WTF.

Unglaublich. Toll. Mitreißend. Fußballfest. Solche und ähnliche Vokabeln gingen mir durch den Kopf, als ich das Stadion gestern gegen 17:45 verlassen habe. Und: immer wieder Dortmund.

Immer wieder schaffen es diese beiden Mannschaften, spannende Spiele auf den Rasen zu zaubern. Erinnert sei hier nur an das legendäre 3:3 vor einigen Jahren, dann gab es die drei Heimsiege zuletzt, die alle auch immer spannend waren, und, ja, es gab das Spiel von gestern Nachmittag.

Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, wir holen einen Punkt, nachdem wir einen 0:2 Rückstand egalisiert haben, hätte ich gesagt, gekauft. Realistisch stand ich zur Halbzeit draußen und fraget mich, WTF war das? Warum führt die Eintracht nicht deutlich, sondern liegt nach einer gut und engagiert geführten Halbzeit hinten? Zufall? Teilweise. Denn was beide Mannschaften in der Defensive ablieferten wäre mit unkonventionell sehr unzureichend beschrieben. Wenn die SGE ein bisschen cleverer gewesen wäre, hätte sie eine oder mehrere der großen Chanen nutzen müssen.

Dann hätte aber auf der Gegenseite Hasebe (so habe ich es zumindest am Monitor gesehen) nicht so gnadenlos pennen dürfen. Aber egal, das Resultat zur Halbzeit war ja nur 0:1. Und der Verlust von Timmy Chandler. Und der ist sehr viel bitterer. Riss des Außenmeniskus mit OP wie die Eintracht heute via App und Twitter vermeldete. Ausfallzeit offen. Und der etatmäßige Backup von ihm ist auch verletzt. So durften sich die gestern auf dem Platz stehenden daran versuchen, ihn zu ersetzen. Ich muss aber ehrlich sagen, auf Grund der gestern sehr durchwachsenen Vorstellung der kompletten Defensive wage ich nicht zu beurteilen, wie das die nächsten Wochen gehen soll bzw. gehen wird.

Ok. Zweite Hälfte. Richtig energisch und (noch) engagierter kam die Eintracht aus der Kabine. Man hat richtig gemerkt, dass die Jungs etwas reißen wollten. Und dann bekommen sie dieses blöde 0:2. Ich denke es war Gacinovic, der den Ball verlor, und dann zack. Wirkte auf viele auf den Rängen wie die sprichwörtliche kalte Dusche. Aber nicht so bei der Mannschaft. Immer im Vorwärtsgang, immer weiter druckvoll, so hat es die Mannschaft erzwungen.

Erst den Strafstoß, bei dem ich auf der Tribüne spontan gesagt habe, viele andere Torhüter wären dafür mit Rot vom Platz gegangen, den Haller dann unnachahmlich cool aus dem Stand verwandelt hat. Und dann dieses grandiose 2:2, von Wolf vollendet wie von einem großen, sehr abgezockt und super gemacht.

Das die Dortmunder genauso noch Chancen hatten, das Spiel für sich zu entscheiden wie die Eintracht, bedarf keiner Erwähnung. Doch. Sensationell war noch Hasebe, der mit seiner Rettungstat in letzter Sekunde den Punkt festgehalten hat.

Kurz: es war ein geiler Nachmittag im Waldstadion. Gerne wieder, gerne mehr.

PS: Fast vergessen,  die unterschiedliche Wahrnehmung: Während Schiedsrichter im Stadion fast gesteinigt würden, schrieb mir Korken nach Hälfte eins: “Note zwei, konsequent und mit Linie”.

3 Gedanken zu „WTF.

  1. 1

    Ich stehe immer noch neben mir. Das Ding hätte 5:5 ausgehen müssen. Dann hätte die Welt in noch 1000 Jahren darüber gesprochen.

    Was für ein Fußball. Das sollte man so festschreiben, dass ein Kick immer so zu sein hat.

    Und die Moral, der Kampf, zurückkommen, nachdem man ja genug dicke Dinger liegen ließ und eben doof und doofer 0:2 hinten lag. Hach!

  2. 2

    Was für ein Nachmittag! Das erste Mal diese Saison im Waldstadion und dann so ein begeisterndes Spiel! Mit welcher Wucht und Wille Rebic vorne drauf geht und noch in der 85. Minute einen Megasprint anzieht – that’s the spirit. Gacinovic mit zwei tollen Assists und den Siegtreffer auf dem Kopf. Toll, dass ich das mit euch erleben konnte Uli. Ich bin immer noch beseelt…

  3. 3

    Wie unterschiedlich die Fußballwelten heuer sind, durfte ich am Samstag dann noch auf einer Fete erleben, wo mehrheitlich Gladbacher und Kölner anwesend waren – Resignation, Trauer, Wut und – so nicht zu erwarten – Hochachtung der Konkurrenz vor der Eintracht, ihrer Kraft und dem Willen zum Erfolg.

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