehr schönen Spielzug – Torgelegenheit. Keine 100%ige, eben nur eine gute (Hermann auf Hazard / der aus ohnehin recht spitzem Winkel daneben).
Ansonsten hatte Frankfurt das Spiel beeindruckend im Griff, eroberte den Ball oft genug schon in der gegnerischen Hälfte und … jetzt kommen wir zum Punkt … hielt ihn auch und griff konstruktiv an.

Das Resultat waren einige hochkarätige Torchancen, ein selbst geklautes Tor vom Prinzen und eben ein erzieltes Tor vom Prinzen. Die Tormöglichkeiten und schließlich das Tor waren dabei weniger das Ergebnis glorreicher Kombinationen sondern der Lohn einer sehr konzentrierten und taktisch disziplinierten Leistung. Ein Zwonull zur Halbzeit wäre das fast angemessenere Halbzeitergebnis gewesen aber hey … bei unserer Torflaute kann man dann auch durchaus mit einem Tor zufrieden sein.

Übrigens war meine erste Reaktion auf das Abseitstor des Boateng völliges Unverständnis ob seines mir zunächst völlig dämlich erscheinenden Eingreifens. Doch schon vor seinem regulären Treffer erkaltete meine Wut und ich ging und gehe davon aus, dass man von einem Torjäger in dieser Situation einfach keine Zurückhaltung erwarten kann.

Zweite Halbzeit: Ich gehe davon aus, Kovac hat in Erwartung Gladbacher Aufbäumens Verteidigung befohlen. Hätte die Eintracht eine ähnlich offensive zweite Halbzeit spielen können? Hätte sie die MGs noch einmal 45 Minuten lang torchancenlos weitgehend in der eigenen Hälfte halten können? So gerne ich es gesehen hätte, es hätte wohl nicht funktioniert. Dafür ist Gladbach zu ambitioniert und WIR noch nicht stark genug.

Ob die zweite Halbzeit gleich zu einer Abwehrschlacht werden musste, weiß ich nicht. Das war aber schon augenscheinlich, wenn auch unterm Strich erstaunlich wenig bedrohlich. Stindl schießt / wunderbare Parade von Hradecky – das einzige Mal, dass ich nervös wurde. Im Grunde genommen hatte ich eher die Befürchtung, dass Vestergaard  mal wieder einen von uns rauskegelt. Die Eintracht Abwehr agierte sehr konzentriert und koordiniert, was ich deswegen erstaunlich finde, da Salcedo sein erstes Bundesligaspiel machte und Falette gerade mal sein drittes. Abraham übrigens unfassbar stark. Der hatte heute das zweite Gesicht und lief / grätschte / blockte unglaublich viele Bälle weg.

Schade, dass die schön Hereingabe von Rebic durch die Beine eines namenlosen Verteidigers (!) und der klasse Distanzschuss des spielfreudigen Gacinovic nicht zu Toren geführt haben.

Ich lege mich fest. Klasse Auswärtsspiel. Gladbach war so schwach, weil Eintracht Frankfurt so stark, konzentriert und taktisch diszipliniert war. Das Einsnull war letztlich kaum gefährdet und absolut verdient. Auch in den Minuten 91 bis 98.

Wir sehen uns in Europa.

Ein Gedanke zu „Heimsieg in Gladbach

  1. 1

    Kann nur beipflichten, sehr guter Artikel, sehr gutes Spiel der Eintracht hätte diesen Holzklotz Vestergaard gern früher unter der Dusche gesehen und vielleicht noch ein zweites Tor, sonst alles gut weiter so Jungs Europa wartet.

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