Uiuiuiuiui.

Am kommenden Samstag startet die Eintracht mit dem Auswärtsklassiker beim SC Freiburg in die Bundesliga Saison 2018/19. Den Weg dahin als etwas holprig zu bezeichnen, wäre der blanke Hohn.

In der Vorbereitung wurden diverse Testspiele gegen meist unterklassige Gegner durchgeführt. Lediglich gegen den SV Wehen Wiesbaden konnte man einen ordentlichen 6:2 Erfolg verzeichnen, alle anderen Spiele waren eher so lausig bis mäßig. Auffällig war, dass es kein erkennbares System gibt, und dass sich die Mannschaft in den vorgegebenen Aufstellungen ebenso erkennbar nicht wohl gefühlt hat und das Zusammenspiel noch ganz schön hakte.

Die Transferperiode war bisher auch alles, nur nicht erfolgreich und geräuschlos. Nach dem Pokalsieg am 19. Mai haben sich mit Boateng, Hradecky und Wolf drei absolute Stammspieler, bei denen die ersten beiden noch dazu absolute Führungsspieler waren, verabschiedet. Auch Mascarell ist ein Verlust, obwohl ich mir noch nicht darüber klar bin, wie groß dieser auf längere Sicht ist. Daneben verließen auch noch Dadashov, Bätge, Barkok, Besuschkov und schließlich die Klubikone Alex Meier mehr oder minder freiwillig die Eintracht.

Den neun Abgängen stehen insgesamt 10 Zugänge gegenüber: N’Dicka, Torró, Paciencia, Rönnow, Geraldes, Wiedwald, Müller, Allan, sowie Stirl und Kabuya aus der U19, mutmaßlich um die Quote deutscher Spieler zu erfüllen. Bei den meisten Spielern kann man zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob sie eine Verstärkung darstellen. Was man aber sagen kann, dass es im Mannschaftsgefüge scheinbar noch ganz schön knirscht, denn nicht nur der Spielfluss ist derzeit mangelhaft; man hat auch dass Gefühl, dass die 300 % Einsatz, die die Truppe in den vergangenen zwei Jahren ausgezeichnet haben, irgendwie noch nicht wieder da sind.

Und dann das Spielsystem. Hütter ist mit großen Erfolgen aus der Schweiz und Österreich in der Tasche hier angetreten. Diese wurden in aller Regel mit Mannschaften erzielt, die sich als überragende Fähigkeiten Pressing, schnelles Umschalten und Flexibilität auf die Fahnen geschrieben hatten. Das lässt sich derzeit wohl am Main so noch nicht umsetzen. Daher versucht der Trainer augenscheinlich, die Mannschaft erst mal defensiv sicher aufzustellen, was, vorsichtig gesagt, massiv in die Hose zu gehen scheint.

Obwohl der Deckungsverbund mit Abraham, Hasebe und Salcedo personell unverändert ist, passt nichts zusammen. Ansonsten ist es nicht zu erklären, wie man gegen einen Regionalligisten zwei derartige Tore fangen kann.

Dann das Umschaltspiel. Derzeit fehlt vollkommen ein Taktgeber, der im Mittelfeld die Fäden zieht und das Tempo vorgibt. Die bisher hier eingesetzten De Guzman und Torró haben scheinbar (noch) keine Qualitäten, das Spiel zu lenken. Hasebe, der ab und zu aus der Kette nach vorne rückt, scheint mir derzeit körperlich und gedanklich zu langsam.

Und auch wenn die Zahl der erzielten Tore bisher durchaus ausbaufähig ist, scheint mit die Offensivabteilung noch am besten besetzt, auch wenn hier über die Außen noch zu wenig passiert. Das liegt meiner Meinung nach aber auch an den beiden defensiven Außen, da Da Costa und Willems derzeit auch neben den Schuhen stehen.

Und nun? Die sportliche Leitung muss nachrüsten. Dringend notwendig ist der Taktgeber im Mittelfeld, denn ansonsten droht eine sehr komplizierte Hinrunde, auch auf Grund der vielen Spiele. Immerhin hat man schon mit Filip Kostic einen weiteren offensiven Außenspieler geholt Und das zunächst auf Leihbasis mit Kaufoption, was wirklich sinnvoll erscheint. Schließlich meint man wohl, für Chandler nach seiner langfristigen Verletzung noch einen Ersatz holen zu müssen.

Der Transfer von Kostic macht für mich durchaus Sinn, da er einerseits Rebic ersetzen kann, sollte der verletzt fehlen oder vielleicht kommende Saison wechseln, zum anderen kann man mit Rebic rechts und Kostic links spielen, auch nicht so verkehrt. Auf dem Papier. Ob man noch einen Rechtsverteidiger braucht, lasse ich mal dahin gestellt. Wir haben Da Costa und auch Salcedo kann das spielen, das könnte also ohne weiteren Wechsel funktionieren…

Wäre ich Trainer, würde ich versuchen, jetzt mein präferiertes System zumindest teilweise umzusetzen. Ich würde auf eine Viererkette umstellen, da Hasebe in seiner derzeitigen Form keine Verstärkung ist. Inwieweit er dann auf 4-2-2-2 oder 4-2-3-1 setzt, hängt auch von den Transfers ab.

Angeregt vom Mitschreibenden ‘bertifux’ hab ich hier mal meine Vorstellung visualisiert:

Und noch ein Wort zur Trainingsgruppe 2: Fabian könnte uns mit Sicherheit helfen, ich vermute, er ist außen vor, da er nicht zu den gewünschten Konditionen verlängern wollte und man einen zweiten Fall Hradecky auf Teufel komm raus verhindern wollte. Stendera hat sich unter drei Trainern nicht nachhaltig durchgesetzt, und für das derzeitige Spiel halte ich ihn für schlicht zu langsam. Falette war letztes Jahr noch Stammspieler, stand aber eigentlich regelmäßig in der Kritik. Und die anderen Spieler könnten ein Verlust sein, seriös kann ich das nicht beurteilen.

Egal wie, diese Trainingsgruppe, die auch den Kader für die tägliche Trainingsarbeit verkleinern soll, ist kein Ruhmesblatt für die sportliche Leitung und kann eigentlich auch nicht positiv auf das Mannschaftsgefüge wirken. Man wird sehen, welcher der degradierten Spieler noch einen Abnehmer findet und wie man mit den übrigen Spielern umgehen wird.

Ein Kommentar

  1. Man sollte nicht vergessen, dass Kostic obwohl er Linksfuß ist die komplette Rückrunde auf rechts gespielt hat, dort durchaus auch eine Alternative ist. Ein zentraler Mittelfeldspieler wird vermutlich noch kommen, dass Fabian uns dauerhaft geholfen hätte, glaube ich kaum.
    Ansonsten ist zwar für die FR offensichtlich Feiertag. Kilchenstein und Durstewitz hauen einen Artikel nach dem anderen raus, wo Horrorszenarien heraufbeschworen werden und an den Verantwortlichen kein einziges gutes Haar gelassen wird.
    Ich denke aber, man sollte die Situation nicht überbewerten. Die Konkurrenz hat ähnliche Probleme, alle basteln noch an ihren Kadern. Und ich fand, man konnte, wenn man denn wollte, durchaus schon ein paar Ansätze erkennen.
    Dass die FR-Presse nur zu gerne draufschlägt verwundert natürlich auch nicht, nachdem denen in den letzten Jahren alle ihre Informanten abhanden gekommen sind und sie nur noch SID-Meldungen umformulieren dürfen. Da schreibt man dann eben als Artikel getarnte Kommentare, die mit Journalismus nur noch wenig zu tun haben.

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