Gut für Frankfurt oder der sportliche Bundesliga-Ausverkauf

“Gut für Frankfurt, schlecht für Deutschland” titelte die FAZ am gestrigen Nachmittag hier.

Ich fand den Artikel bzw. den Kommentar mehr oder weniger zufällig kurz nach seiner Veröffentlichung auf Twitter. Ich las ihn und ich erschrak.

Zum einen, weil ich einen solchen Inhalt der FAZ immer noch nicht zutraute, obwohl sie es schon öfters in einer solchen Weise darstellte, zum Anderen genau eben wegen des Inhaltes und nicht wegen des Rufes einer weltweit bekannten Zeitung.

So habe die Eintracht “[…] genug, um die Bundesliga aufzumischen. Schön für Frankfurt, traurig für Deutschland. […]”, die Eintracht ist gerade mal gut dafür, dass “[…] sie es mit ihren Mitteln bis auf Platz vier in der deutschen Eliteklasse geschafft hat […]”, dass sei “[…] ein weiteres Indiz für den Niedergang des deutschen Fußballs […]”.

Als erstes Fazit ging mir nach der Lektüre des Kommentares Folgendes durch den Kopf:

Heute ist das nicht viel anders. In einer kurzen Diskussion mit dem werten Leidensgenossen Eintracht-Laie stellten wir fest, dass man den Artikel weniger an der Eintracht festmachen soll, sondern einfach auf die oben schon genannten Kernaussagen schauen darf. Das macht es nicht besser.

Was soll denn Eintracht Frankfurt stellvertretend für viele andere oder gemeinsam mit den anderen Bundesligisten tun? Sich vom Spielbetrieb abmelden?

Soll man, so impliziert es der Kommentar zumindest für mich, das Feld nur den Neureichen (Leipzig? Hoffenheim?) und den ohnehin bekannten Branchenprimen (München? Dortmund?) überlassen?

Andere haben also keinen Anspruch auf Erfolg, weil deren alleinige Anwesenheit in europäischen Ligen (CL, EL) zwanghaft zum Misserfolg der gesamtdeutschen Bundesliga führt?

Darf man keinen Erfolg haben, weil man in den Augen von Experten nicht genug Qualität habe und (!) stellen diese Experten damit nicht die Aussagekraft der Bundesligatabelle in Frage?

Heribert Bruchhagen hätte dann doch recht: alles ist zementiert. Zumindest soll es so sein, im Wunschdenken mancher. Und das darf niemals geschehen. Sport ist und bleibt Sport. Mit egal welcher wirtschaftlichen Konsequenz.

2 Gedanken zu „Gut für Frankfurt oder der sportliche Bundesliga-Ausverkauf

  1. 1

    Bravo Korken. Guter Kommentar.
    Selten so einen Schwachsinn gelesen, wie in dem Artikel von Peter Heß.

  2. 2

    Wieso? Von der Zustandsbeschriebung her, muss ich ihm recht geben. Dass sich jedes Jahr andere Vereine mehr oder weniger zufällig europäisch qualifizieren um dann san- und klanglos in den internationalen Wettbewerben unter zu gehen, untermauert nicht gerade die Mär von der stärksten Liga der Welt…

    Die oben genannten Ursachen werden von Euch hinen interpretiert. Die lese ich da nicht. Er könnte genauso die Kommerzialisierung des Fußballs anzuprangern versucht haben und dass Deutschland dabei hinten runter gefallen ist. Wo er wohl recht hätte.

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