#SGEKOE – entsetzlich souverän

Lassen wir an diesem wunderschönen Sonntag zuerst einmal jemanden vom Gegner zu Worte kommen:

“Dass wir gegen Frankfurt verlieren, war mir irgendwie klar. Natürlich hofft man auf einen Sieg, aber man muss auch realistisch bleiben. Hannover zählt wieder. Auch gegen die wird es sehr schwer. Aber da rechne ich mir eher etwas aus.”

Quelle: FC-Brett

Es ist wirklich erstaunlich, wie sich die Wahrnehmung der Frankfurter Eintracht in den letzten Wochen und Monaten geändert hat. Aber mal ganz ehrlich, noch ein paar mehr Auftritte von dieser Güte und ich glaube es selber.

Eigentlich lief alles wie am Mittwoch. Verkleidete Fans aus einer Hochburg des Karnevals kamen, um sich anzusehen, wie ihre Mannschaft eine auf den S… bekommt. 1:0 binnen der ersten zwanzig Minuten, Tor durch Rebic. Die restliche erste Hälfte plätscherte noch eher so dahin, die Kölner konnten nicht, die Eintracht wollte wohl nicht so recht. Aber ich hatte da schon das Gefühl, sie könnten schon bei Bedarf noch zulegen. Kurz vor der Halbzeit durfte sich Lukas Hradecky dann auszeichnen, danach wusste man wieder, warum er auf der Linie als einer der stärksten Torhüter gilt.

Und dann kam sie, die erste Viertelstunde nach der Pause. Ohne es jetzt nachgerechnet zu haben, meiner Meinung nach die schwächste und riskanteste Phase in der Saison. Und es kam, was kommen musste, Foul, Pfiff, Videobeweis, Elfmeter, Tor Köln.

Aber was dann kam, werte Mitfiebernde, das habe ich glaube ich so noch nie erlebt. Ab der 58. Minute ein Feuerwerk der Eintracht. Und im Mittelpunkt (mal wieder) Marius Wolf. Im Telegrammstil:

58. Freistoß Wolf, Kopfball Russ, 2:1
64. Freistoß Wolf, Kopfball Russ, Glanztat Horn, Nachschuss Falette, 3:1
66. Traumpass da Costa, Schuss Wolf, 4:1

Gut, dann bekamen wir noch durch eine *hüstel* schwache Abwehrleistung von Hradecky das 4:2, aber ich glaube das Spiel gestern hätten die mit dem Geisbock in hundert kalten Wintern nicht gewonnen.

Ich will es mal so sagen. Ich bin euphorisch wie seit den 90er Jahren nicht mehr. Das toppt sogar die Saison nach dem Aufstieg unter Veh. Da steht eine Truppe mit Charakter auf dem Platz, die so unfassbar ist, ich gebe es offen zu, ich traue denen diese Saison (fast) alles zu.

Man hat augenscheinlich die richtige Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, da laufen auch solche alten Recken wie Hasebe und Russ zu dem was weiß ich wievielten Frühling auf, da spielen Jungs wie Danny da Costa nach Wochen der Pause Pässe zum niederknien, einer wirft sich für den anderen rein, so genial. Und über allem sind im Moment für mich drei Spieler: Prince Boateng, der Leader in jeder Hinsicht, Omar Mascarell, der so unglaublich wertvoll ist, weil er meiner Meinung nach das fehlende Bindeglied zwischen Defensive und Offensive darstellt, und natürlich Marius Wolf. Wenn da der Bundes-Jogi nicht bald anruft weiß ich nicht, was seine Scouts so machen.

Und das ganze Ensemble wird von einem Trainerteam geführt, das augenscheinlich weiß wie es geht. Mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht sagen. Die in München lesen ja mit.

Einfach nur noch: Danke, Jungs.