Zeitenwechsel

Seit gestern Abend ist es amtlich. Der Lange, aka Fußballgott, aka Alex Meier, wird in der kommenden Saison nicht mehr Teil des Lizenzspielerkaders der Frankfurter Eintracht sein. Der Spieler, der 2005 für eine Ablöse von 650000 Euro kam, seitdem weit mehr als 300 Pflichtspiele für die Eintracht absolvierte und mehr als hundert Tore geschossen hat, ist nun Teil der Eintracht-Geschichte.

Vorweg: man kann trefflich darüber diskutieren, ob man diesen Schritt jetzt vollziehen musste oder ob es nicht besser gewesen wäre, den Vertrag zu veränderten Konditionen noch einmal zu verlängern. Man kann sehr viele Argumente dafür ins Feld führen, dass Alex sicherlich ein sehr guter Backup-Stürmer gewesen wäre. Aber man kann genauso viele und (mindestens) genauso gute Argumente dafür ins Feld führen, dass die Zeit reif war, diese Entscheidung zu treffen. Alles geschenkt.

Mit gehen zwei andere Sachen durch den Kopf: wäre der von vielen (auch mir) präferierte, verlängerte, stark leistungsbezogene Vertrag als Backup ein so viel würdevollerer Abschied gewesen? Er hätte vielleicht zwanzig Spiele auf der Bank gesessen, wäre vier Mal eingewechselt worden, es hätte immer Unruhe im Umfeld gegeben, wäre dieses (hypothetische) Szenario besser gewesen?

Und dann, das für mich eigentlich wichtige: Die Eintracht hat sich gehäutet. Sie ist, beginnend mit der Entlassung von Armin Veh und der Inthronisation von Niko Kovac und den danach folgenden Wechseln, angeführt von Fredi Bobic, ein komplett neuer Verein (AG) geworden. Kann man gut finden, muss man nicht. Auf jeden Fall ist die Eintracht in den letzten 24 Monaten deutlich konkurrenzfähiger geworden. Remeber the nineteenth of May. Und ein großer Unterschied in meinen Auge gegenüber der ‘alten’ Eintracht ist, hier werden jetzt Entscheidungen getroffen. Auch unangenehme. Und das finde ich gut.

Das einzige, was man sich in meinen Augen hätte schenken können, wäre dieser extrem durch-choreografierte Abschied gewesen. Aber bitte, das mag dann ein negativer Aspekt der neuen Zeit sein.

6 Gedanken zu „Zeitenwechsel

  1. 1

    Noch ein Nachsatz: Was ich übrigens wirklich clever finde, ist, dass das Thema entschieden wurde, bevor Adi Hütter hier anfängt. Damit ist er unbelastet von einer unpopulären Entscheidung, bei der er sowieso nur hätte verlieren können.

  2. 2

    Entschieden ist das Thema ja wohl schon länger, das war auch klar rauszuhören. Anscheinend wollte AM das nicht akzeptieren und versuchte dagegen Stimmung zu machen, angeführt von den mehr als peinlichen Artikeln der FR.
    Ein würdigeres Ende hätte er gefunden, wenn er das unvermeidliche akzeptiert hätte und man den Abschied hätte gemeinsam verkünden können. Ich finde es immer schade, wenn alternde Stars den Augenblick verpassen.

    Sehr gut ist es tatsächlich, dass man Adi Hütters Start hier nicht damit belastet. In den kommenden Tagen ist sicherlich auch mit der Verkündung einiger Neuzugänge zu rechnen, was die Stimmung sicherlich wieder heben wird.

  3. 3

    Keine Lust, woanders gegen das Gejammer anzuschreiben. Hier fühle ich mich wohl, denn genau so ist es, Uli. Nuff said! Weiter geht’s. Mercato!

  4. 4

    Es scheint ja wohl schon länger Diskussionen um Meiers Fitness zu geben.
    Wenn Durstewitz heute schreibt “Meier, das haben unabhängige Experten bestätigt, ist so fit wie seit Jahren nicht mehr.” so muss das ja irgendeinen Hintergrund haben.

    Da ich nicht davon ausgehe, dass die FR-Redaktion einen solchen “Experten” beauftragt, kann es sich eigentlich nur um Aussagen aus Meiers medizinischem Umkreis handeln, die damit den Fachabteilungen der Eintracht widersprechen möchten. Das Attribut “unabhängig” rechne ich dabei mal den schriftstellerischen Freiheiten des Herrn Durstewitz zu.

    Ich finde es ohnehin befremdent, wenn das gesamte Umfeld Meier noch ein Jahr Bundesliga zutraut, weil dieser es selbst gesagt habe, bzw. weil er vier Minuten gegen den HSV durchgehalten hat. Seltsame Kriterien.

  5. 5

    Isarpreiss:
    Keine Lust, woanders gegen das Gejammer anzuschreiben. Hier fühle ich mich wohl, denn genau so ist es, Uli. Nuff said! Weiter geht’s. Mercato!

    genau so isses.

  6. 6

    Jetzt dreht der Durstewitz völlig am Rad. Man weiß gar nicht, welche Therapie man empfehlen soll.

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