#SGEARS – Etwas stimmte wieder nicht auf dem Weg zu #SGEBVB

Da war er also, der heiß- und langersehnte Donnerstag Abend mit einer Knallerpaarung gegen Arsenal London, die mit etwas Ähnlichem wie einer 1 A minus-Elf aufgelaufen sind. Hohe Erwartungen an Stimmung, überspringende Funken und vieles mehr gepaart mit riesengroßer, zumindest bei mir, Nervosität.

Irgendwie, so ging es mir zumindest, hatte ich schon beim Beginn der Choreographie ein noch mieseres Gefühl, die Luftballons gingen mir zu früh in die Luft, da waren die Mannschaften noch gar nicht aus dem Tunnel. Irgendwie, so grummelte es tief in meinem Bauch, war das schon solch eine Episode aus der Reihe: die Zündschnur, die auf halber Strecke verhungert. Kein Vorwurf an die Choreographisten, wie hätte man sonst die Fahne rechtzeitig hochkriegen sollen. Aber eben einfach… ein Baustein.

Dann das Spiel. Deutlich 0:3 auf die Mütze, okay, zu hoch, geschenkt. Ein Spiel, welches mir schwer im Bauch lag, wirkte es doch irgendwie ganz gut, aber bei genauer Betrachtung waren die Fehler doch groß und die Sorgenfalten größer. So manche auf dem Heimweg durch den Stadtwald waren mit dem Spiel mehr als zufrieden – ich, das gebe ich zu, habe das nicht verstanden. Und verstehe es jetzt auch noch nicht.

Deshalb kommt von mir heute mal eine kurze Bilanz zu allen…

Spielern

Tor: Kevin Trapp. Aufgeregt, weil er oft hängengelassen wurde. Mit einigen Glanzstücken, mit guten Worten (Beispiel: 1. Halbzeit für Sow – schwerer Ballverlust, Großrettung durch unseren Torwächter) und auch mit Kritik und Geschimpfe gegen seine doch unsortierte Abwehr. Kriegt von mir das Prädikat: unschuldig an den Gegentoren, tat was er kann, eine arme Sau.

Abwehr: David Abraham, Kapitän. Kurz und knapp: ich ertrage ihn nicht mehr derzeit. Seit Januar ein Schatten seiner selbst, langsam, verliert viel zu viele Zweikämpfe, fällt zuweilen auch mal einfach hin und fehlt dann hinten. Ich muss mich, wie so manch andere auch, fragen: was hat N’Dicka verbrochen?

Abwehr: Makoto Hasebe. Er wird einfach langsam langsamer. Er wird eben einfach auch älter. Da hilft das Spielverständnis und die Abgeklärtheit auch nicht weiter. Mit Abraham zusammen bekommt er von mir gerade das Prädikat: Seniorenabwehr.

Abwehr: Martin Hinteregger. Licht und Schatten. Mal eine Glanztat, mal eine völlige Fehleinschätzung von Spielsituationen. Mensch, Hinti, da bist du schon der Beste in der Truppe hinten und dann doch… Kurz vor Schluß dann saß er mal im gegnerischen Strafraum, als ein Konter lief, mein ebenfalls frustrierter Sitznachbar nannte es salopp und ironisch: “der Kerl macht jetzt auch noch Dehnübungen und sieht zu.”.

Mittelfeld: Dominik Rohr. Gelb-Rot. Sagt alles über sein Spiel, und ich meine das nicht einmal vorwurfsvoll. Denn wenn einer aus der Defensive im Mittelfeld so zweimal gelb sehen muss, dann weiß man, was hintenrum so passiert ist und warum er eingreifen musste. Gronf.

Mittelfeld: Djibril Sow. Braucht noch, ist jung, war verletzt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn hinten schon 2 Mitspieler Schwächen, dann ist Eingewöhnen schwer.

Mittelfeld: Danny da Costa. Boah Danny, du siehst Lücken, du kennst die Laufwege, aber deine Flanken… Mach doch mal ne Sonderschicht. Ich nehm dir dann auch am Sonntag eine verkrotzte Flanke in keiner Weise übel.

Mittelfeld: Filip Kostic. Nix zu sagen, der Quirl des Spiels, rasend, souverän, gut. Wie wir ihn kennen. Kann aber alleine im Mittelfeld den Krieg auch nicht gewinnen.

