#SVWSGE – Lückentext

Mit einem 2:2 Unentschieden aus Bremen wieder die Heimreise anzutreten ist im Grunde nicht so verkehrt. Und wenn Jovic oder Haller eine ihrer Chancen reingemacht hätten, oder der zweite Handelfmeter gegeben worden wäre, ja dann… Dann hätte man sogar unverdient drei Punkte mit im Gepäck gehabt. Hat man aber nicht.

Und das ist – das muss man so deutlich sagen – gut so. Den so wird mehr über die deutlich sichtbaren Mängel als über die (wieder mal) erfolgreiche Sturmreihe gesprochen (werden). Nach dem Sieg gegen Freiburg war mir noch zu viel Friede, Freude, Eierkuchen, die die auch da schon sichtbaren Mängel übertüncht sahen mit drei Toren von Haller, Rebic und Jovic.

Um es ganz deutlich zu sagen, gestern hat nur ganz hinten und ganz vorn gestimmt. Will sagen, ohne Trapp, Rebic und Haller hätte es ganz, ganz bitter aussehen können. Was sich in Abwehr und Mittelfeld abgespielt hat, war phasenweise ein Trauerspiel und lässt mich durchaus sorgenvoll auf die nächsten Spiele schauen.

Die Abwehr, die dieses Mal aus Abraham, Hasebe und Falette bestand, fiel von einer Verlegenheit in die nächste. Abraham, der vollkommen neben den Schuhen stand, ist in der Form ein einziger Risikofaktor. Er versucht häufig, fehlende Form durch überharten Einsatz im Ellbogen und Co. zu kompensieren, das geht aber eigentlich regelmäßig schief. Er wurde dann wohl schlussendlich wegen einer Wadenverletzung ausgewechselt, was mich wieder dazu bringt, dass er für sein Spiel 100% Fitness braucht. Falette? Ganz ehrlich, wenn man N’Dicka schonen möchte, warum bringt man dann Falette? Und nicht Russ? Es hätte zumindest die Zahl meiner Fast-Herzinfarkte deutlich reduziert gestern.

Und Hasebe? Defensiv fand ich ihn noch am besten, aber er hatte mit Kruse auch häufig einen extrem unangenehmen Gegenspieler, der ihn mehr als genug beschäftigte. Damit fiel der Japaner leider völlig als ordnende Hand im Spiel aus.

Und das Mittelfeld? Rode ganz ordentlich, man merkte die lange Pause deutlicher als gegen Freiburg, er spielte den Terrier und langte auch ganz schön hin. De Guzman wirkte auf mich vollkommen abwesend. Keine Ahnung. Das wurde mit Gacinovic deutlich besser… Die Außen Kostic und da Costa waren ziemlich kaltgestellt. Das haben die Bremer wirklich stark gemacht. Dazu habe ich auch schon seit dem Freiburgspiel den Eindruck, dass die Innenverteidiger weiter außen stehen, wodurch das ganze Flügelspiel auf mich eher unrund wirkt.

Über Trapp und den Sturm habe ich ja schon gesprochen, aber was lernen wir? Wenn man wirklich an die europäischen Fleischtöpfe will, muss man Geld in die Hand nehmen. Am besten einen Innenverteidiger, der auch rechts spielen kann oder einen Rechtsverteidiger, der auch Innen kann.

Und eine Spieler, der im Mittelfeld den Unterschied macht und die richtige Mentalität mitbringt. Einen Boateng halt. Gern fünf Jahre jünger. Da war doch mal einer im Gespräch, Tonny Vilhena. Ist der der richtige?

Aber – um etwas positives zum Abschluss zu haben – in einem Punkt bin ich mir sicher: das Scouting hat die richtigen Spieler im Auge. man muss sie jetzt ‘nur’ noch finanzieren.