Mittelfeld: Daichi Kamada. War das jetzt die Wahrheit für den Hoffnungsträger? Etwas, was sich andeutete? In der Qualifikationsphase gegen unterklassige Gegner der Heilsbringer, aber jetzt, wo die Gegner stärker werden, da fehlt noch etwas. Vielleicht muss er das noch lernen, siehe auch bei Sow, Stichwort Eingewöhnung. Sollte es aber nicht klappen, wäre das schade und bitter.

Sturm: Bas Dost. Im Nachklang, so Hütter, eben nur gut für 60 Minuten derzeit, er wisse das, Dost wisse das. Ich frage mich dann, warum er zu Beginn spielte – ein ruhender Tank mit Torriecher ist er eben, und wenn der Gegner auch schon wenigstens 60 Minuten in den Knochen hat, dann ist er vielleicht erfolgreicher. So war das doch leicht vergebene Liebesmühe, sorry.

Sturm: André Silva. Boah, ey. Was ein Typ. Wuselig, quirlig, gefühlt eine Granate. Wenn der Rest mitspielt. Bei ihm ist mir nicht bange.

Später Mittelfeld: Timothy Chandler. Rennt gut. Flankt mies. Frage mich ernsthaft, was Durm getan hat, dass er nicht spielen darf.

Später Sturm: Goncalo Paciencia. Wuselte, konnte das Ding nicht rumreißen. Einer der Aktivposten für mich.

Und warum das Ganze? Was passiert gerade? Vielleicht ist es ja das…

System

Da verändert sich gerade etwas. Das ständige Dauergegenpressing letzter Saison, was eigentlich oft Tribut zollte in Bezug auf die Kondition, das wird so langsam stückweise auch durch Ballbesitzufußball ersetzt. Das macht Adi Hütter schon ziemlich clever. Dumm ist gerade eben, dass die Eingewöhnung der neuen, zum Teil spät verpflichteten Spieler, im Laufen ist. Gleichzeit eben die Systemgewöhnung. Und das eben die Tore vorne nicht fallen und hinten eben zu viele fallen.

Es ist mitnichten so, dass ich mir Sorgen mache. Aber irgendwo tief in mir reift der Gedanke, dass es eben diese Saison für eine Überraschung nach oben nicht reichen wird. Weil, sorry, liebe Leserinnen und Leser, der erste Knacks in den Köpfen nach Augsburg und Arsenal (doppeltes FCA übrigens) eingenistet zu sein droht.

Und dann käme da jetzt ja noch der…

Ballsportverein Borussia

Das sind übrigens die, die gerade so nebenher gerne mal ihre Gegner rücksichtslos sportlich zerlegen. Die gegen Barcelona eigentlich nur deshalb unentschieden gespielt haben, weil eben der dortige Nationaltorhüter Nummer 1 (sorry, liebe Bayern, das ist halt auch meine Meinung) einfach alles aus dem Kasten löffelte, was es zu löffeln gab.

Nun, wir haben Trapp. Der kann das auch. Aber wir haben eben auch das Seniorenabwehrproblem dieser Tage wie oben beschrieben.

Ich habe am Donnerstag gesagt: ich will nicht früher aus dem Stadion weg. Aber man könne mir doch, für den Fall der Fälle, im Oberrang eine Hängematte aufhängen. Mit direktem Zugang zur Bierpipeline. Denn ich bin, was das Spiel betrifft, maximal pessimistisch. Dortmund ist für mich mindestens gleichwertig zu Arsenal, nein, eher noch eine Schippe besser.

Aber Abhilfe gibt es ja, vielleicht sollte man den Spielern einfach etwas Besonderes verpassen, nämlich…

Verpflegung

Der gute alte Vladimir Vladimirowitsch hat da nämlich offenbar seit Neuestem seine Hände im Spiel:

Putin-Pommes?

Vielleicht probiere ich das mal aus. Einfach so. Und den Spielern hämmern wir eine Putinsche Durchhaltemoral in den Kopf. Dann besteht Hoffnung.

So, und jetzt, jetzt ist Freitag Abend. Ich leg mich jetzt vor den Fernseher und denke mir: Stand jetzt ärgern mich wenigstens am Montag, egal wie es ausgeht, keine Lilienfans. Die liegen nämlich 1:0 hinten. In Heidenheim.

Und wisst ihr was? Das beruhigt mich jetzt. Die haben Heidenheim. Wir Arsenal und Dortmund. Vielleicht sollte ich einfach mal 3…6 Jahre rückwärts denken. Und doch wieder nur ein kleines bisschen mehr Demut zeigen.

Bis Sonntag, Sportsfreunde!